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Die Wahrheit des Wortes

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Wie denn jetzt?

2. Dezember 2010

Und schon wieder wird die Welt bedroht, diesmal allerdings nicht direkt durch islamistische Terroristen, sondern von Wikileaks, einer Internetplattform, die es sich zur Aufgabe gemacht hat Geheimdokumente zu veröffentlichen. Das Spannende daran und dies gilt gerade für die Fakten, die in dieser Woche für Aufsehen gesorgt haben, ist dass es für Kenner der politischen Szene einmal mehr nichts wirklich Außergewöhnliches war, außer vielleicht der ein oder andere Beweis für Vermutungen, die bisher noch nicht wirklich nachgewiesen worden waren. Eine natürliche Folge war selbstverständlich, dass die etablierten Massenmedien etwas hatten, was sie schön aufblasen konnten und damit von den tatsächlichen negativen Fakten dieser Tage ablenken konnten, denn es ist auch wieder Gipfelzeit. Nachdem gerade erst unvorstellbare Summe beim letzten großen Treffen der vermeintlichen Experten und Eliten in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verbrannt wurden, geht es in diesen Tagen im mexikanischen Cancún mit dem Weltklimagipfel weiter und der wird wahrscheinlich ein ähnlicher Flop, wie der im letzten Jahr in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, damals auch immer wieder Floppenhagen genannt. Trotz diesen Fakten, ist Wikileaks eine sehr wichtige Plattform.

Die selbst gegrabene Grube
Man schuf das Internet um weltweit schneller Informationen verteilen zu können und gab es am Ende für so gut wie die gesamte Menschheit frei und hier ergaben sich ungeahnte Möglichkeiten, die in der Gegenwart doch einige Menschen in massive Probleme treibt. Denn das Netz ist schon lange nur noch sehr schlecht zu kontrollieren und zu zensieren. Dies bedeutet es gibt immer mehr Informationen, was denen, die sich nichts mehr als Desinformation wünschen, so paradox es auch klingen mag, erst einmal in die Hände spielt. Man kann in diesen Tagen ohne Probleme von einer Überflutung mit Informationen sprechen, was am Ende des Tages bedeutet, dass die Menschen so irritiert und medial überfahren sind, dass sie die Lust an Information verlieren und damit ist das Ziel der Desinformation natürlich bestens erreicht. Aber dieser Plan ging nur zum Teil auf. Der Anteil der Menschen, die sich nachhaltig dafür interessieren, was auf dieser Welt geschieht, ist größer als man scheinbar erwartet hatte und somit steht man natürlich plötzlich vor einem ziemlich großen Problem. Fakten, die vor Jahren noch nur wenigen Menschen zur Verfügung standen, sind jetzt in Bruchteilen von Sekunden überall auf der Welt zu empfangen. Dies macht es den großen Vertuschern auf dieser Welt, die übrigens nicht nur in Teheran, Kabul und Peking sitzen, wesentlich schwerer ihre Ziele zu verfolgen.

Dieses Übermaß an plötzlicher Freiheit, welches um den Planet schwappt, gilt es nun wieder einzufangen und hier wird es natürlich sehr schwierig. Eine Möglichkeit, die man an solchen Punkten in der Geschichte immer wieder gerne einsetzt, ist die Kriminalisierung der Beteiligten. So ließ man gerade erst das Gesicht hinter Wikileaks, Julian Assange, per internationalen Haftbefehl zur Fahndung ausschreiben. Nimmt man sich zum Beispiel die Pläne eines ehemaligen Bundesinnenministers  und heutigen Bundesfinanzministers zur Hand, mag man meinen, dass ein Wolfgang Schäuble (CDU) prinzipiell erst einmal jeden Bundesbürger für verdächtig hält und so natürlich gerne einen Überwachungsstaat etabliert hätte. Er ist mit seiner Meinung aber nicht alleine, denn auch der Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat hierzu eine ähnliche Meinung, bei der natürlich schon auch die Frage, wie denn jetzt, aufkommt. Scheinbar hält er, dass was Wikileaks macht für schwer kriminell, vertritt allerdings die Meinung, dass illegal erworbene Datenträger zur Jagd auf Steuerhinterzieher durchaus ein annehmbares Mittel in einem freiheitlich, demokratischen Land wie Deutschland sei und er meinte mit diesem Land wohl kaum die damalige Deutsche Demokratische Republik, wobei es natürlich auch zynisch wäre, hier von einem freiheitlichen Staat zu sprechen aber Zynismus wäre im politischen Berlin auch nichts wirklich Neues.

