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Die Wahrheit des Wortes

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Wie sicher ist das Leben?

31. August 2011

Es gibt die viel zitierte Aussage, dass das einzige am Leben, was sicher ist, die Tatsache ist, dass es tödlich endet.  Trotzdem vertreten viele Menschen, gerade auch in Deutschland, die Auffassung, dass noch viel mehr sicher sei. Diese gefühlte Sicherheit ist außerordentlich trügerisch, wie dieser Artikel aufzeigen wird. Man darf davon ausgehen, dass in Folge der massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten in denen die westliche Welt und auch die Bundesrepublik Deutschland steckt, wieder einige Fakten des Lebens, auf denen diese vermeintliche Sicherheiten aufbaut, verschwinden lassen wird. Man weiß, vor allem gerade auch von der Politik, dass vieles nicht wirklich so ist, wie es gesagt wird. Man erinnert sich noch an die sicheren Renten. Hier gingen viele Menschen davon aus, dass ihr Lebensabend in gewohnter Form gesichert sei, was natürlich nicht so ist, denn die Aussage, dass Renten sicher sind, sagt noch nicht einmal im Ansatz etwas über die Höhe dieser aus. Wenn es in ein paar Jahren für jeden Rentner nur noch eine Minirente auf Basis des dann gültigen Hartz-IV-Satzes geben wird und ein großer Teil dieser Rente dann von den, bis dahin massiv in die Höhe geschnellten, Sonderbeiträgen für die Krankenkassen und ähnlichem aufgefressen wird, kann man noch immer behaupten, dass die Renten sicher sind. Man darf mit Spannung abwarten, was auf Grund des staatlichen Versagens der letzten Jahre und Jahrzehnte gegenüber der Wirtschaft noch alles auf die Bürger zu kommen wird und wie man ihnen dies verkaufen wird.

Das Grundgesetz
In Deutschland werden die wichtigsten Fakten eines demokratischen und freiheitlichen Zusammenlebens im Grundgesetz geregelt. Hier lauert übrigens auch eine der großen Gefahren, die von der Europäischen Union (EU) ausgeht, da es hier immer massivere Tendenzen gibt, auch das Grundgesetz anzugreifen bzw. auszuhöhlen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch eine große Frage, welche Teile des Grundgesetzes, an welcher Stelle angewendet werden. Nimmt man zum Beispiel Artikel 14(2), findet man den folgenden Text:

`Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.`

Wenn man so etwas genau betrachtet und sich ebenso genau die Abläufe des globalisierten Raubtierkapitalismus, der auch in Deutschland mittlerweile das wirtschaftliche Geschehen massiv beeinflusst, ansieht, fragt man sich, ob sich nicht die meisten Marktteilnehmer in Deutschland gegen das Grundgesetz stellen. Man darf aber in jedem Fall davon ausgehen, dass solche Gesetzestextes zukünftig mehr an Bedeutung gewinnen werden und darf ebenfalls davon ausgehen, dass sich dies auch dann wieder nicht auf die Wirtschaft, sondern auf die Bevölkerung beziehen wird, denn die Politik der letzten Jahre hat ganz deutlich gezeigt, dass sich die Politik nicht in der Lage zeigt die Wirtschaft in einem angemessenen Maß zu regulieren, sich aber immer neue Tricks einfallen lässt, um die Bürger die geplünderten Staatskassen wieder auffüllen zu lassen. Dieser Weg ist natürlich wohl kaum Mehrheitsfähig, da sich diese Tendenzen allerdings über die Parteigrenzen hinweg zeigen, dürfte es sehr schwer werden mit dem demokratischen Mittel der Wahl etwas an diesem Zustand zu ändern.

Liest man im Grundgesetz weiter, kann einem auch schon einmal ganz anders werden, wenn man Gesetzestext und aktuellen Politikstil gedanklich vereint. So findet man in Artikel 15:

`Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Abs. 3 Satz 3 und 4 entsprechend.`

Wenn man davon ausgeht, dass der Bundesrepublik Deutschland, wenn sich nicht ganz kurzfristig etwas an der aktuellen Finanzpolitik ändert, auch irgendwann der Staatsbankrott droht, könnte auch ein solcher Text und vor allem seine Auslegung durch die Politik noch sehr spannend werden, gerade auch für die Menschen, die sich auf der sicheren Seite sehen, da sie Grund und Boden besitzen, denn man kann davon ausgehen, dass die Betroffenen wohl kaum den aktuellen Marktwert erhalten würden. Dies ist natürlich ein gutes Beispiel dafür, dass es auch als Eigentümer von Grund und Boden keine wirkliche Sicherheit gibt. Wie es mit den Werten bei der Bank aussieht, dürfte jedem spätestens seit dem Bankrott von Lehman Brothers bekannt sein. Man sollte also annehmen, dass ein Staat, der im Interesse seiner Bürger handelt, versucht jegliches Szenario, welches auch nur im Ansatz in die Richtungen gehen könnte, dass über solch drastische Schritte nachgedacht werden muss, verhindert. Schaut man sich Aussagen an, die klar machen, dass zum Beispiel der Euro um jeden Preis gerettet werden muss, kommen Zweifel auf, dass dieser Staat wirklich in dieser Richtung agiert. Was ebenfalls nicht im Sinne der großen Mehrheit im Land sein dürfte.

