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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn Grundsteine zerstört werden

18. Juni 2009

Es ist die Woche der Aktionen und Streiks im Bildungswesen und natürlich wird auch noch weiterhin im Bereich der kommunalen Kindertagesstätten (KITA) gestreikt. Studenten, Schüler und Erzieher haben eines gemeinsam, sie sind alle mehr als unzufrieden mit ihrer Situation. Man muss sich natürlich fragen, warum die Situationen so schlecht sind und ob es nicht vom Staat her zum Teil auch so gewollt ist. Das Hauptproblem an allen Stellen ist das liebe Geld und man darf davon ausgehen, dass sich genau diese Situation in ganz naher Zukunft schon wieder weiter verschlechtern wird. Auf der anderen Seite muss die Frage erlaubt sein, ob nicht viele Erziehungsmodelle und Arten der Ausbildung, wie wir sie in der heutigen Zeit in Deutschland haben, noch in diese Zeit passen.

Über das Kuscheln zum Burnout-Syndrom
Das System in dem wir alle Leben ist durch die Vorgaben aus Politik und Wirtschaft nur auf eines ausgerichtet und das ist Erfolg. Wir müssen leistungsstark sein, verzichten können und immer weitermachen. Das sind die Parolen unserer Zeit und das sich an denen in absehbarer Zeit etwas ändern wird, ist nicht zu erwarten. Nun gibt es Menschen die meinen, dass die Jüngsten in unserer Gesellschaft ganz schnell überfordert würden und das durch zum Beispiel frühkindliche Sprachförderung oder ähnliches. Hier wird die Meinung vertreten, man sollte viel mehr auf das Kuscheln oder ähnliches setzen. Die Frage die aufkommt ist, ob diese Kinder später noch mit der Realität klar kommen oder ob hier von vorneherein Kandidaten für das Burnout-Syndrom herangezogen werden. Wir leben in einer absoluten Leistungsgesellschaft, dass muss jedem klar sein und dies sollte auch von frühsten Kindesalter an mitberücksichtigt werden und in einem passenden Umfeld ist dies auch möglich ohne den Kindern zu schaden.

Viele Erzieher oder auch Betreuungskräfte leben aber scheinbar in einer Welt, die dieser hier sehr fremd ist. So ist der Redaktion eine Kindergartenmitarbeiterin in Köln bekannt, die sich der heutigen Technik, wie Computer und Mobiltelefonen, völlig verweigert. Sie ist auch nicht in der Lage vollständig mit einer EC-Karte umzugehen und ähnliches. Wie sinnvoll es ist, solche Menschen auf die Jüngsten in unserer Gesellschaft loszulassen, ist mehr als fraglich. Man muss berücksichtigen, wir reden hier von den Grundsteinen unserer zukünftigen Gesellschaft. Die Kleinen allzu fern von der Realität zu erziehen, führt spätestens an dem Punkt zum Crash, wo sie sich mit der harten Realität auseinandersetzen müssen und dies muss schließlich jeder irgendwann einmal. Dies bedeutet nicht, dass man den Kindern nicht auch ihren Freiraum lassen sollte und sie natürlich ein Stück vor der Realität beschützen sollte und sie langsam auf alles vorbereitet werden können. Es geht, wie soft im Leben, um das angemessene Mittelmaß. Denn es ist auch klar, dass man in dem Alter nicht damit beginnen sollte, schon kleine Professoren oder ähnliches heranzuziehen.

Experten, Eliten und Arbeiter
In einem System, wie dieses in dem wir leben, braucht man vom Arbeiter für einfachste Arbeiten bis hin zum bestausgebildetesten Forscher alles. Nun liegt es in der persönlichen geistigen Kompetenz eines jeden, wer in dieser Bandbreite an welcher Stelle steht. Natürlich ist es auch hier wichtig, dass ein angemessenes Verhältnis zwischen Experten, Eliten aber auch Arbeitern und ähnlichem besteht. Genau hier kommt der Staat, kommt die Politik ins Spiel, denn scheinbar möchte man hier schon darauf Einfluss nehmen, wie groß welche Anteile sind und natürlich kann man dies sehr gut über Finanzen steuern. Ein zu hohes Maß an Qualifikation in der breiten Masse, würde dem System eher schaden, denn es würde nicht in selbiges passen, dies sollte man berücksichtigen, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt. Man stelle sich einmal vor, es würde in Deutschland nur Experten und Eliten geben aber keine Arbeiter. Die Folge wäre, dass das System kollabieren würde. Dass das System in dem Maße, wie es im Moment funktioniert auch versagt hat, muss man natürlich auch berücksichtigen aber es sieht auch nicht so aus, als würde sich grundsätzlich etwas ändern, was bedeutet, dass die Grundrichtung auch in Zukunft so bleibt.

Bildung und Erziehung kostet Geld und es ist immer eine Investition in die Zukunft, dies gilt im privaten Bereich genauso, wie im Bereich der Wirtschaft aber auch im Bereich des Staatswesens. Jetzt gibt es eine ganz einfache Gleichung, wenn immer mehr Unternehmen in die Insolvenz gehen, kann man hier nicht mit großen Sprüngen rechnen. Wenn sich der Staat immer weiter verschuldet, ohne dass sich zum Beispiel die Kreditklemme nachhaltig löst und somit ein großer Anteil an Insolvenzen vermieden würde, wird auch hier mehr und mehr das Geld für Erziehung und Bildung fehlen. Damit wird es mehr und mehr Sache der Eltern oder später der Auszubildenden und Studenten selbst, sich um die Finanzierung zu kümmern. Dies sieht natürlich in Zeiten massiv ansteigender Arbeitslosenzahlen auch sehr schlecht aus. Hier hat der Staat natürlich ebenfalls die Pflicht darauf zu achten, dass das zu Beginn beschriebene Verhältnis gewahrt bleibt. Alle die in diesen Tagen für ihre Rechte kämpfen, was ein sehr lobenswerter Ansatz ist, schließlich hat man in einer Demokratie diese Chance und sollte sie auch nutzen, sollten nur auch ausreichend Weitblick mitbringen und das System im gesamten betrachten und nicht nur den eigenen Baustein bewegen wollen. Denn dieser Artikel zeigt auch, dass es ein Systemproblem ist, in dem die genannten Bausteine nur einen Teil darstellen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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