Wie kriminell kann ein Staat sein?
Man muss schon sagen, wenn man das Verhalten von Wikileaks als kriminell einstuft, entsteht natürlich der Verdacht, dass das Verhalten zum Beispiel der Bundesrepublik Deutschland an vielen Stellen scheinbar mindestens, als genauso kriminell eingestuft werden müsste. Wikileaks bringt das ans Tageslicht, was letztendlich hoch offiziell, dass bestätigt, was viele Menschen schon lange vermutet haben und es dürfte den ein oder anderen Bundesbürger auch gefreut haben, dass auch höchste amerikanische Stellen die Meinung vertreten, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht die aller kreativste Frau auf diesem Planeten ist. Sie mit dem Zusatz Teflon zu versehen, kommt der These sehr nahe, dass sie einfach alles aussitzt, schließlich ist sie die Ziehtochter von Altkanzler Helmut Kohl (CDU), den man durchaus als Meister auf diesem Gebiet benennen kann. Man kann also sagen, dass sie, was dieses Gebiet angeht, beste Referenzen hat. Wikileaks weißt aber auch immer wieder daraufhin, dass all dies noch lange nicht alles gewesen sei und man kann sich vorstellen, dass noch einige politische Erdbeben entstehen dürften, die das gerade Erlebte in den Schatten stellen werden.

Das man dem Überbringer schlechter Nachrichten den Kopf abschlägt ist nun geschichtlich gesehen nichts Neues aber trotzdem noch immer falsch. In sofern trifft es auch nicht zu, dass Wikileaks Menschenleben gefährdet, denn sie bringen nur das in die Öffentlichkeit, was die Mächtigen dieser Welt hinter dem Rücken der Bürger aushecken und diese Politik ist offensichtlich wesentlich gefährlicher und bedrohlicher für die Menschheit, als diese wissen sollte. Natürlich ist es ein großer Ansatz nun zu behaupten die Schuld würde bei Wikileaks liegen, denn so lenken die eigentlich Schuldigen wieder in gewohnter Weise von ihrer Verantwortung ab. Schuld an der überheblichen US-Politik ist nicht Wikileaks, sondern die Führung der USA und hier allen voran der oftmals hochgelobte Präsident Barack Obama. Das in Deutschland moderiert anstatt regiert wird, ist nicht das Problem einer Internetplattform, die geheime Akten veröffentlicht, sondern das Problem der Regierenden, der Volksvertreter. Das man aus dem Irakkrieg und dem Afghanistankrieg nichts gelernt hat und so auch mit dem Iran verfahren will, ist auch nicht die Schuld des Internets. Dies könnte man nun beliebig fortsetzen und immer wieder zu dem Fakt gelangen, dass man hier einmal mehr versucht die eigenen Fehler auf andere abzuwälzen. Es zeigt aber auch, wie schuldig und ertappt man sich fühlt und das ist gut so.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Serdar Tilmizim // 2. Dez 2010 at 09:23

    In diesem Zusammenhang muss auf zwei sehr wichtige Punkte verwiesen werden:

    1. Der Begriff “islamische Terroristen” ist genauso eine Diskriminierung, wie wenn man sagt, “christliche Terroristen”.

    Beide heiligen vom Schöpfer des Universums gesandten Religionen (=Lebenssysteme) verbieten den Terror sehr strikt.
    Der Islam verbietet sogar: z.Bsp. sind auf einem Schiff 999 Kriegsschuldige und nur ein Unschuldiger. Ein Staat, der einen Krieg führt, muss das Leben des einzigen Unschuldigen schützen und darf daher dieses Schiff nicht versinken.

    Kurzum, Islam und Terror sind zwei Gegensaetze wie Feuer und Wasser.

    2. Was mit dieser Wikileaks-Aktion tatsaechlich beabsichtigt wird, schreibt ein besonderer angesehener Fachmann (Oktan Keles, der auch den Krieg in Korea vorausinformiert bekommen hatte) auf seiner website:
    http://www.onaltiyildiz.com/cat.php?categories_id=24
    Kod AdÄ Medusa : Wikileaks Oktan Keleş YazdÄ
    Übersetzt: Codename Medusa – Wikileaks von Oktan Keles

    Man kann ja den Text im web (z.Bsp. bei Google) übersetzen lassen.
    Eines der Fragen ist: warum gibt es keine detaillierten Infos über J.Assange ? Und welche Beziehungen hat er über Israel-Lobby?

    Ein Schattenspiel…

    fairschreiben.de sollte zur Aufklaerung beitragen und aus mediaethischen Gründen Terror und Islam strikt von einander trennen – auch für diesen Artikel !!!

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