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Die Wahrheit des Wortes

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Wie die GEZ merkwürdige Realitäten finanziert

13. April 2011

In den etablierten Massenmedien wird oft darüber berichtet, wie undemokratisch es in den verschiedensten Staaten dieser Welt zu geht. Ganz vorne dabei ist gerne China aber aktuell auch immer wieder Staaten, wie Zum Beispiel die Elfenbeinküste oder auch Libyen. Hierbei spielt das Thema Staatsfernsehen auch oftmals eine nicht unerhebliche Rolle. Aber wie sieht es eigentlich in Deutschland aus, hier wo man immer gerne lobt in Freiheit und Demokratie zu leben, auch wenn immer mehr Menschen das Gefühl bekommen, nur noch von der Wirtschaft auf dem Wege des Lobbyismus regiert zu werden. Schöne Beispiele zum Thema findet man da immer wieder bei den Öffentlich-Rechtlichen und diese haben gleich noch eine große Besonderheit, denn sie werden zu einem großen Teil durch eine Art Zwangsabgabe, die GEZ-Gebühren, finanziert und hierfür gibt es natürlich auch Gründe, die aber wohl viel zu wenig hinterfragt werden. Diese Gebühren haben unter anderem die Aufgabe für Unabhängigkeit und ein gewisses Maß an Qualität zu sorgen und sollen weiter dafür sorgen, dass man sich so von den werbefinanzierten Privatsendern absetzt. Dies ist natürlich erst einmal ein guter Ansatz aber wie sieht die Realität aus?

Ist ein TV-Krimi die Realität?
Die Realität sieht immer häufiger erschreckend aus, dies kann man wohl so festhalten. Über allgemeine Inhalte, die sich mit Trödelshows und vermeintlichen Wissensgewinnshows immer mehr den Privatsender annähern, kann man natürlich diskutieren. Es soll in diesem Artikel aber gar nicht einmal so sehr um die unterhalterischen Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen gehen, die natürlich die Massen auch immer gut von dem ablenken, was in diesem Land politisch und wirtschaftlich alles falsch läuft und somit natürlich die Vermutung aufkommt, dass hier schon ein gewisses Staatsinteresse verfolgt wird, welches eigentlich nicht im Sinne der Menschen ist, die in einer wirklich freiheitlichen Demokratie leben, denn diese Menschen sollten informiert und nicht abgelenkt werden. Kommen wir aber zu direkten gesellschaftlichen Themen, auch hier scheint sich im Moment ein Wandel im Bereich der Öffentlich-Rechtlichen zu ergeben, der die Rechtfertigung der GEZ-Gebühren wieder etwas schwerer machen dürfte. Die Rede ist von einer direkten Vermischung von reiner Unterhaltung und dem, was man wohl unter einer Informationssendung verstehen soll.

Am Sonntag konnte man einen `Tatort` verfolgen, der in München spielte und in dem einmal mehr ein sehr negatives Bild von Hartz-IV-Empfängern aufgebaut wurde, wie man es gerade auch bei den Öffentlich-Rechtlichen scheinbar immer  wieder gerne tut. Saufende, die Kinder schlagende, nicht arbeitswillige Menschen sind das, was man hier der breiten Öffentlichkeit scheinbar verkaufen möchte und dies in Form eines TV-Krimis, der eigentlich der reinen Unterhaltung dienen sollte. Nun setzt die Redaktion hier einmal voraus, dass die Macher solcher Unterhaltungsserien schon wissen, dass sie hier nicht die durchschnittliche Realität zeigen, sondern Extremfälle aus der Gesellschaft verallgemeinern. Erschreckend ist es dann, wenn man im Anschluss `Anne Will` sieht, die ihre Show auf diesem `Tatort` aufbaut und in vielen Passagen über diesen `Tatort` gesprochen wird, als ginge es bei diesem Spielfilm um die Realität. Diese Darstellung überspitzter und damit nicht repräsentativer Realitäten in einem Fernsehfilm, als Grundlage einer Diskussion über die Armut in der heutigen Gesellschaft zu nehmen ist mehr als kritikwürdig. Scheinbar möchte man hier aber etwas aufbauen, was die Realität nicht bietet und greift deshalb auf solche Mittel zurück, um ein Bild aufzubauen, welches vor allem den staatlich verordneten Kahlschlag des Sozialstaates rechtfertigt.

