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Die Wahrheit des Wortes

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Zeit Kunst Aggression

28. April 2008

Die Zeit. Die Wochenzeitung für Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur zählt wohl zu den bedeutendsten dieser Art in Deutschland. Herausgegeben wird sie unter anderem von Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und auch von dem zur Zeit noch beurlaubten, ehemaligen Kulturstaatsminister Dr. Michael Naumann (SPD), der gerade die Wahlen in der Hansestadt Hamburg verloren hat. Natürlich ist bei einer solchen Besetzung, eine gewisse politische Ausrichtung wohl nicht zu vermeiden. Aber es gibt auch noch andere schwerwiegende Probleme und diese sind vor allem auch in dem Bereich Kultur bzw. Feuilleton zu sehen. Denn was sich gerade auch in diesen Bereichen in den letzten Wochen abspielte, kann man zum Teil schon nur noch als skandalös bezeichnen.

Die vergessenen Bären von Freising

Mit der Ausgabe Nummer 15 wurde bei der` Zeit` ein neues Zeitalter begonnen. Dieses wurde durch ein großes Werk des deutschen Künstlers Georg Baselitz angekündigt und die Ausgabe stand unter der Überschrift `Warum ist die deutsche Kunst so erfolgreich? ´ Nun geht es hierbei schon um ein Thema, welches man durch aus von mindestens zwei Seiten betrachten darf. Zum einen ist es ein zeitloses Thema, über welches man seit einigen Jahren immer wieder berichtet. Zum anderen kann man aber auch behaupten, dass dieses Thema veraltet ist. Auch wenn man Punkt zwei heranzieht, muss dies nicht gerade zwingend als Ausschlusskriterium für einen Artikel gewertet werden, wenn man dieses Thema mit neuen spannenden Fakten versieht. Im Feuilleton, der in den Verantwortungsbereich von Jens Jessen fällt, schrieb Hanno Rautenberg unter dem Titel `Verliebt in die Zweifler` leider nichts Neues, sondern bezog sich auf die hinlänglich bekannten Daten und Fakten. Als eher traurig anzusehen, war das Herausputzen der deutschen Kunst, was zum Teil dadurch versucht wurde, dass andere Länder als scheinbar geschichtslos und kulturell unfähig dargestellt wurden. Dies sollte man zum einen nicht tun, zum anderen muss man es aber auch nicht tun. Denn Kunst aus Deutschland war und ist nun ein Mal etwas sehr gutes.

Wie gut nun die Arbeit der `Zeit` in diesem Bereich ist, zeigt aber auch nicht zuletzt, dass zum Beispiel Pressemitteilungen einfach ungelesen gelöscht werden. Natürlich hat ein solches Verhalten auch zur Folge, dass einem wichtige Informationen entgehen oder erst viel, viel später zu Teil werden. Im `Zeit Magazin Leben`, ebenfalls vom 03. April 2008, gibt es eine Analyse von Matthias Stolz über in Deutschland aufgestellte Plastikfiguren. Auch hier wird einem bald die oberflächliche Bearbeitung des Themas klar. So fehlen in diesem Kontext zum Beispiel die Bären von Freising. Überhaupt hat es den Anschein, als ziehe diese Analyse diesen Bereich der Kunst etwas ins lächerliche, was dem Thema nicht angemessen ist. Denn zum Beispiel hat der Bär für Freising eine große Bedeutung. Der Sage nach, kam um circa 700 n. Chr. der Wanderbischof Korbinian nach Freising und wurde hier der erste Bischof des Ortes. Natürlich hatte er, von Frankreich kommend, einen beschwerlichen Weg hinter sich der aber eben dadurch erleichtert wurde, dass ein Bär sein Gepäck trug. Natürlich ist auch bei den Bären von Freising ein gewisser Kommerzgedanke nicht zu verleugnen aber auch dies gehört zur Kunst, wie die `Zeit` ja selber positiv feststellt.

Jens Jessen und die Gewalt

Aber natürlich sind all diese Punkte durch aus diskutabel und natürlich wird es in diesem Bereich und über diese Artikel, mehr als nur eine zulässige Meinung geben. Ganz anders stellt es sich mit dem Verhalten des, für diesen Bereich verantwortlichen Redakteur Jens Jessen dar. Denn was er in seinem Videoblog verlauten ließ, ist durch aus als eine Unverschämtheit, wenn nicht sogar als menschenverachtend anzusehen. Es ging um die schrecklichen Angriffe zweier Jugendlicher in der Münchener U-Bahn auf einen wehrlosen Rentner. Dieser hatte die beiden Jugendlichen in der Bahn aufgefordert das Rauchen einzustellen und wurde dann nachdem aussteigen, von den beiden jugendlichen Tätern, brutalst zusammengeschlagen. Für Jessen möglicherweise die Folge ständiger Nörgeleien von älteren Mitbewohner dieses Landes. Er stellt die These auf, dass das Opfer bei den Jugendlichen vielleicht das Fass hat überlaufen lassen und es so zu dem Ausbruch dieser hemmungslosen Gewaltorgie kam. Wer solche Thesen aufstellt, dem kann man doch nicht abnehmen, dass ein zuvor gesagter Satz der Unentschuldbarkeit der Gewalt, ernst gemeint ist.

Joachim `Blacky` Fuchsberger kommentierte das ganze bei `Menschen bei Maischberger` in der ARD nur mit einem `Arschloch` in Bezug auf Herrn Jessen. Man darf über die `Zeit` denken wie man mag, man darf über den Herausgeber Helmut Schmidt (SPD) denken was man mag aber ein solches Verhalten, wie es Herr Jessen gezeigt hat, ist nicht tolerierbar und man sollte sich auch überlegen, inwiefern das Verhalten eines solchen Mitarbeiters im Sinne der Zeitung und des Verlages ist. Man sollte annehmen, dass dies weder im Interesse von Frau Dr. Marion Gräfin Dönhoff (1909-2002), noch im Interesse von Gerd Bucerius (1906-1995) gewesen wäre. Selbes müsste wohl auch für Herrn Altkanzler Schmidt (SPD) gelten, der selber immer wieder darauf hinweist, wie brutal und schlimm dieses Jahrhundert werden wird. So lange man solchen Menschen, wie Jens Jessen und ihrem Tun freien Lauf lässt, wird es wohl auch genau darauf hinauslaufen.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Hiob // 17. Mai 2008 at 13:13

    Dass sich Herr Jessen ohnehin ständig auf dem schmalen Grad zwischen Naivität und Schwachsinn befindet, wundert es mich, ehrlich gesagt, nicht, wenn er die Grenze hin zum Schwachsinn das ein oder andere Mal übertritt, so geschehen bei seinem “Statement” hinsichtlich des Übergriffes auf besagten Rentner.

    In diesem Sinne,

    H.

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