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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn Träume wahr werden

22. Januar 2010

Eine entscheidende Woche neigt sich dem Ende zu. Es waren entscheidende Tage für die Bundesregierung aber auch für Barack Obama, vor allem aber ist es eine entscheidende Zeit für Millionen von Opfern der Erdbebenkatastrophe auf Haiti. In Deutschland nimmt die Arbeit der Tigerentenkoalition, die eine Traumkoalition sein soll, immer mehr Form an. In den USA jährte sich in dieser Woche zum ersten Mal der Amtsantritt des ersten schwarzen Präsidenten der USA, womit Millionen Träume nun schon seit mehr als einem Jahr wahr geworden sind. Aber da ist auch der Albtraum von Haiti, der zur blanken Realität wurde und unendliche vielen Menschen einfach nur Leid und Tod brachte. Es ist eine Woche, die ganz zu Beginn dieses neuen Jahrzehnts, viel Stoff für die Geschichtsbücher bereithält aber auch viele Indizien dafür aufweist, dass auch dies ein grausames Jahrzehnt werden könnte, es liegt nun in der Hand von jedem von uns, dass es nicht soweit kommt.

Haiti kommt nicht zur Ruhe
Der Fokus in dieser Woche war natürlich auf den Karibikstaat Haiti und die Hauptstadt Port au Prince gerichtet, wo man nun seit über einer Woche versucht Menschenleben auf die verschiedensten Arten zu retten und das Leid der Menschen, sofern dies überhaupt irgendwie möglich ist, zu lindern. Dabei kam das Land nie wirklich zur Ruhe, denn auch in dieser Woche gab es wieder Erdstösse von über sechs auf der nach oben offenen Richterskala. Die ganze Welt hilft und natürlich fragt man sich, warum erst jetzt? Hätte die Weltgemeinschaft diesem Armenhaus der westlichen Welt früher geholfen, wäre das Land in einem besseren Zustand gewesen, hätte es nicht unzählige Tote gegeben und wahrscheinlich wird sich niemals gänzlich klären lassen, wie viele Opfer diese Tragödie wirklich forderte. Ein großer Helfer in der Not sind natürlich einmal mehr die USA, die ihre Hilfsbereitschaft direkt durch mehr als 10.000 Soldaten untermauern, um auch hier für Frieden zu sorgen, schließlich hat der Präsident und Weltführer Barack Obama als Friedensnobelpreisträger einen Ruf zu verteidigen. Das es in einer solchen Situation wieder einmal zu Problemen zwischen der UNO und den USA kommt ist selbst verständlich, immerhin geht es um die Frage wer nun die Stimme der Welt ist.

Diese Probleme gab es übrigens auch schon unter seinem Vorgänger George W. Bush und dies führte zu böser Kritik in der Welt. Bei Barack Obama spricht man da schlicht von Kompetenzgerangel, schließlich ist er der Gute von den Beiden und erhielt sogar einen Friedensnobelpreis, obwohl er den Krieg in Afghanistan forciert und so Frieden bringen will. Auch das manch einer in den Medien im Kontext der massiven Militärpräsenz auf Haiti schon von Okkupation spricht, kann dieses wundervolle Bild kaum trüben. Natürlich braucht Obama außenpolitische Erfolge, denn in seiner Heimat sieht es nicht wirklich gut aus. Mit jedem verzögerten oder geplatzten Versprechen, platzen verständlicherweise auch die Träume seiner Anhänger, dessen Schar mittlerweile von über 60 Prozent, auf weniger als 50 Prozent gesunken ist und das in gerade einmal gut einem Jahr. Nun hat er durch den Tod seines Wegbegleiters Ted Kennedy auch noch die strategische Mehrheit im Senat verloren und dies könnte dazu führen, dass auch seine kleine Gesundheitsreform, die oftmals, genau wie man es in Deutschland auch gerne tut, als großer Wurf verkauft wurde, scheitert. Sollte dies passieren, wird die Luft noch etwas dünner, denn außer vielen Versprechen und einer Menge Träume hat er kaum noch etwas zu bieten.

Tigerenten und andere Träume
Verlassen wir an dieser Stelle den amerikanischen Kontinent und bewegen uns nach Europa, um es genauer zu sagen in die Bundesrepublik Deutschland. Hier geht die so genannte Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP langsam aber sicher auf den Ablauf ihrer magischen ersten 100 Tage zu, also auf den Tag an dem man neugewählte Regierungen bzw. ihre Arbeit eigentlich zum ersten Mal beurteilt. Alle Beteiligten und dies gilt in diesem Fall auch für die Opposition, machen es den Beurteilenden allerdings auch besonders einfach. Wer nicht regiert und auch nicht opponiert, kann entweder gar nicht beurteilt werden, was sich wohl viele der Protagonisten wünschen würden oder aber man fragt einfach, was das alles noch mit Politik zu tun haben soll. Nehmen wir den vermeintlichen Spendenskandal über den sich so viele Parteien im Moment aufregen. Wir reden hier von der Vernetzung der Politik mit der Wirtschaft, also mit dem Kapital und genau an dieser Stelle dürften einem bei genauerer Betrachtung in Deutschland keiner der im Bundestag vertretenen Parteien einfallen, die nicht doch auch selbst irgendwas mit diesem Netzwerk zu tun hat. Der eigentliche Leidtragende, die Gesellschaft, ist an dieser Stelle noch verhältnismäßig ruhig.

Ganz ähnlich sieht es beim Haushalt aus und auch hier wird die Gesellschaft die Hauptlast der größten Neuverschuldung seit bestehen der Bundesrepublik Deutschland tragen. Genau dieser Haushalt wurde in dieser Woche auch ausgiebig im Bundestag debattiert. Auch hier fragt man sich sehr oft, ob all dies ernst gemeint ist und stellt dann mit großem Schrecken fest, dass dem so ist. Vor allem sind die Reaktion aus Reihen der SPD und der Grünen nicht immer wirklich nachvollziehbar. Man bedenke, wir sind im Jahr 2010 angelangt, es ist das Jahr auf welches die Agenda 2010 von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) ausgerichtet war, damit es spätestens ab diesem Zeitpunkt den Menschen in Deutschland besser geht. Natürlich sind es immer die anderen Schuld, dass all dies scheiterte. Man bedenke an dieser Stelle nur bitte auch, dass die SPD bis vor einigen Monaten noch Regierungsgewalt hatte. Natürlich ist der Plan an der Weltwirtschaftskrise, für die bekanntermaßen auch niemand der vermeintlichen Eliten und Experten aus Politik und Wirtschaft etwas konnte, gescheitert oder im Notfall vielleicht auch einfach am schlechten Wetter. Man merkt auch hier wieder, warum man immer öfter bei diesem Land von Absurdistan sprechen muss. Man muss aber auch festhalten, dass es bislang so ausschaut, als würde es auch unter der neuen Traumpartnerschaft, nach der Zwangsehe in der Großen Koalition, nicht wirklich besser, zu mindestens nicht für den Großteil der Bevölkerung. Man sieht, es ist nicht immer gut wenn Träume wahr werden und ganz besonders nicht, wenn es sich um Albträume handelt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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