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Die Wahrheit des Wortes

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Von Juden und Managern

27. Oktober 2008

Prof. Dr. Hans-Werner Sinn vom Münchener ifo Institut stellte den Vergleich auf, zwischen dem Schicksal der Juden nach der großen Weltwirtschaftskrise von 1929 und der Situation der Manager in der heutigen Weltwirtschaftskrise. Aber was steckt wirklich hinter dieser Aussage, für die manch ein Mensch, in einer anderen Position mit schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen hätte? Erst ein Mal hinkt dieser Vergleich natürlich maßlos und macht ihn dadurch zum Skandal, aber es scheint noch mehr dahinter zu stecken. Denn durch die Welle der Empörung wird natürlich auch wieder vom Kern des aktuellen Problems abgelenkt. Der Nationalökonom und Finanzwissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität zu München (LMU) Prof. Dr. Sinn, war selbst noch einer derer, der vor einigen Tagen das Herbstgutachten in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt hat, in dem es zwar in der schlechteren, der beiden abgegebenen Prognosen, auch nicht positiv für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland aussah aber das was da herannaht, dürfte selbst dieses Expertengutachten noch toppen.

Eine Elite ohne Ethik und Moral

Die Fragen, die es heute zu beantworten gilt sind, wo steht die Welt, wo steht Europa und wo steht vor allem die Bundesrepublik Deutschland? Aber natürlich auch, wer hat diese Weltwirtschaftskrise, von der mittlerweile auch immer mehr Vertreter aus der Wirtschaft sprechen, zu verantworten? Bei der Beantwortung dieser sehr relevanten Fragen, kommen wir wieder ganz schnell an zwei wichtige Eckpunkte. Die Eliten und Experten aus der Wirtschaft aber auch aus der Finanzwelt, wie auch zu dem völligen Verlust an Ethik und Moral. Gerade bei den Punkten Ethik und Moral muss jedem der Beteiligten klar sein, dass das, was sie hier im großen Stil vorleben, von Steuerhinterziehung bis hin zur völligen Missachtung von Verantwortung, sich in der Breite der Bevölkerung widerspiegeln wird und so natürlich auch Faktoren wie Schwarzarbeit etc. fördert. Denn woher sollte die Bevölkerung ein Unrechtsbewusstsein, was natürlich auch immer im Kontext zur Verantwortung steht, entwickeln, wenn die Eliten und Experten ihnen Gegenteiliges vorleben?

Bleiben wir zu erst ein Mal in dem Bereich der Eliten und Experten und da fällt einem, gerade auch in den letzten Wochen und Monaten noch eines auf, die eklatant hohe Fehlerquote in den Prognosen und Aussagen, wie sich die Wirtschaft und die Finanzen in Deutschland entwickeln werden. Wie kann es zu einem solchen Verlauf kommen? Ganz einfach, entweder wir reden hier von einer vermeintlichen Elite, von Experten die gar keine sind. Dann sollte man schleunigst dafür sorgen, dass sie ihrem Talent angemessene und vor allem auch diesem angepasst bezahlte Jobs ausführen und nicht das Schicksal einer Nation in Händen halten. Die andere Möglichkeit, sie sind so clever, dies würde bedeuten sie haben das Volk belogen und vor allem betrogen. In diesem letzteren Punkten wäre es eine Aufgabe der Politik aber vor allem auch der Justiz, diesen Menschen Einhalt zu gebieten. Die dritte Variante, dieser Personenkreis lebt mittlerweile soweit von der Realität entfernt, dass ihm die eigenen Fehler nicht mehr auffallen und man sich deshalb krampfhaft damit beschäftigt die Schuldigen wo anders zu suchen. Dies würde dann schon fast ein psychologisches Krankheitsbild ergeben.

Und immer wieder George W. Bush

Bei der Fehlersuche im Kontext zu der aktuellen Weltwirtschaftskrise, landen wir immer wieder ganz schnell in den USA und damit bei dem dortigen Regierungschef George W. Bush. Spannenderweise beinhaltet diese Sichtweise immer einen massiven Knackpunkt, denn hat irgendein amerikanischer Manager, einen deutschen Manager gezwungen Schrottprodukte zu kaufen oder war es nicht viel mehr so, dass hier aus kurzfristiger Profitgier, zu wenig kontrolliert wurde? Dieses Verhalten ist aber nicht nur in der Finanzwelt zu verfolgen, dieses Verhalten hat auch die Realwirtschaft erreicht. Ein gutes Beispiel ist der Chef der Deutschen Bahn Hartmut Mehdorn, der jetzt, wo das Kind (in diesem Falle war es eher eine Baureihe des ICE) in den Brunnen gefallen ist, anfängt über Garantien von Herstellern zu philosophieren. Garantien legt man eigentlich während den Vertragsverhandlungen fest, bevor man ein Produkt erwirbt und nicht erst danach, wenn die Fehler massiv werden. Kein Mensch würde sich einen Fernseher ohne eine Garantiezusage kaufen und sich dann, wenn ein Defekt auftritt, wegen diesem Verhandlungen beim Elektrohändler beginnen.

Diese Krise wird von der Wirtschaft, wie auch von der Politik in Deutschland verantwortet. Denn das, was hier vollzogen und toleriert wurde, führte mit Sicherheit gerade im Falle der BRD als Exportweltmeisters zu einem kurzfristigen Gewinn der angesprochenen Personengruppen aber mittel-bis langfristig ganz offensichtlich in die Krise, die nun vor allem die ganz normale Gesellschaft betrifft. Gerade dieser Tage, beweisen verschiedene Studien ein Mal mehr, wie weit die Schere, die das Tischtuch zwischen den Armen und den Reichen in diesem Land mehr und mehr zerschneidet, auseinanderklafft und so Schwung holt, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft gänzlich zu zerschneiden. Und da muss man Prof. Dr. Sinn vom ifo Institut in München wohl Recht mit seinem Vergleich geben, denn wo Weltwirtschaftskrisen hinführen, ist durch die Geschichte hinlänglich bekannt und keiner will hoffen, dass die Weltwirtschaftskrise von 2008 irgendwann ein Mal als Grundlage des Dritten Weltkrieg in den Geschichtsbüchern auftaucht.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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