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Die Wahrheit des Wortes

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Vor zwei Jahren blieb das Herz stehen

17. September 2010

In dieser Woche jährte sich die Pleite von Lehman Brothers zum zweiten Mal. Man kann wohl sagen, dass das Herz des Raubtierkapitalismus vor zwei Jahren stehen geblieben ist. Nun mag man meinen, dass es tendenziell gar nicht verkehrt ist, dass diese menschenverachtende Form des Kapitalismus ums Leben kam aber das Problem ist, dass der Raubtierkapitalismus seit diesen Tagen im Herbst 2008 als Zombie über diese Erde wankt und das macht die Sache nicht im Ansatz besser. Es scheint als haben kranke Finanzwissenschaftler aus den Überresten dieser nicht funktionierenden Wirtschaftsform eine Art Frankenstein erschaffen, der nun die Welt seit zwei Jahren in Atem hält. Man versucht den Menschen zwar immer wieder zu erklären, dass seit diesen Tagen letztendlich alles besser geworden sei aber eine genau Analyse der heutige weltweiten Wirtschaftslage beweist das genaue Gegenteil.

Der Schock
Ganz plötzlich, wie aus dem Nichts, war eine der wichtigsten Banken der Welt in die Pleite gerutscht. Bis zu diesem Tage erfreuten sich noch sehr viele Menschen auf dieser Welt darüber, dass Systeme, wie zum Beispiel der Sozialismus, in Folge des Ende des Kalten Krieges untergegangen waren und damit dem Kapitalismus unterlegen waren. Hierbei wurde allerdings übersehen, dass schon längst ein Kampf innerhalb des Kapitalismus begonnen hatte, eine Art Flügelkampf. Ein Flügel berücksichtigt die Menschen, ihre Würde und ihre Bedürfnisse, während der andere Flügel die reine Profitgier einer kleinen vermeintlichen Elite in den Mittelpunkt stellt und diese ohne Rücksicht auf Ethik und Moral. Der Raubtierkapitalismus war entstanden. Diese Form wucherte, wie ein bösartiges Krebsgeschwür und sollte sich im Herbst vor zwei Jahren selber zerstört haben, zu mindestens hatte es für kurze Zeit den Anschein.

Allerdings war es, wie so oft im Leben, nicht so, wie es im ersten Moment schien, denn nun sollte es erst richtig losgehen, der Kampf, der bis zum heutigen Tage andauert, quasi in seine entscheidende Phase gehen. Am Anfang musste eine handvoll Eigenheimbesitzer in den USA bluten, die Schar dieser wurde allerdings recht schnell immer größer und so sprach man schon bald nicht mehr nur von einer Immobilienkrise, sondern gleich von einer Bankenkrise, denn die Banken waren es, die durch ihr unverantwortliches Verhalten den Stein ins rollen brachten, der eine riesige, alles vernichtende Lawine nach sich ziehen sollte. Wer nun meint, dass an dieser Stelle eingelenkt worden wäre, liegt, wie man nun weiß, völlig falsch. Es folgte die globale Finanzkatastrophe, die man auch Weltwirtschaftskrise nennt und die Welt bis in die Gegenwart gefangen hält. Die Schockwellen, die um den Erdball zogen, wurden immer massiver und so überrascht es auch nicht, dass bald auch schon die Politik auf den Plan gerufen wurde.

Das völlige politische Versagen
Da nach den Banken und der Realwirtschaft auch noch die Haushalte einzelner Staaten angegriffen wurden, wurde es auch mehr und mehr zu einem politischen Problem. Genau an dieser Stelle zeichnete sich etwas sehr erschreckendes ab, man musste erkennen, dass die Politik von Washington D.C. über Brüssel bis nach Berlin nicht in der Lage war mit dem Problem angemessen umzugehen und hier ergeben sich nun ganz neue Probleme. Das Geld, welches hier verzockt wurde und auch noch immer verzockt wird, ist das Geld der Bürger. In Deutschland kam es dann zu Kommentaren aus der Politik, die aussagten, dass die Bevölkerung schon seit Jahren über ihre Verhältnisse gelebt hätte, während man auch weiterhin auf der anderen Seite Milliarden an Euros in das marode Bankensystem pumpte. Nun könnte man natürlich meinen, dass solche Rettungsaktionen einen Sinn machen würden, dies wäre aber nur dann der Fall, wenn man Regeln finden würde, der vermeintlichen Elite, die hier fleißig abschöpft, das Handwerk zu legen, genau dies geschieht allerdings nicht.

In einer Demokratie, wie zum Beispiel in Deutschland, zählt es mit zu den Hauptaufgaben der Politik sich im Sinne des Volkes um die Finanzen zu kümmern, genau dies scheint aber auch schon lange nicht mehr der Fall zu sein. Das bei einer der finanziell schwerwiegendsten Finanzentscheidung auf europäischer Ebene dann auch noch der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) überraschend so schwer erkrankte, dass er persönlich an den betreffenden Sitzungen nicht teilnehmen konnte, ist dann ein weiteres Merkmal dafür, wie erschreckend es auch im Moment noch in Deutschland zu geht. Das private Eigentum von Menschen durch hemmungslose Profitgier anzugreifen und zu vernichten sollte in einer Demokratie schon nicht möglich sein, dass sich dies dann aber auch noch auf die Steuergelder, die Staatshaushalte ausweiten kann, ist eigentlich nicht fassbar. Man darf nun nicht den Fehler machen und den etablierten Massenmedien glauben, die in einer propagandistischen Art versuchen zu erklären, dass die Krise vorbei ist, denn wir stecken gerade erst am Anfang.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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