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Die Wahrheit des Wortes

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Wir haben die Kraft

29. Juni 2009

Bei der Überschrift mag manch einer auf Anhieb meinen es handle sich um eine neue Waschmittelwerbung oder ähnliches, in Wirklichkeit ist es allerdings der neuste Slogan der CDU und CSU. Die letzte verbliebene Volkspartei, wie man sich gerne selber nennt, wird mit diesem Slogan die Schlagzeilen dieser Woche bestimmen, denn dahinter verbirgt sich nichts anderes, als das Wahlprogramm oder anders ausgedrückt, dass Regierungsprogramm 2009-2013 der Unionsparteien. Das erschreckende an diesem Programm ist, dass es mit 62 Seiten doppelt so stark ist, wie das Vorgängerprogramm aus 2005, allerdings inhaltlich wesentlich leerer. Genau hier liegt aber auch das Geheimnis, denn an konkreten Fakten wäre man messbar, an unkonkreten Aussagen ist dies nicht möglich. Auch so kann man einen Wortbruch ausschließen.

Keine Fakten in der Politik und Wirtschaft

Die Wirtschaft, aber auch die Politik in Deutschland haben sich immer weiter von den Fakten des Lebens entfernt. Man redet oft genug von einer gewissen Entfremdung in diesem Zusammenhang. Die Gesellschaft und ihre Bedürfnisse treten immer weiter in den Hintergrund und genau hier ist die große Gefahr. Im Bereich der Politik haben nicht zu letzt die Europawahlen gezeigt, wie schlecht es ist, sich von der Gesellschaft und damit von der Basis zu entfernen. In der Wirtschaft hat sich gezeigt, dass ein Wirtschaftssystem, welches nur allzu oft fernab jeglicher Realität fungiert, dem Untergang geweiht ist. Nun bietet natürlich das Superwahljahr 2009 allen Parteien und damit letztendlich natürlich auch den Unionsparteien, die Möglichkeit diesen Pfad zu verlassen und zu Ehrlichkeit und faktenbezogenem Handeln zurückzukehren, wenn man sich das Wahlprogramm allerdings ansieht, wird man feststellen, dass hier munter weiter auf dem ausgetrampelten Pfad spaziert wird, der uns in die heutige Situation geführt hat.

Steuererhöhungen soll es mit der jetzigen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht geben, stattdessen Entlastungen. Diese Nachricht dürfte das Wahlvolk natürlich erst einmal erfreuen, allerdings stellt man schnell fest, dass es kein genaues Datum für die Entlastung gibt. Lästige Details, wie man zum Beispiel all die finanzieren will, bleiben auch unbehandelt. Alles in allem ist so etwas natürlich sehr unbefriedigend, wird aber wahrscheinlich zu mindestens zu einem großen Teil das Ziel erreichen. Denn wenn man allen einfach einmal das Gelobte Land verspricht, ganz wie es Merkels (CDU) Ziehvater und Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) nachdem Mauerfall mit den Blühenden Landschaften getan hat, bringt dies Massen an Wählerstimmen. Wohin es im zweiten Schritt führt und zwar an dem Punkt an dem diese Massen feststellen müssen, dass sie abermals verraten und verkauft wurden, kann man sich sehr gut vorstellen. Dieses Wahlprogramm hat eine gravierende Parallele mit der Wirtschaft, die riesige Entfernung von der Realität.

Angela Merkel und der Briefträger

Die ersten Statements von Angela Merkel (CDU) zum Wahlprogramm haben gezeigt, dass sie scheinbar etwa so viel Ahnung von der Weltwirtschaftskrise und ihrem weiteren Verlauf hat, wie unser Briefträger, mit dem kleinen Unterschied, dass sie das Land regiert. Nehmen wir das Versandhaus Quelle, welches genauso wichtig für Deutschland ist, wie Opel, Karstadt und wahrscheinlich auch noch jedes zukünftige andere Großunternehmen, welches von den Eliten dieses Landes vor die Wand gesetzt wird. Hier hüpft man auch lustig und munter zwischen Staatshilfen und Untergang hin und her. Immerhin reden wir auch hier von mindestens 8.000 Arbeitsplätzen, von denen übrigens die meisten in Bayern liegen, was natürlich zu einem Interessenskonflikt in der Bundesregierung führt, wo man mit Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) einen Bayern an der Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums hat. Klare Linien oder eine starke Hand die dieses Land führt, kann man hier beim besten Willen nicht erkennen. Stattdessen werden immer weitere Schulden gemacht und diesen Weg räumt Merkel (CDU) auch als den Weg aus der Krise offen ein. Die Eliten und Experten aus der Wirtschaft dürfte es freuen.

Immer mehr Staatsgelder fließen in die Privatwirtschaft und hier freut man sich, wie gesagt, natürlich sehr. Denn scheinbar ist es zum größten Hobby der Eliten und Experten in Deutschland, aber natürlich auch in den anderen Ländern in Europa und dem Rest der Welt, geworden, Werte zu vernichten und ein Lieblingswert scheint hierbei mehr und mehr das Kapital aus der Mitte der Gesellschaft zu werden. Dies ist schon ziemlich unfassbar, noch unfassbarer ist es allerdings, dass genau dieser Weg von der Politik mitgetragen wird. Jedem sollte klar sein, dass irgendwann auch der Staat neues Kapital generieren wird und hierfür hat er genau zwei Möglichkeiten. Entweder werden die Steuern erhöht oder die sozialen Leistungen noch weiter minimiert. Natürlich ist auch einmal mehr ein Kombination aus beidem möglich und diese Entwicklung, dass man als Bürger mehr in den Staat investieren muss und der Staat dafür immer weniger für den Bürger tut, wird dann sicherlich auch wieder in eine nette Wortschöpfung gepackt. Wir schlagen vor es `Agenda 13` zu nennen, wobei Parallelelen zu anderen politischen Geniestreichen, die es auf 86 Milliarden Euro Staatsverschuldung gebracht haben, wie so vieles andere, gerade auch im politischen und wirtschaftlichen Leben, reiner Zufall wären.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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