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Die Wahrheit des Wortes

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Weniger als 4.000 Punkte beim DAX und Krawall im Karneval

24. Februar 2009

Ist es Lüge oder ist es wirklich nur Unwissenheit? Diese Frage stellt sich dieser Tage immer wieder. Während Millionen von Menschen im Karneval die Krise einfach wegfeiern wollen, zeigt der Aktienindex der 30 wichtigsten deutschen Unternehmen, dass dieses Vorhaben schon ein Mal nicht aufgehen wird. Der Wert der gerade angesprochenen Firmen hat sich mit dem Unterschreiten der wichtigen 4.000-Marke im letzten Jahr halbiert. Da klingt es wie Hohn, wenn der neue deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg vor übertriebenen Pessimismus warnt. Als sich die Blase, die uns nun alle in den Abgrund reißt, aufbaute, waren auch kaum Stimmen da, die vor zu viel Optimismus warnten. Übertriebene Ausschläge nach oben werden eben gerne als Realismus verkauft und gefeiert, während wirtschaftlich angemessen Abwärtstrends, dann offensichtlich keinen Realismus, sondern den puren Pessimismus darstellen. Auch hier erkennt man sehr schön, wie krank dieses System im gesamten ist.

Fünf Millionen Arbeitslose

Es ist gerade ein Mal etwas mehr als vier Monate her, als wir von einem DAX-Blutbad sprachen, als dieser die 5.000-Marke nach unten durchbrach. Auch damals waren sie zur Stelle, die Optimisten, die von kommenden Einstiegskursen sprachen. Heute ist es ein trauriger Fakt, dass die Menschen, die diesen Experten Glauben geschenkt haben, auch wieder verloren haben und das ist kein Pessimismus, sondern ein faktischer Verlust von 1.000 Punkten im DAX. Was man daran auch sehr schön erkennen kann ist, dass sich an der Mentalität des Raubtierkapitalismus weder auf Seiten der Politik, noch auf Seiten der Wirtschaft sonderlich viel verändert hat. So wird man die Probleme der Weltwirtschaftskrise natürlich nicht lösen. Immer mehr Menschen müssen um ihre Arbeitsplätze bangen, Zahlen von 4,5 Millionen Arbeitslosen machen in den Medien schon die Runde. Auch hier darf man gespannt sein, ob nicht bald schon wieder die Marke von fünf Millionen Arbeitslosen zur Disposition steht. Aber auch dies würde dann ganz optimistisch als Chance in der Krise verkauft werden. Man könnte dann zum Beispiel noch mehr Menschen in Ein-Euro-Jobs arbeiten lassen, so würden die Produktionskosten noch ein Mal gesenkt.

Verstaatlichungen und Teilverstaatlichungen werden gerade vom Bankenwesen bis in die Automobilbranche langsam aber sicher salonfähig gemacht. Ein Schelm, wer meint diese postsozialistischen Ansätze hätten vielleicht etwas mit der Vergangenheit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu tun. Kritik am System bzw. die Frage nach den Schuldigen, ist im Moment so oder so nicht wirklich willkommen, gerade auch nicht hier in Köln und vor allem nicht im Karneval. Das beste Beispiel war wohl der Kanzlerinnenwagen im Rosenmontagszug, auf dem Angela Merkel (CDU) ursprünglich mit nacktem Busen zu sehen sein sollte. So etwas geht natürlich nicht, also fuhr Frau Merkel (CDU) oder viel mehr ihre Puppe ganz anständig im Bikini durch die Kölner Innenstadt. Konnte man bislang im gesamten Straßenkarneval schon das Gefühl bekommen, dass auch hier die Weltwirtschaftskrise bewusst nur im kleinen Rahmen behandelt wurde, war die Merkel (CDU)-Bikini-Aktion einfach nur ein negatives Zeichen für den Karneval. Wobei natürlich auch in Köln viele Menschen mit so etwas nicht belastet werden wollten, sondern einfach nur feiern wollten. Für den einen oder anderen Feierwütigen dürfte der Kater dieses Jahr allerdings besonders hart werden. Meckern und jammern gilt dann natürlich nicht, denn man hat die Situation immerhin freiwillig ignoriert.

Ein unzufriedenes Volk

Die Antwort auf all dieses positive Gewäsch, in Zeiten in denen es wirklich kaum etwas Gutes zu vermelden gibt, wird allerdings auch immer deutlicher hörbar. Das Volk wird mit ansteigender Arbeitslosigkeit, mit immer größer werdender Armut, auch immer unzufriedener. Die Folgen aus dieser Entwicklung, wurden auf dieser journalistischen Internetplattform schon häufiger behandelt und langsam zeigen sich die prophezeiten Fakten auch mehr und mehr. Am gestrigen Abend konnte man im WDR einen außerordentlich frustriert wirkenden Einsatzleiter der Polizei sehen, der ganz offensichtlich doch etwas überrascht von der massiv aufflammenden Gewalt im diesjährigen Kölner Karneval war. So wurden wohl schon an Weiberfastnacht über 150 Personen in Gewahrsam genommen und die Polizei auch immer wieder mit Flaschen und ähnlichem angegriffen. Am gestrigen Rosenmontag, gab es dann wohl auf dem Heumarkt, einer sehr beliebten Feierlocation im Kölner Karneval, Auseinandersetzungen in denen außer Flaschen, auch Messer eingesetzt wurden. Man muss wohl auch hier festhalten, dass die Anzahl derer, die Gewalt für eine Lösung halten, immer größer wird.

Die Anzahl der Menschen, die keinen Ausweg mehr sehen wächst in diesem Land stetig an, dass diese Menschen zu Mitteln greifen, die rechtsstaatlich nicht zulässig sind, bleibt da nicht aus. Die Politik und die Wirtschaft könnte bei diesem wachsenden Problem in der Gesellschaft natürlich positiv entgegen wirken, müsste dafür allerdings einiges verändern. Die Regierung in Schweden zum Beispiel lässt sich, im Kontext zur Pleite bei Saab, nicht von General Motors (GM) erpressen und zahlt so auch nicht für die Fehler, die in den USA geschehen sind. In Deutschland wird sich noch zeigen, wie sich die Lage für Opel, gerade auch in Bochum, entwickeln wird. Es ist aber auch jetzt schon wieder die Rede von den Einschnitten, die auf die Arbeitnehmer zukommen werden. Jeder sollte sich überlegen, ob er wirklich bereit ist diese Zugeständnisse zu machen, um gegebenenfalls später dasselbe Schicksal, wie die Menschen bei NOKIA es erlitten, erleiden zu müssen. Während unendlich viele junge Familien um ihre Arbeit, ihr Erspartes oder ihr Häuslein bangen müssen, werden auf der anderen Seite fleißig weiter Boni ausgezahlt. Dies geschieht natürlich mit dem Hinweis auf bestehende Verträge, manch ein Arbeitnehmer sollte sich vielleicht auch einfach auf seinen Vertrag berufen und keine Einschnitte zu lassen, denn schließlich sind doch alle Menschen gleich, oder?

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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