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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn die Medien mit der Wirtschaft und der Politik…

31. März 2011

Auch in dieser Woche überwiegen letztendlich zwei große Schlagzeilen und zwar die Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk (AKW) Fukushima, die sich immer weiter auf einen Super-GAU hinarbeitet, wenn dieser nicht schon längst eingetreten ist und der Krieg in Libyen, der auch täglich immer absurdere Züge annimmt. Wenn man vom Krieg in Libyen spricht, gilt es auch festzuhalten, dass auch dessen langfristige Auswirkungen, auch für Europa, noch gar nicht überschaubar sind. Aber vor allem auch die Geschehnisse, die sich seit nun mehr zweieinhalb Wochen in Japan abspielen, haben natürlich Folgen, die auch in Deutschland zu spüren sind und dies muss man wohl auch noch bei den Schlagzeilen dieser Woche mit einbeziehen, denn diese Ereignisse hatten zum Beispiel auch massivste Auswirkungen auf die Landtagswahlen, die Ende der letzten Woche in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stattfanden. All dies wird natürlich von den Medien begleitet und hier wird es in einer Zeit mit so vielen Nachrichten natürlich sehr interessanten einmal die Medien und hier im Speziellen die etablierten Massenmedien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Medien und Politik
Von den großen Printmedien einmal abgesehen, unterteilen sich die etablierten Massenmedien gerade im Fernsehen in hauptsächlich zwei große Bereiche. Zum einen in den Bereich der werbefinanzierten Privatsender und ihren Pay-TV-Ablegern und zum anderen in den Bereich der zum Teil durch GEZ-Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Sendern, die man irgendwie auch als eine Mischung aus Pay-TV (GEZ-Gebühr) und Staatsfernsehen betrachten kann. Hinzu kommen natürlich noch diverse Radioangebote, die sich ähnlich aufbauen und die begleitenden Internetangebote. Grundsätzlich sollte man also meinen, dass man in Deutschland eine wirklich große Vielfalt im Bereich der etablierten Massenmedien antrifft. Schaut man sich allerdings an, welche Mächte hinter den Senderfamilien stehen, sieht man bald, dass hier ähnlich viel Schein eine Rolle spielt, wie in der Wirtschaft und der Politik auch, denn so groß, wie man meinen mag und wie es wünschenswert wäre, ist die Vielfalt nun wirklich nicht. Dies zeigt sich auch deutlich dadurch, dass die Kernaussagen doch oft Deckungsgleich sind und zum Verwechseln ähnlich eingestuft werden und so ist man schnell im Bereich einer relativ einheitlichen Meinungsbildung, die hier scheinbar gezielt über diesen Teil der Medien betrieben wird.

Der Fall des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist auf dieser journalistischen Internetplattform schon ausreichend behandelt worden, deshalb soll es diesmal ein anderes politisches Beispiel geben und damit ist man ganz schnell bei den Landtagswahlen vom letzten Wochenende und hier speziell in Baden-Württemberg. Hier begann man früh damit, dass Schicksal des nun abgewählten Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) an den Widerstand gegen Stuttgart 21 zu koppeln. Da man scheinbar hier eine gute Möglichkeit sah ihn zu Fall zu bringen. In diesen Tagen weiß man nicht wirklich, ob dies alleine ausgereicht hätte, denn es kam die Atomkatastrophe von Japan hinzu und spätestens hier war klar, dass bei einer, nicht immer wirklich unabhängigen Berichterstattung, sein Niedergang so gut wie besiegelt war. Spannend ist dabei, wie im angesprochenen Teil der Medien hier etwas aufgebaut wurde, was wirklich kurios ist. Auf der einen Seite versucht man meistens, wenn es um die direkten Folgen der Atomkatastrophe in Japan geht, vieles wesentlich positiver darzustellen, als es wohl tatsächlich ist. Ging es dann allerdings vor den Wahlen, um die deutsche Atompolitik, die am Ende des Tages die Wahl entschieden haben dürfte, baut man im Kontext der gleichen Katastrophe Horrorszenarien auf, wie sie schlimmer nicht sein könnten. Ein sehr interessanter Umgang mit der Wahrheit.

