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Die Wahrheit des Wortes

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Zitat der Woche 42

17. Oktober 2008

Diese journalistische Plattform entwickelt sich im Moment ein wenig zu einer Wirtschafts- bzw. Politik-informationsplattform. Dies liegt aber einfach nur an den, alles andere überflügelnden, Nachrichten zur Weltwirtschaftskrise. Da fehlt einfach der Platz für hintergründige Berichte, zum Beispiel zum Unfalltod des österreichischen Spitzenpolitikers Jörg Haider, der letztes Wochenende ganz offensichtlich mit 1,8 Promille tödlich mit seinem Auto verunglückte. Denn die Schlagzeilen waren auch diese Woche wieder von Rezession und Milliardenhilfen geprägt und man muss davon ausgehen, dass dieser Trend auch noch Wochen, wenn nicht gar Monate anhält. Das heutige Zitat der Woche stammt von einem Amerikaner und damit aus dem Mutterland der Krise und es beschreibt wohl sehr gut, was einige der Rettungspläne weltweit auch noch für uns bereithalten dürften.

`Niemand plant, zu versagen, aber die meisten versagen beim Planen. `

Lee Iacocca (Amerikanischer Autoentwickler und Rhetoriker)

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft · Zitate der Woche 2008

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Angelika M. Wohofsky // 18. Okt 2008 at 16:20

    Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, dass hier viel über Politik und Wirtschaft berichtet wurde. Dann wechsle ich mal das Thema.

    Als Österreicherin kann ich nur berichten, dass der Tod Jörg Haiders wirklich allen, auch den Kritikern, in die Knochen gefahren ist. Heute war die Verabschiedung auf dem Neuen Platz in Klagenfurt, und die wurde auf ORF 2 live übertragen. Sowas hat Österreich nur bei großen Ereignissen. Ausschreitungen Rechtsradikaler gab es keine, so die APA jetzt am Nachmittag. Es verlief alles ruhig.

    Und was erstaunt ist, dass so kritische Medien wie die NEWS (Haider schaffte es dort auf 48 Titelseiten mit Foto und verklagte die Zeitschrift mehrmals) sich erstaunlich journalistisch korrekt verhielten. Ich meine damit, dass beide Seiten geschildert wurden – das Leben eines Populisten und politischen Popstars, der es verstand auf seine WählerInnen einzugehen und ihnen das Gefühl des Vertrauens zu schenken hin zum Demagogen mit rechten Ansagern und verbalen Ausrutschern, die jedesmal für seine politische Bühne zum Glatteis wurden. Da sprechen diese Medien und auch seine Kollegen von einem genialen Politiker Haider, der sich selbst im Weg stand. Ehemalige Parteifreunde berichten davon, dass er halt einfach nicht verlieren konnte, er eine Art zerrissene Persönlichkeit war. Und auch der FALTER schreibt, besser der Chefredakteur Armin Thurnher selbst:

    “…, ob er [Haider] nach vielen Wendungen endlich jene Wende zur wohlanständigen, hetzfreien, nichtxenophoben rechtsliberalen Partei schaffen hätte wollen, die Österreich dringender braucht als jede Wahlrechtsrefom, muss offenbleiben.” (Falter, 42/08, S. 12.)

    Da kann man sich jetzt schon was dazu denken – Thurnher meint, Österreich brauche eine rechtsliberale Partei dringender als …! Soll man das als Auftrag verstehen oder Wink mit dem Zaunpfahl? Denn Haider zeigte sich erstaunlich gereift und erwachsen im Wahlkampf und als Wahlsieger. Das hat vor einem Monat viele eingeschworene ÖVP-WählerInnen aus der Versenkung geholt. Die Wählerstromanalysen zeigten ja, dass das BZÖ regen Zulauf von der traditionellen, volksnahen Seite bekam.

    Nichts desto trotz, einige Bemerkungen zum Ableben Haiders waren schlichtweg geschmacklos. Das tut man einfach nicht, bei aller Kritik und Zwiespältigkeit seiner Person gegenüber. Und so wie er politisch mit vielen Wendungen agiert hat – ich habe ihn selbst oftmals als “Wendehals” bezeichnet – so ist er auch gegangen. Vom menschenfreundlichen, positiv gereiften Politiker an seiner letzten Veranstaltung hin zum pubertierenden Raser mit 142 km/h am Rand des Ortsgebietes und einem riskanten Überholmanöver in einer Linkskurve.

    Man muss sich selbst ein Bild davon machen. Doch vielleicht zeigt es, dass wir Menschen sind, dass wir manchmal auch Extremen unterworfen sind und selbst immer wieder polarisieren. Bevor wir also Jörg Haider Rücksichtslosigkeit vorwerfen, dürfen wir ruhig uns selbst fragen, wann wir das letzte Mal riskant überholt haben, wann wir das letzte Mal der Meinung waren Autofahren und Alkohol vertragen sich nicht – und haben es dann trotzdem getan.

    AMW

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