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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist der See schuld!

27. Februar 2009

“Wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist der See schuld.” Das scheint für viele Unternehmen und Managements zu gelten, die jetzt unter Beschuss oder in Schieflagen gekommen sind. Ein Grund dafür sind nicht der “böse Journalist” oder die “bösen EU-Regelungen”, sondern wohl die eigenen Versäumnisse strategisch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zu denken. Wohl mag der Grund auch darin liegen, dass man einen kritischen Journalismus in Österreich nicht mehr gewöhnt ist, und man damit nur schwer umgehen kann. Lange her, dass in Kreisky´s Zeiten noch kritisch mit recherchierten Fakten geschrieben wurde. Mit “a bisserl PR-Artikel schalten” in der Vergangenheit kauft man noch lange nicht die ganze Zeitung!

Nachweislich haben PR und Öffentlichkeits-Seminare geringe Einbuchungszahlen am WIFI (Wirtschaftsförderungsinstitut) - so ist es zumindest in Salzburg. Strategische Pressearbeit, ein gutes Bild in der Öffentlichkeit aufzubauen war vielen in der Vergangenheit nichts wert. Die Zahlen waren das schon, wenn man Millionen bewegen konnte: Millionen Kilometer im Transportwesen, Millionen Euro in regionale Investitionen. Da denkt man nur wenig an strategische Kopfarbeit, wenn die Euros nur so purzeln.

In den letzten Monaten ist jedoch der rollende Rubel ins Stocken geraten. Es wird mehr argumentiert und herumdiskutiert und – die fehlenden Presseinfos fallen nun nicht auf. Doch genau darin liegt die Crux. “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!” Fehlende Presseinfos erzeugen ein Nachbohren bei Journalisten. Weil auch diese Branche jetzt draufkommt, dass viel Dreck am Stecken so mancher ist. Wenn man dann was lesen muss, was dem “Hans” nicht gefällt, dann kann das schon an die Nieren gehen. Aber der See ist beileibe nicht Schuld, wenn die Ente nicht schwimmen kann!

Operatives Geschäft alleine macht noch keinen Staat. Strategie und Verhalten ändern ist heute angesagt – meinen auch führende Beratungsunternehmen in Österreich, wenn man jene außerhalb der Steiermark liegende dazu befragt. Auch die Definition von “Polemik” ist vielen unbekannt. Wenn Sie als Leserin, Leser meinen, diese Sprache hier sei “polemisch”, dann irren Sie. Es werden ausschließlich rhetorische Stilmittel verwendet. “Polemik” ist “ein scharfer wissenschaftlicher Wortstreit”, ein “Federkrieg”, nach Gero von Wilpert. Auch denunzieren tut der Text hier nicht, weil keine Namen genannt werden. Außer Sie heißen zufällig “Hans”. Und wenn Namen in journalistischen Texten auftauchen, dann wohl nur, weil es Zeugen und Fakten für die damit in Verbindung gebrachten Inhalte gibt. Stellen wir uns doch vor, die Lucona-Affäre wäre ohne Namensnennung publiziert worden. Und dann verwechselt so mancher auch noch die Definition von Textsorten: Kommentar ist nicht Reportage. Dazu gibt es Regeln.
Wenn man sich durch diese Zeilen persönlich angegriffen fühlt, dann hat das nichts mit den Inhalten hier zu tun, sondern mit dem “Beziehungsohr” des Lesers. Und das können Sie bei Schulz von Thun nachlesen, wie es um die Psyche der zwischenmenschlichen Kommunikation bestellt ist. Hört das Beziehungsohr zu, fühlt man sich auf den Schlips getreten. So einfach ist das.
AMW

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Medien · Neues aus Österreich · Wirtschaft

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