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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn die vorherrschende Meinung richtig ist

1. April 2010

Auch wenn vieles in diesem Artikel so anmuten mag, ist er trotzdem völlig frei von jeglichen Aprilscherzen. Man glaubt es kaum, aber immer wieder wenn man denkt es könnte im Skandal um die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche nicht noch schlimmer kommen, gibt es doch immer wieder ein weiteres negatives Highlight. Diesmal löste dies niemand geringeres, als Papst Benedikt XVI. selbst aus. Während die Welt und vor allem auch die Menschen in Deutschland auf eines klares Signal aus dem Vatikan warten und es hier mit den momentanen Feierlichkeiten auch genügend Möglichkeiten gäbe, erzählt der Heilige Vater am Palmsonntag etwas vom `Geschwätz der vorherrschenden Meinung` und sorgt damit für weitere Entrüstung auf breiter Front. Man versucht sich zum weiderholten Mal scheinbar in eine Opferrolle zu verkriechen und das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Denn wer in diesem ganzen Skandal Opfer ist und wer Täter ,dürfte auch der letzte Mensch unabhängig seiner Konfession begriffen haben. Dieses Verhalten des Vatikans und natürlich des Papstes ist nicht länger tolerierbar.

Die bestehende Parallelgesellschaft in Deutschland
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist gerade von ihrem Staatsbesuch in der Türkei zurück und auch hier schwebte die Sorge einer islamisch geprägten Parallelgesellschaft in Deutschland immer mit. Natürlich ist es richtig und wichtig, dass man in Deutschland darauf achtet, dass eine solche Gesellschaft in der Gesellschaft nicht aufgebaut wird. Mindestens ebenso wichtig ist es aber auch, immer wieder ein Auge darauf zu werfen, ob es solche Parallelgesellschaften nicht schon längst gibt und wie weit deren Einfluss reicht. Geht man dieser Frage nach, sollte man dies allerdings völlig unabhängig von der Religion tun und sich vor allem nicht nur auf eine Religionsgemeinschaft fixieren. Denn es gibt Merkmale dafür, dass sich in den letzten Jahrhunderten eine solche Parallelgesellschaft in weiten Teilen der Welt gegründet hat und hiermit sind einmal nicht die ewigen Sündenböcke aus der islamischen Welt gemeint, sondern gewisse Bereiche des Christentums. So wie die katholische Kirche sich gerade auch in den aktuellen Missbrauchsfällen noch immer abschottet, muss man diese wohl einmal genauer unter die Lupe nehmen und hier ist natürlich in aller erster Linie auch die Politik gefordert.

Da wir in Deutschland in einer freiheitlichen Demokratie leben und nicht in einem vom Vatikan oder Papst Benedikt XVI. gelenkten Gottesstaat, gelten hier vor allem erst einmal die Regeln und Gesetze der Bundesrepublik Deutschland und nicht irgendwelche Meinungen aus dem Vatikan. Man hat in Rom scheinbar auch noch nicht wirklich begriffen, dass es hier um eine große Anzahl schwerster Verbrechen geht und auch das ist ein Fakt. Sollte man es doch begriffen haben und nun mit allen Mitteln versuchen diese Vorfälle zu vertuschen oder unter den Teppich zu kehren, wäre dies wohl auch eine Art Behinderung der Ermittlungsarbeiten. Der Pabst, wie aber auch weitere Menschen im Vatikan versuchen scheinbar auf Zeit zu spielen und auch dies gilt es zu verhindern. In sofern ist es nur richtig und gut, dass man gerade auch von Seiten der Medien versucht dieses Thema solange es angemessen ist, hochzuhalten. Wie lange dies angemessen ist? Ganz einfach bis zu dem Zeitpunkt an dem alles aufgeklärt ist und dafür gesorgt ist, dass sich so etwas in dieser Form und Häufigkeit bei der katholischen Kirche nicht mehr wiederholen kann. Da kann auch die in dieser Woche freigeschaltete Hotline nur ein erster ganz kleiner Schritt sein, der sich im übrigen auch erst einmal wieder nur auf die katholische Kirche bezieht und man sich fragt, warum eine solche Hotline nicht von der Regierung, also kirchenunabhängig, eingeführt wird.

Welche Schuld trägt Papst Benedikt XVI.?
Eine weitere spannende Frage betrifft natürlich auch die Brüder Ratzinger ganz persönlich, denn beide, sowohl der Papst, wie auch sein Bruder scheinen auf die ein oder andere Art und Weise auch selbst von manch Vorwurf betroffen zu sein und auch hier sollte tatsächlich lückenlose Aufklärung ganz oben auf der Agenda stehen. Das man nun versucht hier eine Kampagne gegen den Vatikan und den Papst zu sehen, ist bei einer Beweislast, die wohl durchaus als erdrückend einzustufen ist, einfach nur noch komisch. Die vorherrschende Meinung, die Papst Benedikt XVI. hier versucht als Geschwätz abzustempeln, scheint in erster Linie einmal richtig zu sein, wie die vielen Opfer zeigen. Sollte er nicht diese vorherrschende Meinung gemeint haben, wäre es nur gut schnellsten zu definieren, was er eigentlich gemeint hat. Denn auch diese Art der Ausdrucksweise mit der man natürlich Missverständnissen Tür und Tor öffnet, ist in diesem Fall nicht angemessen. Das Image der katholischen Kirche und damit letztendlich das des gesamten Christentums ist durch die Missbrauchsfälle und den Umgang mit diesen stark beschädigt worden, nun sollte man erwarten, dass man bei der katholischen Kirche langsam einmal ein Zeichen der Schadensbegrenzung erkennen lässt aber genau danach sieht es im Moment nicht aus.

Dies alles deutet daraufhin, dass man in Rom, auch unter der Führung eines Papstes aus Deutschland, die Meinung vertritt weit über den Normen und Regeln, wie auch über den Gesetzen zu stehen. Diesen Zustand auf eine normale Ebene zurückzuholen, die der heutigen Zeit angemessen ist, kann natürlich zum einen dadurch erzwungen werden, dass Menschen, die sich mit diesem Vorgehen der katholischen Kirche nicht einverstanden erklären, aus dieser Kirche austreten, was momentan schon massenhaft geschieht und die Kirchen letztendlich auch richtig viel Geld kosten wird, zum anderen müssen aber langsam auch klarere Worte aus Berlin kommen. Die Politik darf nicht länger schweigen, man muss auch hier viel offensiver mit diesem Thema umgehen und da reicht ein Runder Tisch alleine noch nicht einmal im Ansatz aus, sondern kann nur ein gut gemeinter Anfang sein. Scheinbar musste oder muss vielleicht sogar ein gewisser Teil der Bevölkerung vor Würdenträgern der katholischen Kirche beschützt werden und dies ist nun einmal in aller erste Linie Sache der Politik und des Staates und das hier hart durchgegriffen werden muss, zeigt allein schon die Masse an Fällen, um die es ganz offensichtlich geht. Nachdem Versagen der Kirche, darf nun nicht auch noch ein Versagen der Politik folgen, denn dies wäre gerade in dieser so oder so angespannten gesellschaftlichen Lage, ein weiteres völlig falsches Signal.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

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