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Die Wahrheit des Wortes

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Weniger TV für mehr Klimaschutz

10. Dezember 2009

Nun läuft die Weltklimakonferenz in Kopenhagen schon seit einigen Tagen und einen ersten großen Gewinner gibt es auch schon. Man mag es kaum glauben aber auch diesmal ist es wieder `Mr. Yes We Can` Barack Obama, der Mensch der nun wohl doch noch die Welt rettet und diesmal ganz ohne Soldaten, die dafür in den Krieg ziehen müssen. Bei einem solch großartigen Vorbild muss sich natürlich auch der Rest der Welt überlegen, was er bereit ist für die Rettung der Erde zu tun. Wenn man auch nur ein bisschen an das glaubt, was dieser Tage in der dänischen Hauptstadt diskutiert wird, muss man davon ausgehen, dass sogar die Wirtschaft umdenkt, um diesen Planeten zu schützen. Dies würde bedeuten, man verzichtet auf Gewinne und das der Umwelt zu liebe und das in einer Welt in der man der Wirtschaft soviel Schlechtes nachsagt. Bei soviel Weltverbesserndem Optimismus haben natürlich auch wir einige kreative Vorschläge, wie man die Erderwärmung stoppen kann.

Weniger Volksverdummung bedeutet weniger Erderwärmung
Erst wollte Barack Obama gar nicht zur Weltklimakonferenz nach Kopenhagen kommen, was natürlich nur konsequent gewesen wäre, schließlich besuchte er auch Deutschland nicht zu den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag des Mauerfalls und das obwohl er Deutschland doch so mag. Aber die letzte Konsequenz fehlte dem Supermedienstar dann doch und so verkündete er sein Erscheinen zum Beginn der Konferenz, revidierte dies allerdings noch einmal und nimmt jetzt wohl an den wichtigen Veranstaltungen zum Ende des Gipfels teil. Barack Obama, der Medienstar, weiß halt wie man sich perfekt ins Licht rückt. Viel erschreckender, als diese ganze Show von Kopenhagen mit der soviel Umweltschädigung betrieben wird, dass man sich die Ausmaße kaum vorstellen mag, sind die Massen, die auf all dies auch noch hereinfallen. Eine Gesellschaft die natürlich durch ein Überangebot an scheinbar oftmals sinnfreien TV-Shows und Soaps abgelenkt wird, kann man natürlich auch hervorragend steuern und in diesem Kontext scheint Barack Obama der Gott der heutigen Zeit zu sein.

Wenn man nun zum Beispiel nur die gerade angesprochenen Soaps und Shows im Fernsehen absetzt, würden unzählige Fernsehgeräte für einen langen Zeitraum am Tag abgeschaltet bleiben, was natürlich zu einer massiven Einsparung von Energie führen würde und so einen riesigen Beitrag gegen die Erderwärmung darstellen würde. Richtig, dies würde natürlich zu Gewinneinbrüchen im Bereich der Medien führen aber diese könnte man, wie so oft in solchen Fällen, durch Arbeitsplatzabbau komprimieren. Diese Vorgehensweise würde dann natürlich am Ende des Tages auf Kosten der Gesellschaft gehen aber wenn man einmal ganz ehrlich ist, glaubt doch kaum einer ernsthafter daran, dass Klimaschutz zu weniger Gewinnen in der Wirtschaft führen würde, oder? Ganz im Gegenteil hier werden vor allem neue Märkte geschaffen damit die Profitgier noch mehr befriedigt werden kann, um in einigen Jahren mit ganz neuen Erkenntnis wieder völlig neue Märkte zu erschließen. Wenn dies alles auch nur im Ansatz so schlimm wäre, wie es im Moment von den vermeintlichen Experten dargestellt wird, wäre die Politik wohl auch wesentlich stärker engagiert.

Lasst uns ein paar Wüsten zerstören
Natürlich kann vor allem jeder anständige Bürger etwas gegen den Klimawandel tun, so wurde in dieser Woche im ARD Morgenmagazin darauf hingewiesen, dass britische Forscher herausgefunden haben, dass man, wenn man auch nur eine Glühbirne gegen eine Energiesparlampe austauscht, gleich ein ganzes Kohlekraftwerk ausschalten könnte. Wenn man so etwas hört, mag man meinen, dass man nicht nur mit manch Fernsehshow oder Soap versucht die Menschheit zu verdummen. Um sich für einen kleinen Augenblick auf dieses Niveau herabzulassen, schlagen wir vor, dass sich all die Menschen, die in den gerade angesprochenen Kohlekraftwerken ihren Job verlieren würden, vor Windkrafträder stellen und fleißig pusten und somit dann wirklich sauberen Strom herstellen könnten. Zurück zu einer gewissen Ernsthaftigkeit, auch wenn diese schwer zu finden ist, wenn man sich anschaut wie in diesem Gesamtkontext argumentiert wird. Wer ist eigentlich neben Barack Obama der große Sieger all dessen?

Natürlich wieder die gewissen Kreise aus der Wirtschaft, die auch sonst immer, wenn auch oftmals auf Kosten anderer, siegen. Nehmen wir Desertec, ein riesiges Konsortium, welches mit Solaranlagen, die großflächig in der Sahara entstehen sollen, auch Europa mit Strom versorgen will. Im Klartext bedeutet dies einen massiven baulichen Eingriff in das Ökosystem der Sahara. Nehmen wir die Autoindustrie, von der man nicht erst seit der Abwrackprämie und den Problemen bei Opel weiß, wie bescheiden es ihr geht. Man sucht alternative Antriebsmöglichkeiten und baut unter anderem auf Elektroautos und für die Batterien plündert man dann die Wüsten in Bolivien und Chile, da hier riesige Lithiumvorkommen lagern und dies benötigt man für die besagten Batterien. So schafft man dort wahrscheinlich direkt auch wieder Grundsteine für die nächsten Katastrophenszenarien für die Zeit nachdem Erderwärmungshype. Dieser folgt übrigens auf den Hype darüber, dass unsere Ölreserven so gut wie aufgebraucht sind, wo auch schon kaum noch jemand von spricht. Man sieht was Kopenhagen so alles bringen kann, da fehlt nur noch das am Ende, wenn auch Barack Obama da ist, ein weiterer Gutmensch, wie Bono Vox mit seiner Combo U2, eingeflogen wird und auf einer, mit unzähligen dieselbetriebenen Trucks herangeschafften Bühne, im hellen Scheinwerferlicht ein Konzert gegen Energieverschwendung und die Erderwärmung gibt. So absurd ist die Welt noch auf die letzten Tage des Jahres 2009. Es kann nur besser werden.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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