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Die Wahrheit des Wortes

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Wikipedia-Das gesammelte Unwissen des Internets?

1. Februar 2008

Man könnte nun sagen, dass es heute um Wikipedia, die freie Enzyklopädie im Internet geht, die jeder kennt. Aber allein schon diese Aussage ist nicht annähernd zutreffend, wie eine Umfrage von fairschreiben.de erbrachte. Aber dies ist leider nicht der einzige negative Punkt, der im Zusammenhang mit Wikipedia erwähnt werden muss. Die Frage die hier behandelt wird ist zum einen, wie gut diese Plattform ist aber auch wie frei und fair sie ist. Ist es nun wirklich eine Wissensplattform oder ist es doch mehr eine Unwissenheitsplattform?

Nicht soviel wie man denkt

Beginnen wir mit den Fakten. Seit Mai 2001 entstanden bis heute 700.907 Artikel in deutscher Sprache auf Wikipedia, dies entspricht ca. 100.000 Einträge pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum. Wenn man sich nun überlegt, welche Masse an Internetnutzern dem gegenüber steht, wird einem schnell klar, dass die Zahl im Verhältnis kleiner ist, als sie auf Anhieb wirkt. Für diesen Artikel hat fairschreiben.de eine Umfrage unter Internetnutzern der verschiedensten Alterskategorien durchgeführt und das Ergebnis macht weitere Fakten klar. Zweidrittel der Befragten kannten Wikipedia gar nicht, über 16 Prozent der Befragten waren mit den Leistungen der Plattform zufrieden, allerdings standen dem 50 Prozent entgegen, die diese Plattform negativ bewerteten. Auch wenn die Umfrage nicht repräsentativ war, ist eine klare Mehrheit, die diese Plattform nicht kennt bzw. negativ beurteilte, zu erkennen.

Ich teile in diesem Fall die Meinung der Mehrheit, denn natürlich habe auch ich immer wieder Versuche unternommen, Fakten für meine Artikel dort zu recherchieren. Die Gegenproben über andere Quellen, haben allerdings in meinem Fall sehr häufig, die Unrichtigkeit der Angaben auf Wikipedia gezeigt. Es kam immer wieder vor, dass historische Daten oder auch Geburts-und Sterbedaten interessanter Persönlichkeiten nicht korrekt waren. Außerdem fehlten immer wieder wichtige Fakten. So recherchierte ich seinerzeit über meine Geburtsstadt und musste feststellen, dass damals eine Partnerstadt fehlte. Dem Nutzer, der nun nichts von dieser Partnerstadt, aus anderen Quellen weiß, bleibt diese Information also vorenthalten. Genau diese beiden Punkte, sind auch die Hauptkritikpunkte der befragten Personen gewesen.

Fehlersuche

Wenn man sich nun mit dem Prinzip hinter Wikipedia genauer auseinandersetzt, werden einem bald einige Fakten klar. Denn jeder motivierte, was nicht immer Gleichbedeuteten mit wissendem Internetnutzer sein muss, darf unter bestimmten Kriterien, Artikel einstellen. Diese Artikel werden dann von der Netzgemeinschaft geprüft und dürfen nachträglich von den Nutzern erweitert bzw. geändert werden. Nun ist Wissen vielfach so speziell und das schon in kleinsten Bereichen, dass fehlende oder leicht verfälschte Inhalte niemandem auffallen aber somit jedem als Information zur Verfügung stehen. Natürlich, wenn man sich ausreichend mit der Plattform auseinandersetzt, sind einem diese Gefahren bekannt aber viele tun dies scheinbar nicht und meinen sie hätten eine sehr verlässliche Datenquelle.

Ein weiteres Problem scheint die Fairness zu sein, man gibt sich bei Wikipedia gerne so frei, wobei dies, laut meiner Meinung, auch relativ ist. Mir ist das Beispiel eines jungen Künstlers bekannt, der sich bei Wikipedia listen lassen wollte, sein Eintrag wurde daraufhin zum einen, in einem unangemessenen Rahmen, von gewissen Kritikern immer wieder negativ verändert, zusätzlich wurde der Künstler zur Löschung vorgeschlagen. Ein weiteres zulässiges Mittel dieser Plattform. Die Begründung hierzu basierte auf Webrecherchen der Kritiker, diese wiederum waren sehr einseitig, ein Hinweis hierzu durch den Künstler wurde ignoriert. Des Weiteren muss man hier beachten, dass Fakten die nicht im Internet recherchierbar waren, keine Rolle spielten. Diese Vorgehensweise schränkt zum einen die Freiheit ein und zum anderen legt es die Vermutung nahe, Fairness stünde auch nicht weit oben auf der Agenda aber vor allem lässt diese Arbeitsweise eben starke Qualitätsmängel zu.

Vom Ansatz her gut

Natürlich ist der Ansatz, dass Wissen der Welt in einer freizugänglichen Plattform zentral und kostenfrei und damit wirklich für jeden Internetnutzer zugänglich zur Verfügung zu stellen, ein sehr guter. Er entspricht auch dem Grundgedanken des Internets. Aber man muss auch immer ein Auge darauf haben, dass das vermittelte Wissen den Fakten entspricht und das auch in Gebieten die ab vom Mainstream liegen. Kritik ist natürlich auch etwas Positives und es ist auch sinnvoll, nicht alles aufzunehmen aber hier muss einfach unabhängiger recherchiert werden, um nicht irgendwann ein völlig verzehrtes Weltbild zu haben. Alles in allem dürfte es spannenden werden, über die nächsten Jahre zu verfolgen, ob sich Wissen oder Unwissen durchsetzt.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Technik

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Svenya // 3. Feb 2008 at 01:17

    Zu Mitmachen bei Wikipedia gibt es einen interessanten Blogbeitrag von Helge Städler: Ein Eintrag in der Enzyklopädie Wikipedia: Wie geht das eigentlich? http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/?p=310

  • 2 Aussiedler77 // 5. Feb 2008 at 22:14

    Die Online-Version des Brockhaus hatte sogar den Artikel über die Papstwahl von Wikipedia abgeschrieben…das will schon was heissen…

Schreib was dazu