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Die Wahrheit des Wortes

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Weitere Impulse im Kampf der Kulturen

14. Juni 2011

Pfingsten, ein weiteres großes christliches Fest, zog natürlich auch nicht ohne weitere Impulse im Kampf der Kulturen ins Land. Spätestens seit dem militärischen oder auch kriegerischen Eingreifen der westlichen Allianz in die inneren Angelegenheiten Libyens, ist klar, wie ernst der Kampf der Kulturen auch dem Westen ist. Lange schon redet kaum noch wer vom Schutz der Bevölkerung in Libyen, es scheint nur noch um den Kopf von Staatschef Muammar al-Gaddafi zu gehen und darum, wie es in diesem Land Nordafrikas danach auszusehen hat. Wenn man sich die ökonomischen Ziele für dieses Land und die ganze Region ansieht, wird schnell deutlich, um was es wirklich geht, wenn man vom Kampf der Kulturen spricht. Ganz überspitzt könnte man im Moment von Bomben für die Ausbreitung des globalisierten Raubtierkapitalismus sprechen. Mit dieser weiteren Ausweitung des westlichen Einflussgebietes, nachdem zuletzt weite Flächen des Ostens, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf diese Art abgegrast wurden, dürfte sich natürlich auch die Kultur langfristig wieder verändern und diesmal natürlich auch auf der Ebene der Religion und an dieser Stelle kommt dann natürlich auch wieder das Christentum, als die Religion, vor allem auch in der westlichen Welt, ins Spiel und dazu passen dann natürlich in gewisser Weise die Aussagen, die man an Pfingsten in Deutschland von den Kirchen hören konnte.

Die Kirchen und die Medien
In den Pfingstbotschaften der Kirchen in Deutschland waren in diesem Jahr die Medien und deren Verantwortung im Kontext der Meinungsbildung ein großes Thema. Dies ist sehr lobenswert, denn in diesem Bereich gibt es viel Anlass zur Kritik. Gerade auch in der westlichen Welt, wo ein Großteil der Medien scheinbar nur noch von der Wirtschaft kontrolliert wird, muss man die Entwicklungen kritisch im Auge behalten. Kritisch bedeutet hier natürlich vor allem auch, dass die tatsächliche Unabhängigkeit ganz weit oben auf der Agenda stehen muss. Hier fragt man sich natürlich, ob dies auch von den Kirchen wirklich so gewollt ist oder ob es nicht eher darum geht, den Weg zu bestimmen, wie hier Einfluss genommen wird. Die schreckliche Atomkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk (AKW) von Fukushima wurde in diesem Zusammenhang auch thematisiert und zwar im Kontext des Atomausstiegs, genau hier kann man aber nicht zwingend von einem positiven Verhalten, gerade auch der etablierten Massenmedien, sprechen, denn es hatte doch oftmals den Anschein, als seien mit der Berichterstattung zu diesem Super-GAU nur allzu oft einfachste, politische Überlegungen forciert worden, ohne angemessen über die tatsächliche Tragweite der Katastrophe zu berichten. Die Ergebnisse, die diese Debatte mit sich brachte, ist doch ähnlich der Ergebnisse, die man auch in den letzten Jahren und Jahrzehnten schon immer wieder hatte, um sie dann wieder an die Interessen der Lobbyisten der Energiewirtschaft anzupassen und es darf durchaus bezweifelt werden, dass es diesmal grundlegend anders laufen wird.

Aber nicht nur im Bereich der Umweltpolitik kann man Kritik an den Medien üben, denn mit der Berichterstattung zum arabischen Frühling und gerade auch zum Krieg in Libyen sieht es ähnlich fatal aus. Immer wieder sehr beliebt ist hier die Kritik an den Auftritten der jeweiligen Staatsoberhäupter im Staatsfernsehen. Es ist von Propaganda die Rede aber wie verhält es sich im Westen? Hier kann man immer nur bedingt vom Staatsfernsehen sprechen, weiß aber auch genau um den Zustand hier, wie groß der Einfluss der Wirtschaft mittlerweile auf die Berichterstattung ist, was den Begriff wirklich freier Medien natürlich wieder sehr relativiert. Dies zeigt sich auch immer wieder dadurch, dass man einräumt kaum unabhängige Fakten aus der genannten Region hat aber so tut, als sei die Meinungsbildung ohne dieses Fundament schon unabhängig. Den Meister, dieser nicht wirklich unabhängigen Medienwelt, findet man dann natürlich, mit dem US-Präsidenten Barack Obama, auch wieder in der westlichen Welt. Denn das Bild, welches in den Medien im US-Wahlkampf von ihm aufgebaut wurde und wie sich die politische Realität seit seinem Wahlsieg zeigte, hat nur wenig miteinander zu tun. Dies hätte vermieden werden können, wenn hier unabhängiger gearbeitet worden wäre. Natürlich würde die Welt ohne Obama anders aussehen und man muss sich fragen, wie es dann zum Beispiel um den Kampf der Kulturen bestimmt wäre? Dies bedeutet am Ende des Tages, dass natürlich all dies auch dem Christentum so seine Vorteile bringt und deshalb vielleicht auch die aktuelle Medienkritik von dort, nicht allzu präzise formuliert wurde, schließlich möchte man vielleicht den eigenen Vorteil auch weiterhin mitnehmen.

