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Die Wahrheit des Wortes

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WM 2010 – Was bisher geschah

29. Juni 2010

Wer hier nun den ultimativen Rückblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika sucht, ist hier leider falsch. Hier widmet man sich den Fakten, die seit Beginn dieses sportlichen Großevents außerhalb der Stadien in Südafrika eine Rolle spielten aber doch, zum Teil auch wegen der Weltmeisterschaft, nur bedingt in den etablierten Medien eine größere Rolle spielten. Man darf nicht unterschätzen, was sich in diesen Tagen von Washington D.C. über Toronto bis nach Berlin in Sachen Politik und Wirtschaf alles tut. Es ist das alte Spiel, auf den Ebenen, wo Bewegung zwingend notwendig ist, herrscht Stillstand, dafür werden Militärstrategien neu ausgerichtet und weitere Freibriefe für den Raubtierkapitalismus ausgestellt. Für die Länder des angelsächsischen Raums war bei der WM 2010 in Südafrika spätestens in Achtelfinale Schluss, dies sollte man nun aber nicht auf das normale Leben übertragen, denn hier ist man auch weiterhin auf dem Vormarsch.

Das Ende von General McChrystal
Mitten während den Vorrundenspielen der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika schlug es in Washington D.C. ein, wie eine Bombe. General Stanley McChrystal hatte ein Interview im legendären Rolling Stones Magazin gegeben und sich, das muss man einräumen, auch einige Scherze in Richtung Weißes Haus erlaubt. Hier fasste man dies als Majestätsbeleidigung auf und der Friedensnobelpreisträger Barack Obama feuerte seinen Oberbefehlshaber für Afghanistan umgehend und ersetzte ihn durch den bisherigen Chef des US-Zentralkommandos, David Petraeus, der noch vom Senat bestätigt werden muss. Was kaum auffiel war, dass sich hier auch gleich eine ganze Strategie mit änderte und manch einer fragte, ob es vielleicht gar nicht so sehr um dieses Interview ging, als viel mehr darum, dass McChrystal nicht mehr an einen amerikanischen Sieg in Afghanistan glaubte und dieser Krieg mehr und mehr zum ganz persönlichen Vietnam für den US-Präsidenten Obama wird.

Wer nun glaubt, dass dies die einzigen Probleme des US-Präsidenten gewesen seien, täuscht sich gewaltig, denn während die USA überraschend und England mit eher mäßigem Erfolg in das Achtelfinale der WM 2010 einzogen, zeichnete sich auch mehr und mehr ab, wie BP Obama und seine Regierung vorführte. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt ganz offensichtlich, wer auch in den USA letztendlich die Macht hat und man muss nicht auf das Weiße Haus schauen, sondern auf die Konzernzentralen der großen Wirtschafts-und Finanzmultis. Auch dies kann man durchaus als ein weiteres Armutszeugnis dieser Regierung, die auch bei der eigenen Bevölkerung immer mehr in Kritik gerät, ansehen. Vom großen Wandler, von all dem Wechselspirit, der einst von ihm und seiner Mannschaft ausgegangen ist, ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Wenn all seinen leeren Worthülsen, seine Versprechungen und Visionen nicht bald eindeutige Taten folgen, wird wohl als einziges Highlight in den Geschichtsbüchern bleiben, dass er der erste schwarze Präsident der USA war.

Mal wieder Milliarden für nichts
Als am Sonntag mit England auch noch der letzte angelsächsische Kandidat aus dem Achtelfinale geflogen war, da man mit 4:1 gegen Deutschland verloren hatte, endete im kanadischen Toronto auch der G20-Gipfel. Es war wieder eines dieser Milliarden-Gipfelgräber. Denn außer das durch solche Veranstaltungen Milliarden einfach so verbrannt werden und dies auch Mitten in der Krise, gab es von hier eigentlich in der Hauptsache vor allem wieder viel heiße Luft, Absichtserklärungen, die sich früher oder später wahrscheinlich wieder ganz schnell als leere Worthülsen zeigen werden. Es ist genau dieser Stillstand, den in der Mitte der Gesellschaft schon lange niemand wirklich mehr braucht aber so lange die vermeintlichen Experten und Eliten im Land, als die Hauptprotagonisten des Raubtierkapitalismus hier ganz offensichtlich ihre Finger auf ganz großem Niveau mit drin haben, wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern, außer dass man noch höhere Zäune und Mauern braucht und die Sicherheitskosten immer mehr in die Höhe schießen, da immer mehr Menschen ihrem Unmut freien Lauf  lassen.

Nun verlassen wir aber endgültig den amerikanischen Kontinent und widmen uns zum Schluss noch einmal dem politischen Berlin, denn auch hier tat sich natürlich einiges, während sich das DFB-Team bis ins Viertelfinale vorkämpfte. Das Gezocke um den Nachfolger von Horst Köhler im Amt des Bundespräsidenten geht vor allem mit den beiden aussichtsreichsten Kandidaten weiter. Da finden mittlerweile von den Medien inszenierte Vitawettläufe zwischen dem parteilosen Joachim Gauck und dem Ministerpräsidenten von Niedersachsen Christian Wulff (CDU) statt. Was jetzt nur noch fehlt, wäre ein Besuch bei Big Brother oder aber eine Castingshow zum Thema. Auf die Ernsthaftigkeit dieser wichtigen Wahl, die in einigen Stunden von der Bundesversammlung durchgeführt wird, scheint man einfach einmal zu verzichten. Wie schädlich Angriffe dieser Art letztendlich auch für die Stabilität der Demokratie im Ganzen sind, scheint kaum einen zu interessieren und das obwohl man beim geschichtlichen Background Deutschlands genau wissen sollte, wie gefährlich eine solche Schwächung der Demokratie sein kann. Man sieht, was sich bislang während der WM 2010 schon alles ereignet hat und sie ist noch lange nicht vorbei.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

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