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Die Wahrheit des Wortes

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Zwischen dem Kreuz und dem Halbmond

30. März 2011

Es gehört mittlerweile scheinbar zum guten Ton über den Islam meistens nur in Zusammenhang mit Krieg und Terror zu reden, was schon sehr erstaunlich ist, vor allem wenn immer wieder beteuert wird, dass man diese Religion nicht verteufeln will. Auch hier fragt man sich, wie so oft gerade auch im Bereich der etablierten Massenmedien, ob man nicht von einer riesigen Heuchelei sprechen sollte. Gerade auch, um vor der eigenen Haustür zu kehren, gäbe es auch beim Christentum und vor allem bei den deutschen Kirchen einiges zu bemängeln. Es soll aber diesmal gar nicht so sehr um den Vergleich des Schlechten in diesen Religionen oder deren Ausführungen gehen, als viel mehr um die Frage, warum der Islam scheinbar im Moment mehr gesellschaftlich bewegt bekommt, als es das Christentum, vertreten durch die Kirchen, tut. Wenn man diese Frage stellt, ist man schnell bei den aktuellen Geschehnissen in Nordafrika, denn hier sieht man, dass sich gerade sehr häufig etwas nachdem Freitagsgebet tut.

Nur aus Tradition in die Kirche?
In Deutschland hat man gerade bei den jüngeren Generationen das Gefühl, wenn sie in die Kirche gehen, sie dies eigentlich nur noch tun, um einer gewissen Tradition zu folgen. Der Glaube, die Aussagen die man dort hört, scheinen immer mehr in den Hintergrund zu treten, was natürlich zum Teil auch an den Aussagen liegen dürfte, da diese immer weniger Menschen etwas bringen. Auch dies ist übrigens ein Grund für den massiven Mitgliederschwund. Man versucht nun mit den abgefahrensten Ideen gegen diesen Trend anzukämpfen, wie zum Beispiel mit einer App zum Beichten. Genau mit so etwas verstrickt man sich dann aber allzu oft in noch mehr Widersprüche. Man kann nun auch nicht behaupten, dass es keine Themen für die Kirchen geben würde, sie werden aber nicht genutzt. Gerade erst fegt eine riesige Diskussion zum Thema E10-Kraftstoff durchs Land, es ist die Rede von Bioethanol, dessen Produktion auch zu noch mehr Hunger in der Welt führt. Vielleicht sollten die Kirchen nicht nur für die Armen sammeln, sondern sich auch endlich einmal um die Wurzeln des Übels kümmern.

Nehmen wir den US-Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Barack Obama, auch hier fragt man sich, warum sich die Kirchen nicht gegen ihn einsetzen, gerade jetzt wo er Guantanamo zu einem zweiten Frühling verhilft und dort wieder Militärprozesse erlaubt. Diese Liste könnte man nun unendlich lang fortsetzen aber dies braucht man gar nicht, da das Prinzip wohl klar sein dürfte. Das Schweigen, welches von Papst Benedikt XVI. im Vatikan vorgelebt wird, legt sich wie ein dunkler Schleier über scheinbar so gut wie alle Angehörigen dieser Religionsgemeinschaft. Es scheint weiter so, als folgt man dem großen Religionsführer hier völlig blind. Erschreckend, wo so etwas alles hinführen könnte. Deutschland braucht einen Ruck der wohl kaum von der Wirtschaft ausgehen wird und auf die Gewerkschaften braucht man wohl auch nicht mehr zu zählen, da sie wohl viel zu tief im System verwoben sind. Man sieht, welches Potenzial sich für die Kirchen bietet. Es gilt wohl, dass sich das Mitleid mit den Kirchen in Grenzen halten sollte, denn wenn man solche Chancen nicht nutzen, ist man es irgendwie auch selber schuld.

Nicht nur Terrorismus?
Der Islam hat gerade in der westlichen Welt spätestens seit dem 11. September 2001 ein massives Problem, da diese Religion so gut wie nur noch im Kontext zum Terror genannt wird. Auch hier merkt man den tiefen Krieg, der schon lange zwischen den Religionen tobt. In diesem Krieg, wie auch in anderen Kriegen, zum Beispiel auch im Bereich der Wirtschaft, spielen natürlich die Medien eine wesentliche Rolle, auch dies gilt es immer vor Augen zu haben. Schaut man sich an, was sich in Nordafrika, von Tunesien über Ägypten bis hin zu Libyen abspielt und dies sind Entwicklungen, die man in der westlichen Welt sehr begrüßt, muss man auch über den Islam und hier vor allem über die Freitagsgebete sprechen, denn von hieraus gehen immer wieder Demonstrationen aus und diese Art der religiösen Einmischung verurteilt eigentlich niemand. Übrigens ein Vorgang, den man sich in Deutschland kaum vorstellen kann. Sonntagsdemo nach der Kirche? In Deutschland wohl kaum vorstellbar. In der islamischen Welt kann man nun schon fast sagen, dass es zu mindestens in gewissen Teilen zur Freitagsordnung gehört. Hier geht ohne Terror eine gesellschaftliche Veränderung los, die sich die westliche Welt als Vorbild nehmen sollte, anstatt sie zu untergraben.

Man fragt sich nun natürlich, warum man diesen so gelobten Effekt nicht klar dieser Religion zu ordnet. Man müsste bei einer solchen, wirklich unabhängigen Berichterstattung dann natürlich auch gleich weiterfragen, warum sich so etwas nicht auch in Ländern, wie hier im Bereich des Christentums abspielt. Solche Fragen wird man hier aber wohl selten finden, genauso wenig, wie man sich in der Tiefe mit Fragen des sexuellen Missbrauchs bei der katholischen Kirchen und heimlich angehäuften Geldern in der evangelischen Kirche auseinandersetzt. Da sucht man lieber nach neuen Fakten mit denen man belegen kann, was alles Schlechtes vom Islam ausgeht. Man sieht es ist nicht nur eine Frage der Religionen, sondern auch der Medien und die Frage, wie religiös geprägt eigentlich die Medien, auch in der westlichen Welt sind? Über die Prägung der Politik muss man gar nicht viel sagen, denn hier ist Staat und Religion streng getrennt, deshalb regieren hier im Moment auch die C-Parteien und wofür dieses C steht, auch wenn es ein wenig wie ein Halbmond aussieht, braucht man wohl nicht näher zu erklären. Man sieht, auch hier ist nicht alles so offensichtlich, wie man vielleicht oberflächlich betrachtet meinen mag.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Wirtschaft

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