Medien und Wirtschaft
Im Bereich der Berichterstattung, was die Wirtschaft angeht, sieht es übrigens nicht anders aus, was auch mehr als überraschend wäre. Ganz deutlich wurde dies allerspätestens mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise, deren Ende oder viel mehr die Verkündung des Endes schon so etwas wie ein Running Gag überall die Jahre wurde. Auch hier muss man anmerken, dass man sich scheinbar sehr gerne weit von den tatsächlichen Wahrheiten entfernt aufhält. Was natürlich verständlich ist, wenn man sich überlegt, wie groß der Anteil an Werbekunden ist. Man tut gerne so, als wäre in der Wirtschaft alles bestens, was in Teilen sogar auch stimmen mag, nur man übersieht dabei nur allzu gerne, dass ein Großteil der Bevölkerung davon schon lange nicht mehr profitiert. In rasender Geschwindigkeit wurden Begriffe, wie zum Beispiel Aufstocker und Zweitjob in der völligen Normalität etabliert. Nun geht es langsam schon einen Schritt weiter und man spricht von Multijobbern, also den Menschen die auch mit zwei Jobs nicht mehr überleben können. So werden Marktsituationen geschaffen, die denen in der Wirtschaft mehr als nur entgegen kommen, um ihr menschverachtendes raubtierkapitalistisches System immer weiter zu etablieren und auszuweiten. Womit man bei einem spannenden weiteren Beispiel ist, dem Krieg in Libyen, wo es um weit mehr als nur Öl gehen dürfte.

Schaut man sich die Berichterstattung über Libyen und den Machthaber Muammar al-Gaddafi an, wird es teilweise wirklich absurd. Da wurde schon vor Wochen die endgültige Teilung des Landes verkündet, um dann wieder zu erklären, wie offen dieser Krieg doch noch immer sei. Natürlich streut man immer wieder gerne ein, dass es vor allem auch um die Ölversorgung gehen würde und öffnet somit natürlich den großen Mineralölkonzernen wieder einmal Tür und Tor, um die Mineralölpreise im fernen Deutschland noch weiter nach oben zu treiben. All dies könnte aber auch noch mehr darstellen, während der mit Nachrichten überflutete Bürger noch darüber nachdenkt, ob so etwas die Erhöhung von Preisen für Benzin, Heizöl und ähnliches in diesem Fall gerechtfertigt sein könnte, vergisst er darüber, dass dies nur die aktuelle Situation darstellt und man noch gar nicht über die Märkte der Zukunft philosophiert hat. Wenn man sich mit der Energieversorgung der Zukunft gerade auch der in Europa auseinandersetzt, soll der Sahara eine Schlüsselrolle zu kommen und damit sind wir ganz schnell bei Staaten, wie zum Beispiel auch Tunesien, Ägypten und eben auch Libyen. Also bei genau den Ländern, in denen im Moment nach der Meinung einiger Mächtiger, Demokratien nach westlichem Vorbild eingesetzt werden sollen, um mehr Stabilität in der Region zu erhalten. Dies wird einem in den angesprochenen Medien schon nur noch zum Teil verdeutlicht, so gut wie gar nichts erfährt man im Kontext des Krieges zum Thema Desertec, für die auch die drei angesprochenen Staaten und ihre Stabilität eine Schlüsselrolle beim verwirklichen ihrer Wirtschaftsinteressen zukommt. Man sieht doch deutlich, wenn die Medien mit der Wirtschaft und der Politik so verwoben sind, wie sie es in Deutschland scheinbar sind, wird Wahrheit zu einem sehr gefährdeten Gut.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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