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Die Wahrheit des Wortes

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Werte 2010

4. Oktober 2010

Nun ist auch das letzte Quartal 2010 angebrochen und bald kommt auch schon die Adventszeit und dann ist das Jahr auch schon wieder vorbei. Bevor bald die große Zeit der Jahresrückblicke beginnt, sollte man sich einen Moment Zeit nehmen und auf ein wichtiges Thema schauen und zwar auf das Thema Werte. Wie haben sich die Werte, gerade auch im gesellschaftlichen Kontext in Deutschland, verändert? Wie ist das gesellschaftliche Klima nach einem Jahr mit der Tigerentenkoalition in Berlin? Ganz allgemein ist es schon seit längerem so, dass man auch in Deutschland ganz deutlich spürt, dass man in einer Zeit des Umbruchs lebt aber in diesem letzten Jahr des ersten Jahrzehntes des neuen Jahrtausend ist dieser Wandel extrem spürbar, man kann ihn förmlich greifen. Die Frage die bleibt ist natürlich, wo führt der Kurs lang und wer bestimmt ihn?

Das allmächtige Kapital
Leider hat sich auch in diesem Jahr wieder sehr deutlich gezeigt, dass sich am Ende des Tages, so gut wie alles um das liebe Geld dreht. Wenn es nicht direkt um Gewinnmaximierung oder ähnliches geht, geht es aber zu mindestens um den Weg dorthin, dies scheint alles andere zu überlagern. Genau hier erklärt sich auch die immer größer werdende Kluft zwischen den Armen und den Reichen, denn die Solidarität, das Teilen war auch in 2010 wieder weiter auf dem Rückmarsch. Jeder gegen jeden scheint das Leitmotiv zu sein, welches immer mehr ein Leidmotiv wird, denn dieser Mangel an Solidarität hilft am Ende des Tages gar niemandem. Zu all dem kommt dann natürlich auch noch der Fakt, dass Arbeitsverhältnisse nicht stabiler geworden sind und Löhne auch oft einfach nicht mehr für ein menschenwürdiges Leben reichen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass immer mehr gesellschaftliche Gruppen und Gruppierung gegeneinander ausgespielt werden, um damit letztendlich nur zu vertuschen, was jeder weiß, die Kassen sind leer geplündert und ein kurzer Blick auf die Skyline von Frankfurt, lässt auch erahnen wo all das Geld hinverschwunden ist.

Erst waren es die Rentner in Deutschland denen es viel zu gut ging und die deshalb auch verzichten sollten, danach waren es die Ausländer bzw. die Menschen mit Migrationshintergrund, die für so viele Probleme im Land sorgen und ganz aktuell sind es die Hartz-IV-Empfänger, die man versucht, ganz pauschal, zu saufenden und sich zu Tode rauchenden Buhmänner der Nation zu degradieren. Währenddessen verliert man wesentlich weniger Zeit damit Lösungsansätze für die tatsächlichen Probleme im Land zu finden. Wobei man auch anmerken muss, dass es nicht immer nur die Vorstände und Topmanager sind die scheinbar unter völligem Werteverlust leiden, denn auch innerhalb der Gesellschaft breitet sich dieser, die Gesellschaft zersetzende Virus immer weiter aus. Die Wirtschaft beschwert sich über die Politik, wenn auch nur ein Bruchteil dessen, was man sicher dachte, selbst durch die besten Lobbyisten nicht durchsetzbar ist. Menschen die noch Arbeit haben, beschweren sich über Hartz-IV-Empfänger und erinnern sich daran hoffentlich auch noch, wenn sie selber in  diese Lage geraden und diese Option wird eine immer größer.

Familienleben
Man lebt in einer Zeit in der ein immer höheres Maß an Flexibilität verlangt wird, dies bedeutet, dass man in der heutigen Zeit vielfach bereit sein muss fast überall in Deutschland zu arbeiten, wenn man voran kommen möchte. Dies erschwert natürlich massiv Bindungen, Beziehungen und letztendlich auch Partnerschaften als Grundstein zur Bildung einer Familie. Hinzu kommt natürlich auch ein hohes Maß an Egoismus, der sich in unserer Gesellschaft auch immer mehr ausbreitet und somit das gesamte Thema noch weiter erschwert. Die Singlehaushalt werden immer mehr, ganze Wirtschaftszweige haben sich schon auf diesem Gebiet etabliert, Scheidungsraten klettern nach oben und Geburtenrate nach unten, auch dies sind in 2010 wieder einfache Fakten die das Leben in Deutschland mitbestimmen. Die Politik der letzten Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte aber natürlich auch die aktuelle Politik stellt auch nicht gerade eine Einladung für Familiengründungen dar. Denn wer möchte schon eine Familie ernähren müssen, in einer Zeit, wo keiner weiß was die Zukunft bringt und die Fahne eher auf Sturm stehen.

Das Wunschdenken der Wirtschaft und Politik hat immer weniger mit dem realen Leben im Land zu tun und die Quittung sieht man in einem weiteren Abfall der allgemeinen Werteentwicklung in Deutschland. Denn natürlich leben viele Menschen das nach, was ihnen jeden Tag in den Medien geboten wird und da sieht man, speziell auch bei der CDU, eine Massenflucht aus der Politik, aus der Verantwortung. An manchen Tagen mag man denken, dass politische Berlin würde sich auflösen. Man erkennt hemmungslosen, ausbeuterischen Raubtierkapitalismus der auf die Belange der Menschen schon lange keine Rücksicht mehr nimmt. Auch wenn man an vielen Stellen noch versucht eine heile Welt zu verkaufen, haben die Menschen längst begriffen, dass man sich von dieser Art der altbekannten heilen Welt verabschieden muss. Es gilt jetzt aber nicht in Depressionen zu verfallen, sondern sich auf zu neuen Ufern zu machen und sich neue, andere Werte zu schaffen, um auch weiterhin ein annehmbares gesellschaftliches Gefüge zu haben. Der größte Fehler, den man in dieser Situation machen könnte, wäre einfach nur zu resignieren.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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