fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Zensur durch Kapital

17. Dezember 2007

Die allgemeine Zensur, gerade auch die der Medien, wie z. B. die des Internets ist hinlänglich bekannt, gerade auch aus Staaten wie z. B. China aber auch aus dem islamischen Raum. Dies wird gerne als Maßstab unserer Meinungsfreiheit in Deutschland genutzt und dem ist erst Mal nichts entgegenzusetzen. Denn natürlich ist diese Freiheit in Deutschland, gerade auch im Gegensatz zu den genannten Staaten, sehr weit fortgeschritten. Aber sollte dies unser Maßstab sein? Ich meine nein.

Schlaraffenland der Meinungsfreiheit

Grundlegend ist es natürlich richtig, dass jeder in diesem Land die Möglichkeit hat, so gut wie alles zu veröffentlichen, letztendlich dank des Grundgesetzes, aber natürlich auch durch das Medium Internet. Man müsste nun annehmen im Schlaraffenland der Meinungsfreiheit zu sein, würde nicht genau an dieser Stelle die Zensur durch Kapital beginnen. Denn die vermeintliche Vielfalt, mit weit über 30 TV-Kanälen z. B. in weiten Teilen des Kabelfernsehnetzes, entpuppt sich doch schnell als, meiner Meinung nach, Einheitsbrei zwischen nicht bis zum Ende recherchierten Nachrichten, Werbung und das was man heute Unterhaltung nennt.

In diesem Artikel soll es aber erst ein Mal um die TV-Nachrichten als solches gehen. Wir haben zwei Sparten im TV-Sektor, zum einen die Sparte des öffentlich – rechtlichen Fernsehens und zum anderen, die der Privatsender. Nun erlaube ich mir von Zeit zu Zeit, anhand ein oder zwei markanter, tagesaktueller Nachrichten, die Entwicklung dieser über den Tagesverlauf auf den verschiedenen Kanälen zu verfolgen. Das Ergebnis ist meist erschreckend.

Nachrichten als Imagepflege

Im Bereich der Wirtschaftsnachrichten hat man oftmals das Gefühl, dass die eigentliche Nachricht zweitrangig oder gar konstruiert ist und nur der Imagepflege, der hinter der vermeintlichen Nachricht stehenden Großkonzerne, dient. Bei anderen Nachrichten, wie z. B. über Terrorakte, habe ich die Meinung erlangt, dass sich meist die Bilder auf allen Kanälen, genau wie die Kommentare, so gut wie komplett gleichen. Es hat den Anschein, dass auf ein Mal alle genau die gleichen Gedankengänge haben. Abweichende Theorien, differente Thesen zu den Geschehnissen gibt es so gut wie nie. Die so entstehende Meinung verfolgt dann scheinbar genau ein Ziel, welches meist politisch motiviert ist. Es ist also ähnlich wie im wirtschaftlichen Bereich nur das hier politische Images gepflegt werden.

An dieser Stelle, kann ich beliebig viele Sender haben, es bringt der Meinungsfreiheit nichts, wenn es nur eine Meinung gibt. Denn auch hier gilt Qualität vor Quantität. Eine größere Meinungsvielfalt würde natürlich auch immer wieder verschiedenen Images schaden und somit Interessengruppen verärgern. Dies ist allerdings ein Preis der in einer Demokratie dazu gehört. Denn die Demokratie ist kein Freundschaftswettbewerb. Man darf bei allem auch nicht vergessen, dass die Meinungsvielfalt, wie auch die Meinungsfreiheit ein sehr wichtiger Faktor der Demokratie ist. Aber warum habe ich eine solche geringe Meinungsvielfalt in den gerade angesprochenen Sektoren?

Geld regiert die Welt

Ich vertrete die Meinung, dass genau dies eine Folge der Zensur durch Kapital ist. Die Antwort ist in der Frage nach dem `warum` es nur scheinbar eine Meinung mit minimalen Abweichungen in z. B. komplexen Bereichen, wie der Terrorberichterstattung gibt, begründet. `Geld regiert die Welt`. Man findet in der angesprochenen Branche zwei Hauptteile an Beschäftigungsverhältnissen. Angestellte und die freien Mitarbeiter. Dies ist erst ein Mal eine Mischung, von der man annehmen muss, dass sie für die zu bewältigenden Aufgaben angemessen sei, genau wie die Aufteilung des TV-Marktes in die o. g. Sparten.

Bei den Angestellten ergibt sich die bekannte Tatsache, dass sie weisungsgebunden sind, also das zu tun haben, was ihr Arbeitgeber ihnen aufträgt und somit natürlich in den meisten Fällen wirklich eigenständiger Journalismus eingegrenzt sein dürfte. Denn die Dienstherren sind die Sender bzw. Produktionsgesellschaften und denen geht es natürlich darum, dass gerade auch die Kundschaft, also die Unternehmen, die die Werbegelder bringen, zufrieden gestellt sind. Somit ist meiner Meinung nach klar, frei nachdem Grundsatz ´Schlage niemals die Hand die dich nährt`, das sich hier eine Eigenzensur durch den Einfluss des Kapitals ergibt. Denn natürlich hängen diese Angestellten, wie auch die Mitarbeiter in allen anderen Branchen, an ihren Jobs.

Für die freien Mitarbeiter, aber auch die Inhaber von Produktionsgesellschaften etc. gilt das gleiche Prinzip. Denn auch hier steht das finanzielle Interesse im Vordergrund. Denn schließlich möchte jeder, in dieser sehr kapitalistisch geprägten Gesellschaft, das was er hat nicht verlieren und Produktionsgesellschaften, wie auch freie Mitarbeiter möchten letztendlich eines, verkaufen und nicht, oftmals auch noch unbeliebte, Wahrheiten verbreiten.

Bei einer solche Vorgehensweise, stellt sich letztendlich die Frage, wie weit unser Demokratieverständnis wirklich geht oder ob es nicht längst völlig von rein kapitalistischem Gedankengut unterwandert ist.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Medien · Wirtschaft

Bis jetzt ohne Kommentar ↓

  • Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung

Schreib was dazu