Von Minderheiten und Mehrheiten
Auf Grundlage des globalisierten, raubtierkapitalistischen Grundverhaltens in weiten Teilen der Wirtschaft, steigt natürlich auch in Deutschland die Armut immer mehr an und der Druck, gerade auch der, der vom Arbeitsmarkt ausgeht, steigt ebenfalls stetig an. Wenn man eine Mehrheit in Deutschland hat, die unter Frustration und Armut leidet und gerade auch durch die Armut aufs Schwerste gespalten ist, kann man sich an einer Hand abzählen, was all dies für die Stimmung im Land bedeutet und damit natürlich am Ende des Tages auch für die Stabilität. Wo es eine Mehrheit gibt, braucht man natürlich gar nicht allzu lange nach der, dieser gegenüberstehenden Minderheit zu suchen. In diesem Fall spricht man von den Big Playern der Wirtschaft und ist damit auch automatisch bei denen, die scheinbar auch das tatsächliche Sagen im politischen Berlin haben. Folgt man dieser These, werden die tatsächlichen Spielregeln in diesem Land gar nicht mehr von den Mehrheiten bestimmt, sondern von einer Minderheit, was dann natürlich die Vermutung aufkommen lässt, sich in einer Scheindemokratie aufzuhalten. In den letzten Jahren ist sehr vieles völlig vom Kurs abgekommen und es ist an der Zeit sich dem zu stellen und dagegen zu arbeiten, bevor es zu spät ist. Denn, nur wenn man dieses völlig überdrehte Rad behutsam wieder zurückschraubt, wird es auch irgendwann wieder ein bisschen mehr Sicherheit in Deutschland geben, bis dahin sollte man nur sicher sein, dass eben am Ende des Tages eigentlich so gut wie gar nichts sicher ist. Die Menschen müssen wach werden, sie müssen verstehen, dass zum Beispiel mit dem Begriff Eigenverantwortung nur die mit ins Boot geholt werden sollen, die mit der Ursache dieses ganz Dilemmas so gut wie gar nichts zu tun haben.

Man bekommt in Deutschland oft vorgemacht, dass es einem Sicherheit bringt, wenn man möglichst viel arbeitet, um Werte zu schaffen, die einem dann eben diese Sicherheit geben. Das dem nicht so ist, sieht man zwar am Rande immer wieder, zum Beispiel daran, dass angehäufte Werte zur Sicherung des Lebensabends zum größten Teil aufgebraucht werden müssen, falls man auf den Staat angewiesen ist aber dies realisieren halt nur wenige Menschen wirklich. Man kann sich so immerhin noch bedingt aussuchen, wann einen die Armut trifft. Dieser Artikel soll auch deutlich machen, auf was für einem instabilen Fundament hier alles aufgebaut wurde. Verfolgt man die Politik der letzten Jahre, wäre es auch nicht überraschend, wenn man irgendwann erleben würde, dass Menschen, die sich ihr ganzes Leben für ihr Eigenheim abgeschuftet haben, im Alter kaum noch Rente bekommen, da sie mitfrei wohnen können. Hier würde sich eine gewisse Analogie zu dem gerade beschriebenen Vorgehen im Bereich der Sozialleistungen zeigen. All dies hat natürlich Gründe und die sind ganz klar auf der einen Seite im kollektiven politischen Versagen zu suchen, denn Fakten, wie zum Beispiel der demografische Wandel in Deutschland, der dem Land in Zukunft noch massiv zusetzen wird, waren keine Überraschung und auch nichts, was man nicht hätte überall die Jahre ausreichend vorbereiten können. Auf der anderen Seite steht die, auch auf dieser journalistischen Internetplattform immer wieder angesprochene, Plünderung der Staatskassen durch die Wirtschaft. Diese Form des Wirtschaftsterrorismus, der sich auch in diesem Land, wie ein Geschwür ausgebreitet hat und dies ohne, dass es staatliche Gegenmaßnahmen gegeben hätte, wie zum Beispiel in Bereichen des internationalen Terrorismus, den man seit 911 mit allen noch so fraglichen Mitteln meint bekämpfen zu müssen, muss ebenfalls im Namen der Sicherheit gestoppt werden. Abschließend gilt es darauf hinzuweisen, dass die Sicherheit, die einem hier vorgegaukelt wird, tatsächlich gar nicht existiert und diese Erkenntnis kann bei der Bestimmung seiner persönlichen Lebensziele wirklich hilfreich sein.


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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