Wo steht man im Kontext des arabischen Frühlings?
Ganz allgemein fragt man sich, warum Aussagen von Seiten der Kirchen oft so schwammig sind und damit natürlich viele Wege offen lassen. Diese Frage stellt sich ganz speziell natürlich auch im Kontext des arabischen Frühlings und dem damit verbundenen Krieg in Libyen, der seiner Kernaussage schon lange nicht mehr gerecht wird. Es bleibt der massive Verdacht, dass der Westen hier im großen Stil, zu einem nicht unerheblichen Teil auch hinter den Kulissen, agiert und Bewegungen forciert. Schließlich geht es auch immer wieder gegen Herrscher, die man Jahrzehnte lang unterstützt hat und mit an der Macht gehalten hat und sie plötzlich, wie eine heiße Kartoffel, fallen lässt. Man sieht, hier könnte man auch ganz konkret Kritik üben, was aber zu mindestens, was die Kirchen angeht, nicht im großen Stil geschieht. Folgt man der These, dass langfristig natürlich auch die Kirchen von dieser Ausweitung westlicher Einflussnahme profitieren werden, könnte man schon ein Indiz dafür gefunden haben, warum man sich hier doch eher zurückhaltend zeigt. Der Kampf der Kulturen, der mit den Bewegungen in der arabischen Welt wohl in eine ganz neue Runde gestartet ist, wird wohl das Problem dieses ganz frischen Jahrtausends werden und davor haben schon viele Kritiker gewarnt. Die ganze Bandbreite erkennt man vor allem dann, wenn man feststellt, dass dieser Kampf eigentlich nur eine Tarnveranstaltung ist und im Fahrwasser eines gewaltigen ökonomischen Konfliktes stattfindet, denn die westliche Welt und hier allen voran die USA haben massive ökonomisch Probleme, was man auch daran erkennt, wie Obama am Rande des Staatsbankrotts entlang stolpert.

Nun sind Kultur und Religion natürlich Bereiche die humaner klingen, wenn man Gründe für Konflikte benennen muss, als knallharte, kapitalistische Erwägungen. Da man in einer Zeit lebt, in der durch Kommunikationsdesign und ähnliches es eigentlich nur noch positive Sachverhalte gibt, passt dies natürlich ins Konzept, denn andernfalls wäre wohl die Akzeptanz für solche Fakten nicht so groß. Dies sieht man auch an Begriffen, wie zum Beispiel bewaffnete Konflikte. Noch vor einigen Jahrzehnte hätte man das, was sich im Moment in Libyen oder auch in Afghanistan abspielt, als klaren Krieg definiert. Immerhin bombardieren und kämpfen hier fremde Mächte in entfernten Ländern. Heute muss man so etwas aber nur halbwegs sauber nach westlichen Vorstellungen juristisch deklarieren und schon scheint es etwas Gutes zu sein, eine weitere Fehlentwicklung unserer Zeit. All dies zeigt, wie falsch der Kurs ist, wie gesagt, getrieben von rein ökonomischen Triebfedern, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit des Scheiterns, denn das die heutige, westliche Wirtschaftsform in ihrer aktuell gelebten Form nur zum Scheitern bestimmt sein kann, hat die Weltwirtschaftskrise bewiesen und weitere Indizien findet man in diesen Tagen auch in Europa mit der Krise in der Eurozone. Man sieht deutlich, wie groß das Problemportfolio dieser Tage ist, wozu man sich auch von Seiten der Kirchen gezielt äußern könnte aber dann bitte ohne missionarische Hintergründe, wenn es im Namen der Unabhängigkeit geschehen soll. Andernfalls wäre es im Sinne des Christentums natürlich auch durchaus vertretbar aber eben nicht mehr wirklich unabhängig. Wie all dies ausgeht und was es wirklich für die Menschheit bedeutet, wird sich erst in Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten zeigen aber im Moment scheint es doch eindeutig so, als würde es nicht gut ausgehen, wenn man diesen Kurs beibehält.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Art for Europe » Spaltet die Armut auch die Kultur? // 13. Jul 2011 at 07:57

    [...] Spricht man in diesen Tagen vom Bereich der Kultur, ist man auch immer ganz schnell beim Thema Kampf der Kulturen und diesen muss ich sagen, habe ich noch nicht so wahrgenommen, wie er oft propagiert wird. Es mag [...]

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