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Die Wahrheit des Wortes

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Von Karstadt und anderen Tricksereien

15. Juli 2010

Karstadt wird im Moment schon wieder gerettet und man kommt langsam mit dem Zählen der Rettungsversuche gar nicht mehr hinterher. Was dies immer wieder für die Mitarbeiter bedeutet, mag man sich gar nicht vorstellen. Auf der anderen Seiten funktioniert auch hier das deutsche Prinzip und die allermeisten sind einfach still und hoffen, dass alles gut geht. Man sollte nur von Nokia in Bochum bis Quelle langsam begreifen, dass es eben nicht immer gut geht. Genau diese Erfahrung werden übrigens früher oder später auch noch eine Menge der Menschen machen, die im Moment noch in der Kurzarbeit stecken. Der Vorteil, um es einmal etwas bösartig zu formulieren, sie fallen in langsamen Schritten in die Armut. Ob dies den Aufprall in der sozialen Kälte Deutschlands wirklich besser macht, darf bezweifelt werden.

Geld verdienen mit der Krise
Während der durchschnittliche Arbeitnehmer immer wieder verzichten soll, damit irgendwelche Unternehmen gerettet werden können oder es den Staatsfinanzen besser geht, muss man nicht glauben, dass all die Consultants, Anwälte und wer sonst noch so beschäftigt wird, ohne Einnahmen arbeiten. Hier wird noch immer Geld verdient und auch an dieser Stelle sieht man immer wieder, welcher Teil des Systems die Gewinne macht und wer auf der Strecke bleibt. Problem, man versucht diese Fakten wo es nur geht zu vertuschen und die Menschen für dumm zu verkaufen. Es spricht natürlich grundsätzlich nichts dagegen, dass die Menschen die versuchen Unternehmen zu retten dafür auch bezahlt werden, allerdings ist die Frage, was sie wirklich versuchen zu retten. Versuchen sie Arbeitsplätze zu retten, ist dies natürlich ein sehr gutes Ziel, interessieren sie sich allerdings nicht für die Menschen, sondern nur für die Rendite, ist man wieder mittendrin im raubtierkapitalistischen System.

Es stellt sich ganz klar die Frage, was sind die wirklichen Ziele die manch Unternehmer in der heutigen Zeit verfolgt. Man muss voraussetzen, dass man als Unternehmer auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft trägt und diese wird natürlich nicht durch Steuerflucht und Arbeitsplatzabbau zur Gewinnmaximierung erfüllt. Genau diese Grundlagen einer sozialen Marktwirtschaft werden aktuell immer mehr vernachlässigt und dies gilt mittlerweile nicht mehr nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Politik, wo man mittlerweile beginnt, die Solidarität zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber auszuhebeln, wie man es aktuell in der Gesundheitsreform erkennen kann. Dies ist der beste Beweis dafür, dass auch die seit Herbst letzten Jahres regierende Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP mit an dieser Spaltung der Gesellschaft arbeitet und dies kann man als Wähler wohl kaum tolerieren.

Heimlicher Rettungsschirm für die Banken
Es ist noch gar nicht allzu lange her, da wurden 750 Milliarden Euro Hilfsgelder beschlossen mit denen im Notfall Staaten im Euroraum geholfen werden sollte, damit es nicht zu Staatspleiten kommen würde. Politiker erklärten immer wieder, dass man diese Ausnahmesituation in Europa unbedingt vermeiden müsste, auch in Hinblick auf die Sicherheit und Stabilität in Europa. Nun kursieren Gerüchte, dass zu mindestens Teile dieser unvorstellbar großen Summe, auch für die Rettung maroder Banken in den betroffenen Gebieten zur Verfügung gestellt werden könnten. Man sieht auch hier wieder sehr schön, wie das Volk mit Unwahrheiten ruhig gehalten wird, um dann in der bekannten Salamitaktik mit den Negativbotschaften um die Ecke zu kommen. Sollten nun weitere, vermeintlich systemrelevante Banken durch Managementfehler in Gefahr geraten, dürfen die Bürger Europas demnächst auf noch mehr verzichten, da dann aus finanziellen Zusagen bares Geld auf der Ausgabenseite der Staaten wird.

Schwimmbäder, Bibliotheken und Theater, um nur einige Beispiele zu nennen, werden geschlossen, können nicht mehr saniert bzw. finanziert werden, weil Staaten das Geld, welches so oder so letztendlich gar nicht vorhanden ist, zum Ausgleich der Fehler vermeintlicher Eliten und Experten aus der Wirtschaft-und Finanzwelt stecken. Hierbei gilt es festzuhalten, dass dies in fast allen Fällen ohne die Legitimation des Volkes geschieht, denn würden Parteien mit diesen Ideen zur Wahl antreten, würden sie wohl kaum an die Macht gelangen. Volksentscheide sucht man auf dieser Ebene auch vergebens, ganz im Gegensatz zu wesentlich unwichtigeren Themen, wie zum Beispiel beim Thema  Nichtraucherschutz. Würde ein privater Geschäftsmann sich auf diese Art und Weise die Legitimation zur Ausgabe solcher Summen beschaffen, muss man wohl davon ausgehen, dass er irgendwann einmal wegen Untreue, wenn nicht sogar wegen Betrug, vor einem Gericht stehen würde. Im politischen Berlin hat man für so etwas einen anderen Namen, man nennt es Tagesgeschäft und dies sagt doch einiges über die Volksvertreter in Deutschland aus.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Andrea Bondi // 15. Jul 2010 at 08:28

    Geld verdirbt den Charakter! Altes Sprichwort jedoch heute aktueller denn je! Interessant wird ja auch noch das Thema “Teilverkauf der Berliner Wasserwerke”! Da wurde ja gestern endlich den unzähligen Anträgen auf Vertragseinsicht durch die Abgeordneten, durch´s Gericht in Berlin, stattgegeben. In der Zwischenzeit haben sich diese Verbrecher auf Kosten der Steuerzahler ne goldene Nase verdient! Warum ist es nicht möglich, diesem kriminellen Manager-Pack endlich das Handwerk zu legen? Was wollen die noch alles mit der “Erhaltung von Arbeitsplätzen” rechtferigen? Wie lange wollen wir diese Spielchen noch mitmachen?
    Wie viele Horrormeldungen wird es noch geben? Wie hoch liegt eigentlich die Schmerzgrenze des steuerzahlenden Wahlvolkes – oder besser gesagt – dem “Souverän”?
    Wir wir´s auch drehen und wenden – es wird wohl auf einen kompletten Zusammenbruch dieses total verseuchten, kranken, korrumpierten Systems hinlaufen!
    2012?

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