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Die Wahrheit des Wortes

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Weltklimagipfel 2009 in Kopenhagen

7. Dezember 2009

Heute beginnt der Weltklimagipfel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und Hunderte von Menschen reisen mit Autos, Flugzeugen und anderen Verkehrsmitteln an, um in gut klimatisierten Räumen kaum Fakten zu schaffen. In den nächsten 11 Tagen wird man immer wieder erschreckendes im Kontext des Weltklimas von dort hören aber auch Statements in positive Richtungen. Das einzige was scheinbar jetzt schon feststeht ist, dass es keine klaren, annehmbaren und vor allem nachhaltigen Fakten geben wird, die diesen Gipfel in dieser Art rechtfertigen würden. Klarer Ansatz dieses Weltklimagipfels war es, den Nachfolger des Kyoto-Protokolls zu verabschieden. Im Vorfeld haben sich allerdings so viele Staaten dagegen entschieden, dass auch auf dieser Ebene wohl kaum etwas zu erwarten ist. Der letzte große Aussteiger war noch vor einigen Tagen Australien. Es wird deutlich, wo es auch in Zukunft lang gehen wird.

Wahrheit oder Pflicht
Man kann eigentlich gar nicht oft genug darauf hinwiesen, dass es am Ende des Tages eigentlich nur zwei Möglichkeiten gibt all diese Geschehnisse in der aktuellen Klimadebatte zu erklären. Entweder haben so gut wie alle Beteiligten kein Interesse an dem, um was es vom heutigen Tag an bis zum 18.12.2009 in Kopenhagen geht und dies auf der Grundlage, dass sie nicht daran glauben und sie somit der Überzeugung sind, dass es auch den nächsten Generationen noch gut gehen wird oder wir werden alle Zeuge eines langfristigen, weltweiten Konjunkturbeschleunigungsgesetzes. Letztere würde bedeuten, dass es in Wahrheit gar nicht um die Umwelt, sondern um die Wirtschaft geht. Denn man muss sich auch vor Augen halten, was von der Gesellschaft moralisch oder auch per Gesetz verlangt wird, wenn es um den Umweltschutz geht. Natürlich kann man auch hier sagen, dass jeder Tropfen den Stein höhlt aber man kann auch sagen, dass all dies nur Tropfen auf den heißen Stein sind. Auf Seiten der großen Verschmutzer, auf Seiten der Industrie, sieht all dies anders aus, denn Moral sucht man hier so oder so meist vergeblich und nachhaltige Gesetze sind auch oft Mangelware.

Wenn man den Menschen per Gesetz verbietet ihre Wohnungen oder Häuser mit Glühbirnen zu beleuchten und stattdessen vorschreibt, dass sie ab sofort im depressiven Licht einer Energiesparlampe zu sitzen haben, während die Industrie weiterhin Vollgas gibt, kann man schon skeptisch werden. Von Seiten der Wirtschaft kann man ganz einfach den Druck über den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen aufbauen, wobei die Bürger maximal depressiv werden und auch dies hilft wieder der Wirtschaft, denn so kann man noch mehr Medikamente verkaufen. Im Bereich der Wirtschaft ist immer wieder die Rede von Kompromissen, dies gilt natürlich auch für Europa aber wo sind die Kompromisse für die Bürger? Fragen wir anders herum, was können die Bürger tun? Sie können schlecht mit dem Abbau von Arbeitsplätzen drohen oder ähnliches, was sie allerdings tun könnten ist mitdenken und sich mit der zu diesem Thema passenden Nachrichtenlage auseinandersetzen, um so der Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

Eine unbequeme Wahrheit
Als es in diesem Jahr zum Beginn des Herbstes zu einem ersten Kälteeinbruch kam, freute man sich zwar schon darüber, dass man in diesem Jahr wohl den Beginn der Skisaison vorziehen könnte aber man verwies auch an dieser Stelle gleich wieder auf die Folgen des Klimawandels und erklärte, wie ungewöhnlich dieses Wetter für diese Zeit des Jahres sei. Nun kam nach diesem Kälteeinbruch allerdings eine Wetterwende und plötzlich hatten wir einen frühlingshaften November, was natürlich all die Pläne der Skifahrer erst einmal durchkreuzte. Genau hier wurden die Rufe nach der Erderwärmung noch viel lauter, als sie es zuvor im Kontext des Klimawandels schon waren. Bei den meisten dieser Fakten spricht man in den Medien dann auch gerne von Temperaturen, die sich auf die Zeitspanne seit Beginn der Wetteraufzeichnungen beziehen. Also reden wir von einem Wimpernschlag in der Erdgeschichte, tun aber gerade so, als hätten schon die Dinosaurier das Wetter aufgezeichnet und niemand daraus gelernt.

Natürlich ist es immer wichtig etwas für die Umwelt zu tun, dies soll hier auch gar nicht in Abrede gestellt werden, allerdings wäre es mehr als wünschenswert zu sehen, dass sich gerade auch die Politik verantwortlich zeigt und dies nicht immer nur in Bezug auf die Bürger, sondern vor allem auch im Kontext der Wirtschaft. Es kommt so der Verdacht auf, dass im Moment die Wirtschaft und nicht die Politik den Weg vorgibt. Außerdem zeigen solche Tagungen, wie die aktuelle in Kopenhagen, natürlich auch, dass es scheinbar auch bei alldem, um den Aufbau einer völlig neuen Industrie, eines völlig neuen Marktes geht und hier stellt sich natürlich die Frage, ob es hier wirklich einen realistischen Anlass hinsichtlich des Klimas gibt oder ob nicht doch vieles nur konstruiert ist, um neue Märkte zu schaffen. Schließlich reden wir bei der Erdgeschichte von einem Zeitrahmen, von dem sich wohl kaum jemand anmaßen sollte, all die Geschehnisse vollumfänglich zu verstehen. Es gibt genügend Menschen die sagen, dass der Klimawandel, dass die Erderwärmung natürlich stattfindet, dies aber ein natürlicher Prozess ist, auf den der Mensch bzw. sein Verhalten kaum Einfluss hat. Und dies ist wohl für die Wirtschaft und ihre neu zu schaffenden Märkte, eine wirklich unbequeme Wahrheit.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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