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Die Wahrheit des Wortes

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Wie der Staat gute Bürger schafft

16. August 2010

Auch diese Woche beginnt wieder mit dem großen Thema des Sommers, es geht um die Armut oder viel mehr darum, wie man in Deutschland damit umgeht. Man stellt in diesen Tagen interessanterweise wieder einmal fest, wie viel Energie dafür aufgebracht wird die Armut zu verwalten und wie wenig man tatsächlich gegen sie tut. In einem Land in dem Lohndumping und andere Folgen der Weltwirtschaftskrise an der Tagesordnung sind, steigt natürlich der Teil der in Armut lebenden Menschen stetig an. Jetzt nennt sich die Bundesrepublik Deutschland nun einmal Sozialstaat und hat es sich somit auch zur Aufgabe gemacht für die Benachteiligten in diesem Land zu sorgen, dass dies nicht immer im ausreichenden Maß geschieht, wurde gerade erst höchstrichterlich festegestellt, was im wahrsten Sinne des Wortes ein Armutszeugnis ist. Die Überlegungen, wie der Staat nun auf dieses Urteil reagieren könnte sind schon durchaus als abenteuerlich zu beschreiben.

Geld ist alles
In Zeiten der Globalisierung ist auch Deutschland schon lange im Raubtierkapitalismus angekommen und alles was dort zählt ist das Geld. Dies hört man auch an jeder Stelle oder viel eher gesagt an fast jeder Stelle, denn wenn es um die Kinder von Hartz-IV-Empfängern geht, scheut man Geld scheinbar, wie der Teufel das Weihwasser und philosophiert viel lieber über Gutscheine oder Chipkarten. Merkwürdigerweise stellte man sich bei den Milliarden für die Banken-und Eurorettung wesentlich weniger zimperlich an. Aber auch dies scheint in die heutige Zeit zu gehören, wenn die Großen etwas fordern werden sie gefördert, wenn die Armen gefördert werden wollen, werden sie gefordert. Es ist und bleibt eben seit den Tagen als Exkanzler Gerhard Schröder (SPD) mit der Agenda 2010 zum großen Kahlschlag im Sozialstaat ausholte, ein FORDERN und fördern. Damit sind die Probleme bei weitem aber noch lange nicht alle auf den Tisch gebracht und man muss anmerken, dass Deutschland noch immer am Anfang einer sehr negativen Entwicklung steht, was natürlich auf der anderen Seite auch wieder Chancen mit sich bringt.

An jeder Stelle wird erklärt, dass es diesem Staat an Kapital mangelt und dies unter anderem weil die Bürger im Land über ihre Verhältnisse leben. An dieser Stelle empfiehlt die Redaktion hier in Köln einen Blick auf den Fuhrpark, die Immobilien und Möbel deutscher Spitzenpolitiker und Topmanager. Während diesem Blick gilt es sich die wirtschaftlichen Katastrophenszenarien der letzten Monate und Jahre vor Augen zu halten, nur damit man einmal ein gutes Gespür für Verhältnismäßigkeit bekommt. Hätten die gerade angesprochenen Menschen nicht auf breiter Front so eklatant versagt, würde es wohl auch in Deutschland noch einige Arbeitsplätze, von denen man menschenwürdig leben kann, mehr geben und ein bisschen weniger Armut wäre die positive Folge. Nun wäre es natürlich auch an der Zeit diesen Weg einmal umzudrehen, ihn in die andere Richtung zu gehen, um wieder für mehr Wohlstand für alle zu sorgen aber nach diesen Bemühungen sucht man gerade auch im politischen Berlin meistens vergebens. Man redet gerne von Aufschwung und Wohlstand nur sind damit ganz offensichtlich am Ende des Tages nicht alle gemeint.

Fußball ist gut
Kommen wir aber noch einmal auf die gerade angesprochenen Chipkarte zurück und halten fest, dass hier scheinbar der Versuch unternommen wird von staatlicher Seite noch mehr Einfluss auf die Erziehung der Kinder in diesem Land zu nehmen. Man mag meinen der Staat möchte sich hier viele gute Bürger schaffen, was im ersten Augenblick auch gar nicht einmal so verkehrt klingt, es bietet natürlich ein hohes Potenzial an Risiken und Nebenwirkungen. Man male sich nur einmal aus, dass der Staat das Interesse verfolgen würde eine gut lenkbare Masse zu schaffen und würde nun zum Beispiel Schach als nicht unterstützungswürdig für den Nachwuchs der Armen einstufen, sondern zum Beispiel auf diesem Gebiet nur noch Fußball fördern. Der Nachwuchs der vermeintlichen Eliten des Landes dürfte dann dafür aber am Schachbrett aktiv werden, denn irgendwer muss die Massen schließlich auch in Zukunft führen. Dann fehlt nur noch eine umstrukturierte Armee, die mit der Verteidigung der eigenen Landesgrenzen kaum noch etwas zu tun hat und fertig ist ein Staat in dem zu mindestens aus unserer Redaktion niemand mehr leben möchte.

Nur am Rande sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Bundeswehr natürlich auch gerade umgebaut werden soll und sich in diesem Kontext nicht nur ihr Aufgabengebiet verändern soll, sondern auch die oberste Befehlsstruktur komplett neu organisiert werden soll. Man sieht auch in Deutschland bewegt sich eine ganze Menge, man hat nur allzu häufig das Gefühl, dass die Bewegung in die völlig falsche Richtung geht und die Menschen mittlerweile so mit sich selber beschäftigt sind, dass sie kaum etwas von dem mitbekommen, was sich direkt um sie herum ereignet. Deutschland hat in seiner Geschichte schon einmal den Punkt erreicht gehabt an dem viele Menschen nachher behauptet haben nichts mitbekommen zu haben. Nun behauptet man aber auch immer wieder in diesem Kontext, Deutschland hätte aus seiner Geschichte gelernt. Die nahe Zukunft wird zeigen wie viel Wahrheit in dieser Aussage steckt, denn im Moment kann man kaum glauben, dass die Menschen viel gelernt hätten, denn dann stünde Deutschland jetzt an einer ganz anderen Stelle und es würde viel mehr Protest gegen das geben, was sich in diesen Tagen in der Berliner Republik so alles abspielt. Warnsignal gibt es immerhin ausreichend.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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