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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn die Wahrheit ans Licht kommt

20. Juli 2009

Auch zum Ende der letzten Woche verschwanden wieder ganze Gebäude in Schlamm und Geröll und das Mitten in Deutschland. Wahrscheinlich kamen bei der Katastrophe von Nachterstedt in Sachsen-Anhalt drei Menschen ums Leben. Auch dies ist ein Szenario, an welches man sich in Deutschland wohl gewöhnen sollte. Es gab den Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit zwei toten jungen Männer, im Ruhrgebiet verschluckte die Erde einen Bagger und ließ Häuser unbewohnbar werden und nun verschluckte der Concordiasee circa 350 Meter Ufer mit einer Tiefe von immerhin gut 100 Meter. Es scheint als würden sich hier die Fehler der Vergangenheit rächen und das gleich in mehreren Kontexten. Es wird aber noch eines immer deutlicher, wie wichtig die Wahrheit ist und hier mangelt es in diesem Land ganz offensichtlich massiv dran.

Die SPD als große Wahrheit

Wer hat trägt die Schuld daran, dass Menschen von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen-Anhalt ihr Leben verlieren mussten? An erster Stelle steht hierbei natürlich immer die juristische Schuldfrage, schließlich geht es um sehr viel Geld und da müssen die Menschen offensichtlich hinten anstehen. Die Schuldfrage zu klären ist ein langer und oftmals lähmender Prozess, in dem die moralische Schuldfrage immer weiter in den Hintergrund rückt. Im Ruhrgebiet zum Beispiel, werden immer wieder Häuser massiv beschädigt oder gar zerstört. Man geht hier davon aus, dass es in den meisten Fällen Bergbaufolgen sind. In Köln treibt man riesige Tunnel für die U-Bahn durch die Innenstadt und auch hier stürzen halbe Straßenzüge ein. In den ehemaligen ostdeutschen Tagebaugebieten ist man dabei unvorstellbar große Flächen des ehemaligen Tagebaus zu fluten, um eine Seenlandschaft nicht gekannter Größe entstehen zu lassen. Die Frage ist, unabhängig davon wer nun, laut welchem Gutachten, später die Verantwortung trägt, wie gut unsere Technologie wirklich ist. Holt uns hier langsam der vermeintliche Siegeszug eines ganzen Wirtschaftszweiges ein? Hat man im Bereich Bergbau, um den es offensichtlich immer wieder geht, die Fähigkeiten der Ingenieure überschätzt? Früher galt alles als sicher, diese offensichtliche Unwahrheit will man uns bis zum heutigen Tage verkaufen. Wie sicher solche Vorhaben aktuell sind, zeigte wohl auch der Einsturz des Stadtarchivs in Köln. Man hat das Gefühl, auch hier von einer riesigen Lobby der Wirtschaft sprechen zu müssen, in deren Kalkulationen auch Menschenleben keine Rolle spielen.

Millionen an Kubikmeter Erdreich verschwanden im Concordiasee und ließen diesen um einen Meter ansteigen. In Köln wurden unzählige Kulturschätze vernichtet bzw. beschädigt und wie erwähnt, sind in diesen beiden Fällen mindestens fünf Menschenleben zu beklagen. Man mag sich gar nicht vorstellen, was da in Zukunft noch alles auf Deutschland zu kommt. Dr. Uwe Steinhuber, Pressesprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) bot am heutigen Morgen im ZDF einen ähnlichen Auftritt, wie man ihn noch von den Verantwortlichen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) im Kontext zur Katastrophe um das Kölner Stadtarchiv kannte. Viel reden, ohne etwas zu sagen. Eine weitere Parallele ist, dass man sich wohl auch hier weitestgehend selber kontrolliert hat. Wahrheit ist ein dehnbarer Bereich und es scheint als würden sich die Auswirkung dieser Dehnbarkeit, in unserer Gesellschaft, in den Bereichen der Wirtschaft und der Politik immer mehr zum Schaden der Bürger entwickeln. Da klingt es natürlich wie Hohn, wenn man den Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier (SPD) hört, der immer wieder predigt, wie wichtig ihm und der SPD die Wahrheit sei. Man darf nicht vergessen, in wie viel Vorhaben die SPD von der kommunalen bis hin zur Bundesebene eingebunden war und ist. Da fällt es einem schwer, an solche Wahrheitsschwüre zu glauben, denn es wäre ganz offensichtlich etwas völlig Neues, wenn in der Politik im allgemeinen die Wahrheit siegen würde. Man muss in der heutigen Zeit schon ein Spezialist darin sein, zwischen den Zeilen zu lesen, um hier die Wahrheiten zu finden. So sagte Steinmeier (SPD) im Sommerinterview des ZDF zu Peter Frey, dass er glauben würde Bundeskanzler sein zu können. Darf man daraus entnehmen, dass er gar nicht weiß ob er für den Job gemacht ist? Was würde dies dann für seine spätere Verantwortung gegenüber den Bürgern und Wählern bedeuten?