Nur ein Einzelfall?
Nun darf man so etwas nicht einfach so überbewerten, denn es könnte sich natürlich auch einfach nur, um einen Einzelfall handeln, der auch nicht gut wäre aber auch kein System erkennen lassen würde. Aber schon am heutigen Abend wiederholt sich das Szenario mit einem Fernsehfilm zum Thema häusliche Gewalt und einer anschließenden Diskussion in `Hart aber fair`, man muss wohl davon ausgehen, dass es hier ähnlich ausschauen wird, wie noch am Sonntag bei `Anne Will`. Es gibt aber noch weitere Fälle, die man immer wieder in den Nachrichtensendungen verfolgen kann. So kommt es immer häufiger vor, dass hier gar nicht mehr auf eigenes Bildmaterial zurückgegriffen wird, sondern auf irgendwelche Internetvideos, dessen Herkunft und Richtigkeit doch oftmals in Frage gestellt werden muss. Man weist zwar ordnungsgemäß daraufhin, dass man dieses Material nicht prüfen kann, baut dann aber auch gleich eine Meinung darauf auf, von der man durchaus auch annehmen kann, dass sie falsch ist. Noch gravierender wird es natürlich, wenn die so verbreiteten Meinungen scheinbar auch noch gewissen politischen und wirtschaftlichen Interessen dienen. So war es schon mehr als nur merkwürdig, wie sich die Intensität der Berichterstattung zum GAU im japanisch Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz massiv absenkte.

Nimmt man den Krieg in Libyen und die Konflikte in der arabischen Welt, in Nordafrika, ganz allgemein, sieht es ähnlich aus. Hier wird auf die Machthaber, die man größten Teils über Jahrzehnt, zu mindestens nicht großartig, in Frage gestellt hat, eingedroschen, als hätte man nie etwas mit ihnen zu tun haben wollen. Welche wirtschaftlichen Interessen für Europa und gerade auch für Deutschland hinter den Umstürzen liegen könnten, die man im Moment dort erlebt, wird eher selten bis gar nicht diskutiert. Welche Vorteile zum Beispiel eine Demokratie nach westlichem Vorbild Desertec in der Region bringen würde und das dies auch noch einmal ganz andere Motive für zum Beispiel den Krieg in Libyen liefern würde, sucht man dort so gut wie immer vergeblich. Dies ist gerade auch deshalb so erstaunlich, redet man dort doch ständig gegen das libysche Staatsfernsehen an und sagt, dass viele Bilder dort gar nicht kontrollierbar wären und man deshalb von reiner Propaganda des Machthabers Muammar al-Gaddafi sprechen müsste. Setzt man diese Maßstäbe auf beiden Seiten an, läge die Vermutung nahe, dass man auch in Deutschland von der Propaganda des Staatsfernsehens sprechen müsste. Von daher wäre es ein guter Beweis für die Demokratie und Freiheit in Deutschland die Berichterstattung bei den Öffentlich-Rechtlichen grundlegend zu ändern oder zu mindestens all dies nicht mehr über GEZ-Gebühren zu finanzieren und diese endlich abzuschaffen.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » In einem fernen Land // 8. Jun 2011 at 09:57

    [...] Kräfteverlust? Unter diesen Umständen war Deutschland zu mindestens in der Statistik der ARD weit vorne. Fakt ist, dass erste Tor in der 2. Halbzeit schoss Aserbaidschan, welches allerdings [...]

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