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Die Wahrheit des Wortes

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Wenn der Besuch beim Arzt krank macht

14. Oktober 2010

Das deutsche Gesundheitssystem und dessen Reform ist auf dieser journalistischen Internetplattform nun schon häufiger thematisiert worden, meistens standen dabei Politiker oder Zahlenschiebereien im Vordergrund. In diesem Artikel soll aber das Wichtigste im Vordergrund stehen, der Mensch, also in diesem Fall der Patient. Schaut man sich einmal in seinem persönlichen Umfeld um, wird einem klar, dass sich auch im Bereich der Krankheitsbilder in den letzten Jahren einiges verschoben hat, denn psychologische Krankheitsbilder und natürlich auch deren körperlichen Folgen sind immer weiter auf dem Vormarsch, was in unserer heutigen Gesellschaft auch niemanden wirklich überraschen sollte. Der Druck steigt an vielen Stellen aber meistens im Bereich der Arbeit und das macht viele Menschen krank und viele Ärzte haben scheinbar auch keine Antworten und hier entsteht ein gefährlicher Kreislauf.

Zeitmangel
Die Zeiten als man in der Firma wo man ausgebildet wurde in der Regel bis zur Rente gearbeitet hat, sind in den allermeisten Fällen genauso vorbei, wie die Zeiten, als die Menschen noch die volle Arbeitszeit bis zur Rente gearbeitet haben. In der heutigen Zeit muss man flexibel sein und den Arbeitgeber zu wechseln ist so etwas wie ein unfreiwilliger Volkssport geworden. Viele Menschen, gerade auch im Bereich der Angestellten, sehnen sich aber nach einem hohen Maß an Sicherheit, schließlich wollen viele Menschen ein Familie gründen und im Idealfall auch noch Eigentum erwerben und all dies will solide finanziert sein. Genau diese persönliche Zielsetzung ist aber in der heutigen Zeit immer schwerer umzusetzen und man muss oftmals einen hohen Preis dafür bezahlen. Man muss schlicht und ergreifend mehr kämpfen und dieser Kampf kann auch gerade im Bereich der Psyche schon einmal aufzehrend sein. Es drohen Burnout Syndrome oder auch Depressionen und dies auch schon bei jungen Menschen.

Dem gegenüber stehen oftmals völlig überlastete Ärzte, die immer weniger Zeit für ihre Patienten und ihren Leidensweg haben. So passiert es häufig, dass nur die Symptome behandelt werden, dass tatsächliche Problem aber lange Jahre unentdeckt bleibt und dies mit fatalen Folgen. Ganz davon abgesehen, dass hierdurch massive volkswirtschaftliche Schäden entstehen, beginnen auch oftmals Martyrien für die Patienten, denn sie werden von Arzt zu Arzt geschickt und oftmals haben diese immer wieder völlig unterschiedliche Behandlungsansätze, was dann dazu führt, dass der Patient zusätzlich noch weiter irritiert wird, was natürlich auch wieder Kraft raubt. So kommt es immer wieder vor, dass sich Krankheitsbilder verschlechtern bzw. ausweiten, desto länger dieser Prozess andauert. Man könnten dann manchmal schon fast das Gefühl bekommen, dass der Besuch beim Arzt erst das ist, was den Patienten richtig krank macht und genauso sollte es natürlich in gar keinem Fall sein.

Internet
Ein weiteres Problem in diesem Kontext ist das Internet, denn natürlich bieten sich hier ganz neue Kommunikationsebenen. Das Hausrezept der Oma wird dann schon einmal links liegen gelassen und man chattet lieber etwas in den vermeintlich passenden Foren. Hier muss man natürlich, wie an allen anderen Stellen im Netz auch, bei beachten, dass die Seriosität und ähnliches bei manchem Eintrag mehr als fraglich ist. Wenn man nun aber verzweifelt ist, greift man natürlich nach jedem zur Verfügung stehenden Strohhalm, mag er auf Anhieb auch unseriös sein. Nicht umsonst boomen alternative Heilmethoden immer mehr. Noch kritischer wird es denn auch im Bereich der Medikamentenversorgung, denn genau wie in vielen anderen Bereichen, hat sich hier auch ein gewisser Teil des Handels ins Netz verlegt und natürlich gibt es auch hier herdenweise schwarze Schafe, was der Rekonvaleszenz der Patienten auch nicht gut tut. Man sieht sehr deutlich, wie kritisch die Situation aktuell schon ist und warum hier etwas unternommen werden muss. Bis dahin sollte man sich lieber häufiger auf die Rezepte von Oma verlassen, als blind dem Internet zu vertrauen.

Da man leider davon ausgehen muss, dass sich die Lebensumstände, gerade auch im Bereich der Arbeit, nicht kurzfristig zum positiven verändern werden, muss sich auch die Medizin und vor allem die Mediziner hier endlich drauf einstellen. Es kann nicht die Lösung sein, die Menschen mit Antidepressiva oder Schmerzmitteln voll zu stopfen oder gar sie sich mehr und mehr selbst zu überlassen. Denn natürlich ist so etwas menschenunwürdig und es würde auch ganz neue Probleme aufbauen, denn allein schon der demografische Wandel in Deutschland wird auf Grund dessen, dass die Menschen immer älter werden zu mehr Krankheit führen, wenn dann auch noch immer mehr jüngere Mensch schwer erkranken, weitet sich das eben angesprochene volkswirtschaftliche Probleme noch einmal massiv aus. Von den Mehrkosten, die dies alles allein schon für das Gesundheitssystem bedeutet, ganz zu schweigen. Ein Großteil könnte man schon dadurch eindämmen, dass man einfach mehr Zeit und Ruhe für die Patienten einräumt, denn dann hätte man im Schnitt wahrscheinlich allen Beteiligten am Ende des Tages wirklich geholfen und zwar nachhaltig aber dies ist allgemein kein Trend der heutigen Zeit mehr.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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