Die Quasi-AG Niedersachsen

Ähnlich sieht es da übrigens im anderen politischen Lage, bei der CDU, aus. Hier verkündet der niedersächsische Landesvater Christian Wulff (CDU), im Kontext zum Machtkampf von VW und Porsche, dass er so etwas, wie ein `quasi` Vorstandvorsitzender des Landes Niedersachsen sei. Also ist das Land Niedersachsen nun nur noch so etwas, wie ein Großkonzern? Auch dies wirft wieder viele spannende Fragen auf und scheint einmal mehr zu belegen, auf welcher Seite Politiker stehen. Dieser Äußerung nach zu urteilen, wäre dann Niedersachsen wohl mehr so etwas wie eine `Quasi-AG`, als ein Land und damit stünden wohl betriebswirtschaftlich Aspekte weit vor den Bedürfnissen der Bürger. Folgt man diesem Strang weiter, erklärt dies auch, warum man sich offensichtlich lieber damit beschäftigt Porsche zu übernehmen, anstatt sich für das Atommüllzwischenlager Asse in der Nähe von Wolfenbüttel einzusetzen. Porsche könnte VW noch einmal richtig weit im Automobilsektor in die weltweite Spitze katapultieren. Die Asse zeigt eher wieder, wie es mit der Wahrheit in der Vergangenheit bestellt war und was dies in den heutigen Tagen für die Menschen in diesem Bereich bedeutet. Es ist verständlich, dass nachdem was bislang dort schon passiert ist, die Menschen ihr Vertrauen verloren haben, wenn man dann von Köln bis Nachterstedt noch die Belege vergangener, wie auch aktueller Bergbauexperten vor Augen hat, muss einem Angst und Bange werden. Es scheint als würden die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr von dem eingeholt, was ihnen Jahrzehnte lang, als gute und solide Wertarbeit verkauft wurde. Man muss davon ausgehen, dass es den Betroffenen ziemlich egal ist, wer letztendlich im juristischen Sinne die Schuld trägt. Die Fakten zeigen, dass in verschiedenen Bereichen vom Bergbau über die Atomkraft und deren Folgen bis in das Zentrale Nervensystem der deutschen Wirtschaft im allgemeinen, vieles nicht im Ansatz so gut war, wie es verkauft wurde. Dies wirft ein ganz neues Licht auf `Made in Germany` und zwar eines, was man in diesen Tagen wirklich nicht sehen will.

Verkaufen ist natürlich in der heutigen Zeit ein wichtiger Aspekt, auch in der Politik und damit kommen wir auch noch einmal zur SPD. Hier hat man es ganz offensichtlich in den letzten Jahren nicht allzu gut geschafft, sich zu verkaufen, wie die immer neuen Einbrüche bei den verschiedensten Wahlen gezeigt haben. Nun scheint aber auch hier Rettung zu nahen. Denn es ist schon eine Herkulesaufgabe den Menschen in diesem Staat, eine Person als Kanzlerkandidat zu verkaufen, die maßgeblich an der Agendapolitik von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mitgebaut hat. 1-Euro-Jobs, Hartz IV, eine somit ins positive Licht gerückte Arbeitslosenstatistik, dass sind Dinge die man in den Tiefen der Weltwirtschaftskrise erst einmal an den Wähler verkauft bekommen muss. Für so etwas gibt es nun einmal Berater und hier hat sich das SPD-Team wohl gerade verstärkt. Laut Medienangaben arbeit nun wohl auch die Musiktherapeutin und Diplom-Pädagogin Katharina Saalfrank, die man als `Super-Nanny` von RTL her kennt, für dieses Team. Jeder Wähler darf sich nun sein eigenes Bild machen, wie man eine solcher Erweiterung des Teams bewerten darf. Vielleicht holt sich die CDU demnächst einen Dieter Bohlen als Finanzberater ins Boot oder gar einen Wendelin Wiedeking, der angeblich, bei 10 Milliarden Euro Schulden die Porsche haben soll, mit 100 Millionen Euro abgefunden werden soll. Da kann man kaum glauben, dass dies Experten sind, die unser Land in der jetzigen Situation wirklich braucht. Wenn man im Moment sieht, wie die Wirtschaftszweige, die uns Groß gemacht haben, für eine Katastrophe nach der anderen sorgen, mag man sich gar nicht vorstellen, was als Folge dessen, was in der Gegenwart passiert, noch alles auf uns zu kommen wird. Man sieht, dass es eine spannende, wenn auch teilweise sehr beängstigende Zeit ist, in der man hier den 60. Geburtstag der BRD feiert, auch wenn diese, im wahrsten Sinne des Wortes, immer mehr in sich zusammenzubrechen scheint.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Technik · Wirtschaft

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