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Die Wahrheit des Wortes

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Von Kiew über Baku bis Frankfurt

22. Mai 2012

Es mutet an, wie eine umständliche und scheinbar nicht direkt zielführende Reiseroute, schaut man sich die in der Überschrift erwähnte Orte an aber in den letzten Tage und Wochen konnte man gut erkennen, wie sich doch so etwas wie eine Route ergab. Jeder müsste mittlerweile wissen, wie es um die Euro 2012 und die Ukraine bestellt ist aber hier sollen wieder Bändchen oder ähnliche Lächerlichkeiten für mehr Demokratie sorgen. Nicht anders sieht es in Baku aus, wo am Wochenende der Eurovision Song Contest stattfindet. Auch hier versucht, zum Beispiel die ARD zu verkaufen, dass der Austragungsort gut für die unterdrückte Oppositionsarbeit im Land sei, ganz unabhängig davon, wie sinnfrei Baku im Kontext der Geografie für einen europäischen Liederwettbewerb ist aber das kennt man schon vom Fußball. Aber was sagen einem all die Bilder von verbotenen Demonstrationen gegen Systeme, die das Volk nicht will, dessen Auflösung dann mit Polizeigewalt geschieht? Und was sagen einem all die kommerziellen Veranstaltungen, die es dort trotzdem immer wieder gibt? Und ist Deutschland nicht spätestens seitdem vergangenen Wochenende auch auf diesem Weg? Viele Fragen, die im Moment aufkommen, wenn man sich mit Demokratie beschäftigt.

Der Respekt vor dem Grundgesetz schwindet immer mehr
Die Antworten scheinen aber verhältnismäßig einfach und dies gilt spätestens seit den Blockupy-Protesten in Frankfurt auch für Deutschland, wo auch das Grundgesetz abermals mit Füßen getreten wurde, was in Deutschland mittlerweile jeden Tag geschieht, nimmt man zum Beispiel die Auszahlungen der Jobcenter, als ein Beispiel, die von verschiedenen internationalen Organisationen gerügt wurden. Wo die Reise hingeht, müsste jeder verstanden haben und der Widerstand muss jetzt erst richtig durchstarten. Aktionen, wie zum Beispiel Blockupy, wo auf die Provokationen der Polizei nicht regiert wurde und alles friedlich blieb, müssen noch viel mehr Zulauf bekommen. Natürlich versuchen auch die etablierten Massenmedien, die oft genug sehr systemtreu sind, den Widerstand in Deutschland zu ignorieren, wo es nur geht aber er wächst trotzdem und das ist eine gute Entwicklung. Was sich in Frankfurt abspielte, ließ doch bei manchen Menschen die Frage aufkommen, ob Deutschland nicht nur ein Überwachungsstaat ist, sondern jetzt auch noch ein Polizeistaat. Fakt ist, der Staat bekommt ganz offensichtlich ein immer größeres Problem mit der Masse an Unzufriedenen, die dieses raubtierkapitalistische System produziert, dies zeigte die massive Einschränkung des im Grundgesetz verankerten Demonstrationsrecht, wie auch die Bilder, die man, in immer kürzeren Abständen, auch vom Fußball geliefert bekommt.

Ausgrenzung ist eine Lösung
So schön es auch war, dass es in Frankfurt friedlich blieb, so kann man davon ausgehen, dass es wohl eine Ausnahme war. Damit Deutschland nicht immer weiter in Gewalt versinkt, braucht es nicht immer mehr Polizei und Verbote, sondern ein neues System, welches für die Mehrheit des Volkes und nicht für eine kleine Minderheit da ist. Natürlich ist Frankfurt nicht Baku und auch nicht Kiew aber man muss darauf achten, welche Wege eingeschlagen werden und sich rechtzeitig zu Wort melden und zur Wehr setzen. Denn wer in einer Diktatur diktiert, ist zweitrangig und auch eine Diktatur des Kapitals, die sich in Deutschland mit Billigung der Regierung immer mehr etabliert, ist genauso falsch, wie die System in der Ukraine und in Aserbeidschan. Dass es Menschen gibt, die all diese Zustände für nicht so schlimm halten, dass man diese Länder mit dem Eurovision Song Contest oder auch der Euro 2012 boykottieren sollte, zeigt, wie auch in diesem Land teilweise gedacht wird. Die Menschen, die so denken, gilt es nun auszugrenzen, denn sie haben in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft keinen Platz. Frankfurt hat deutlich gemacht, wie sich Deutschland im Moment positioniert und dies ist deckungsgleich mit dem deutschen Verhalten im Kontext des ESC und der Euro 2012, was nichts anderes bedeutet, dass auch hier Gefahr lauert, nicht umsonst wurden in Frankfurt immer wieder Exemplare des Grundgesetztes verteilt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Der BALLacker » Russland 2012 // 24. Mai 2012 at 10:38

    [...] Grenzen unter anderem mit Norwegen, Estland, Lettland, Weißrussland, der Ukraine, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, der Mongolei, Nordkorea und Alaska. Bei so einer großen Fläche [...]

  • 2 Art for Europe » Kein Lob für Baku // 27. Mai 2012 at 16:36

    [...] Lob war das deutsche Sternchen am diesjährigen Himmel des Eurovision Song Contests. Sein Ziel war eine Platzierung unter den ersten zehn Plätzen, was er mit einem Platz 8 so [...]

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