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Die Wahrheit des Wortes

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Werden die Kirchen untergehen?

18. November 2010

Der Glaube ist etwas sehr persönliches und kann in den vielfältigsten Arten ausgelebt werden. Ob es dafür allerdings immer so etwas, wie eine Kirche braucht, darf doch eher bezweifelt werden. Es ist wie mit dem Sport, auch dem kann man ohne einen Verein nachgehen. Ein Verein, Kirchen, es sind alles Optionen aber keinesfalls ein Muss. Jetzt spricht man natürlich auch von einer über die Jahrtausende gewachsen Tradition aber gerade auch die letzten Jahre und Jahrzehnten haben gezeigt, dass die Kirche mit den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr mithalten kann. Ein Spagat, zwischen den Glaubensregeln der letzten Jahrhunderte und gar Jahrtausende und den heutigen Lebenswirklichkeiten, scheint unmöglich zu sein. Vielleicht ist dies auch eine Antwort auf die Frage, warum dem Vatikan, warum dem Papst so oft Antworten auf wichtige Fragen fehlen. Wenn diese Antworten allerdings ausbleiben, stellt sich immer mehr die Frage nachdem Sinn und genau an diesen Punkt scheinen immer mehr Menschen zu geraten.

Das Erwachen
Nicht nur in der Politik merkt man mehr und mehr, dass die Menschen es satt haben von oben kommandiert zu werden, man hat einen eigenen Willen und dieser prägt sich mehr und mehr aus und wird auch klar und deutlich kommuniziert. Beste Beispiele in diesem Kontext sind die Proteste und der Widerstand gegen Stuttgart 21 und auch gegen den Castortransport. Hier gehen immer mehr Menschen auf die Strasse und bekunden ihren Unmut. Erwachen, trifft es wirklich gut. Das Volk erwacht. Soweit sich nun auf politische Ebene nichts ändern wird, wird der Protest anhalten und sich immer mehr ausweiten und schärfer werden, auch dies sollte im Bewusstsein sein, gerade auch im politischen Berlin. Es geht darum ganz neue Wege zu gehen und die alten Pfade zu verlassen, denn die Pfade auf denen man im Moment läuft, führen nur ins Verderben, zu mindestens für den Großteil der Bevölkerung. Bislang galt an dieser, wie auch an vielen anderen Stellen, ein gewisse Gleichgültigkeit, man war mehr mit sich selbst beschäftigt, als mit dem großen Ganzen. Genau dies ändert sich aber im Moment und dies betrifft auch die Kirchen.

Auch die Kirchen haben sich mehr und mehr abgekapselt und man war auch dort viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als das man die Veränderungen in der Gesellschaft wahrgenommen hätte. Es lief aber auch alles in einem scheinbar annehmbaren Kurs, so dass man auch ohne Veränderungen keine großen Verluste zu erleiden hatte. Genau diese Zeit ist allerdings auch in diesem Kontext abgelaufen. Auch hier gelten mittlerweile andere Regeln und die werden schon lange nicht mehr von den Kirchen aufgestellt. Diese uralte Art der Zwangsehe zwischen Kirche und Bürgern, die mit der Taufe beginnt und mit dem Tode endet, wird immer mehr abgelehnt. Noch bis vor einigen Jahren wurde zu mindesten insofern mitgespielt, dass man den Schein nach Außen aufrecht erhielt, auch wenn man sich innerlich schon vom System abgekoppelt hatte. Nun ist man noch einen Schritt weiter und steht auch ganz offiziell dazu mit der Kirchen nichts zu tun haben zu wollen. Was hier natürlich auch mit reinspielt , ist das es gesellschaftlich anerkannt ist und man schon lange keine Probleme mehr dadurch bekommt, wenn die Frage nach der Religion leer bleibt. Wie gesagt bei alldem redet man von Kirche aber nicht vom Glauben selbst.

Der neue Weg
In unserer heutigen, schnelllebigen Welt ohne Nachhaltigkeit braucht man einen starken Glauben, auch dies ist wichtig aber wie gesagt auch unabhängig von der Kirche. Jetzt gibt es nun einmal Menschen, die haben von Hause aus einen starken Glauben und können dem auch gut alleine nachgehen, die hatten in den meisten Fällen wahrscheinlich auch vorher nie einen großen Bezug zur Kirche, warum auch? Es gibt aber auch unzählige Menschen, die mit ihrem Glauben hadern, die unsicher sind und auf diesem Gebiet die Gemeinschaft suchen, dies ist natürlich die optimale Zielgruppe der Kirche aber auch hier verbaut man es sich mehr und mehr. Man erinnert sich noch gut an die, noch immer nicht ausgestandenen, Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche, an die Trunkenheitsfahrt einer Frau Margot Käßmann und ähnliches. Hier zeigt die Kirche, wie menschlich sie doch ist, was natürlich massiv am göttlich Status kratzt. Auf der anderen Seite predigt man aber Zurückhaltung und Moral, dass passt nicht wirklich. Schlimmer noch ist aber bis zum heutigen Tag das Verhalten der katholischen Kirche im Umgang mit den angesprochenen Missbrauchsfällen, die man auch weiterhin scheinbar einfach aussitzen will und auf das Vergessen hofft.

Mit diesen Fakten schafft man es dann auch noch die abzustoßen, von denen man meint, sie sicher im Boot zu haben. Für die nachwachsenden Generationen, hat aus den oben genannten Gründen Religion eine völlig andere Bedeutung, als noch bei den älteren Generationen. Hier dürfte zwar erst einmal die Demografie auf der Seite der Kirchen sein aber dafür ist ein noch massiverer Absturz vorprogrammiert, sollte man nicht langsam beginnen in einer ganz neuen Art auf die Menschen zu zugehen. Die Regeln, die noch vor Jahrhunderten und Jahrtausenden gültig waren, sind aus den verschiedensten Gründen in der Gegenwart einfach nicht mehr angemessen, da sich das Leben immer wieder weiterentwickelt hat. Diese Form der Entwicklung, unabhängig davon, ob man sie positiv oder negativ einstufen möchte, ist auch im Moment im vollen Gange und bietet somit auch Chancen aber diese möchte man scheinbar auch gar nicht annehmen, sondern verkriecht sich lieber im Vatikan und verfasst Bücher. Papst Benedikt XVI. sollte sich noch einmal sehr gut überlegen, ob er die Chance nicht vielleicht wirklich nutzen will, um so positive Geschichte zu schreiben. Wenn er allerdings weiterhin so verfährt, wie bislang, wird wohl bestenfalls der Ruf des Schweigenden von ihm übrigbleiben.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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