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Die Wahrheit des Wortes

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Wir sind DDR

9. Dezember 2009

Einleitend möchte ich darauf hinweisen, dass ich zu Beginn der 1970er im Rheinland geboren wurde, also in Westdeutschland aufgewachsen bin. Ich möchte mit diesem Artikel weder das Unrechtsregime der DDR verharmlosen, noch die Menschen die dort gelitten haben verhöhnen. Es geht mir in diesem Artikel um eine Mahnung, dass man auch in der heutigen Zeit, in der Bundesrepublik Deutschland auf das hohe Gut der Freiheit sehr stark achten sollte. 20 Jahre nachdem Fall der Berliner Mauer läuft in diesem Staat einiges aus dem Ruder. Da wir alle wissen, dass sich Geschichte nicht wiederholen darf und soll, sind auch die, die diesmal verantwortlich sind, so clever es ganz anders anzugehen. Dies bedeutet aber nicht, dass das Volk so dumm ist sich auch diesmal hinters Licht führen zu lassen. Immer wieder wird der Schutz der Freiheit angemahnt und dies erinnert sehr stark daran, was passiert wenn man im Fußball einem Trainer die Loyalität ausspricht, meistens wird er einige Stunden später gefeuert.

Die Allmacht des Kapitals
Wir sind nun seit gut 20 Jahren wieder ein Volk und kennen, wenn auch aus verschiedenen Perspektiven, die Geschichte des jeweils anderen. Wir sollten also so klug sein und dies auch nutzen. Damals ging es um Ideologien, da die meisten wohl in der Gegenwart als gescheitert anzusehen sind, muss man sich nun mit anderen Sachlagen auseinandersetzen, denn es geht nicht mehr um die altbekannten Systeme, sondern einfach nur noch um die Allmacht des Kapitals. Regeln werden kaum noch an anderen Faktoren gemessen oder angelehnt, als an den schnöden Mammon. Da sich Sozialleistungen in einem rein kapitalistischen System nicht rechnen, versucht man diese immer weiter abzubauen und dies oftmals auch auf eine scheinbar sehr verlogene Art und Weise, denn anstatt dazu zu stehen, wird erzählt, dass dies alles einen Sinn hat und am Ende des Tages für mehr Gerechtigkeit sorgen wird. Wenn Banken immer weitere Milliarden bekommen, während immer mehr Menschen in Deutschland hungern, muss man wohl von Zynismus und nicht von Gerechtigkeit sprechen, wenn man bei der Wahrheit bleiben will.

Wenn sich immer mehr monopolartige Strukturen zum Beispiel im Bereich der Discounter ergeben und diese scheinbar aus kaufmännischen Ansätzen ihre Lagerbestände mittlerweile so gering halten, dass man manche Waren immer schwieriger bekommt, erinnert dies im Ansatz schon an die DDR, wenn natürlich auch in einem ganz anderen Ausmaß aber wir stehen auch erst am Anfang einer Entwicklung. Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter privat, wie auch geschäftlich bespitzeln lassen, wie es in den letzten Jahren immer häufiger ans Tageslicht kommt, erinnert dies doch stark an die Machenschaften der Stasi, nur das hier nicht der Staat direkt dahinter steckt, sondern die Wirtschaft. Es sei nur am Rande erwähnt, dass es eine Aufgabe der Politik wäre dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Da dies nicht im ausreichenden Maß geschieht, muss man wohl voraussetzen, dass die Politik dies für eine nicht gerade negative Entwicklung hält. Ganz zu schweigen von den scheinbaren Versuchen des ehemaligen Bundesinnenministers und heutigen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) diesen Staat immer mehr zu einer Art Überwachungsstaat werden zu lassen.

Vollbeschäftigung
Seit der Bundestagswahl Ende September diesen Jahres hat nun auch die FDP auf Bundesebene wieder einiges mitzubestimmen und gerade bei den Liberalen haben die Bürgerrechte, hat die Freiheit einen hohen Stellenwert, also darf man gespannt sein, was sich unter der neuen Regierung so alles tut und dies bezieht sich sowohl auf die politischen, wie auch auf die wirtschaftlichen Bereiche. Der Druck den die Wirtschaft auf die Gesellschaft ausübt führt zu immer mehr psychosomatischen Erkrankungen, auch dies zählt zu den Fakten. Man versucht ähnlich wie in der damaligen DDR nun auch mehr und mehr die Kinder ganztags zu betreuen, was natürlich auch nötig ist, da man die Produktivitätsschraube wohl noch ein bisschen mehr anziehen möchte und so wohl das Ziel ist, dass beide Elternteile arbeiten gehen sollen. Letztendlich müssen sie dies auch tun, um sich das Leben, welches ihnen über die Medien als völlig normal suggeriert wird, überhaupt noch leisten zu können. Jeder soll arbeiten können, was scheinbar nicht bedeuten soll, dass man auch von seiner Arbeit leben kann. Dies scheint die gewollte Marschrichtung zu sein. Hier wären wir dann wieder beim Thema Vollbeschäftigung, welches man auch noch aus Zeiten der DDR kennt.

Der heutige Wandel, in dem die Politik scheinbar immer weiter hinter wirtschaftlichen Belangen verschwindet und das Individuum kaum noch eine Bedeutung hat, sondern alle über die Medien schön stromlinienförmig zu guten Konsumenten erzogen werden, die keine Fragen stellen, da sie die Antworten wahrscheinlich so oder so nicht hören wollen bzw. nicht ertragen würden, ist erschreckend. Die Krönung des Ganzen ist der scheinbare Größenwahn der Europäischen Union (EU), denn man muss sich auch vor Augen halten, dass es bei alldem schon lange nicht mehr nur um Deutschland geht, sondern eben um Europa bzw. die EU, die allen Bürgern diktiert, wo sie rauchen dürfen oder nicht, die vorschreibt, wie man seine vier Wände zu beleuchten hat etc. Erschreckend ist hier gerade auch, dass absolut passive Verhalten der Kirchen, denn gerade sie sollten wissen, was mit ihnen in einem System geschieht, welches ähnlich dem der DDR strukturiert ist. Im aktuellen Fall scheint man zu versuchen ein System zu schaffen in dem die Politik gänzlich durch vermeintliche Eliten aus der Wirtschaft gesteuert wird, was aber auf den Stand der Kirche in der Gesellschaft keinen rettenden Einfluss haben dürfte, sondern eher zu einer weiteren Bedeutungslosigkeit führen dürfte. Abschließend bleibt festzuhalten, dass jeder freiheitlich denkende Bürger die Entwicklungen in der Politik und vor allem in der Wirtschaft genau im Auge halten sollte, um nicht irgendwann hinter einer, wie auch immer gearteten Mauer wach zu werden.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

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