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Die Wahrheit des Wortes

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Von Athen bis Kairo

30. Juni 2011

Es wird immer heißer und dies ist gar nicht einmal so sehr auf das Wetter in Deutschland bezogen, sondern eher auf die Zustände die von Athen bis Kairo herrschen. Es ist wieder die große Zeit für die Hersteller von Tränengas, denn dies braucht man offensichtlich mehr und mehr, um sich gegen das eigene Volk durchzusetzen. Dies zeigt natürlich vor allem auch wieder, wie massiv gescheitert die Politik ist und gerade auch in Europa, scheinen die Schweißperlen auf den Stirnen derer, die im Moment noch die Verantwortung tragen, immer größer zu werden. Schaut man sich die Europäische Union (EU) und natürlich gerade auch den Euroraum an, wird einem auch bald klar, warum die Proteste immer härter werden und in der arabischen Welt wird den Menschen offensichtlich auch immer klarer, dass ihre Revolutionen, vielleicht gar nicht so sehr ihre waren, wie sie es meinten. Es ist ein grundlegender, großer Konflikt den man hier verfolgen kann und es scheint der maßgebliche Konflikt dieses Jahrhunderts, wenn nicht gar Jahrtausends zu werden. In Deutschland versucht man die Massen auch in diesen Tagen wieder einmal mit einem Sommermärchen abzulenken aber auch dies gelingt nur bedingt.

Erlebt man gerade den Kollaps der westlichen Welt?
Der Kollaps der westlichen Welt ist schon lange nichts mehr womit sich nur düster gestimmte Anhänger von Verschwörungstheorien beschäftigen. Der Zusammenbruch des Euros, ob im Ganzen oder erst einmal nur in Teilen, steht ganz kurz bevor und selbst wenn die Verantwortlichen, die diese Krise aufgebaut haben, nun gerade noch einmal Glück haben sollten, kann man davon ausgehen, dass dieses nicht ewig anhalten wird. Hört man die Stimmen der unzähligen Demonstranten in Athen, merkt man auch schnell, wie das Volk über die im Moment ablaufenden Prozesse denkt und Unruhe macht sich in immer Ländern Europas breit. Die Menschen sind einfach nicht bereit für all die Lügen, die sie immer wieder von der Politik aufgetischt bekommen haben, zu bezahlen, während die, die immer schon abkassiert haben, auch diesmal wieder ihre Hände weit offen halten. Man erinnert sich noch zu gut an Irland, das Musterland, wenn es darum ging den Nutzen der Europäischen Union (EU) zu verkaufen und auch diese Blase platzte. Portugal, Spanien, Italien, die Liste der nächsten Kandidaten für Szenarien, wie man sie im Moment in Griechenland antrifft, wird immer länger. Wie wird es wohl aussehen, wenn diese Welle erst einmal Deutschland oder Frankreich erfasst?

Gerade auch in Deutschland redet man immer davon, dass alles im Fluss sei, der pure Aufschwung eben. Spannend ist, dass gerade der, der bei solchen Aussagen lange Zeit das Zepter fest in der Hand hielt, der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), das Feld räumte und seit einiger Zeit doch wie vom Erdboden verschluckt wirkt. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fängt plötzlich an zu erklären, wie gefährlich die Krise, die Griechenland schon so lange durchschüttelt, auch für Deutschland werden könnte. Ein erstaunlicher Fakt, der die Frage aufwirft, ob die Kanzlerin das Risiko vorher nicht gesehen hat, was zu noch mehr Zweifel an ihrer Kompetenz führen würde oder ob das deutsche Volk hier gezielt desinformiert wird, was natürlich noch fataler wäre. Es konnte auch noch niemand von Seiten der Bundesregierung erklären, warum bei all diesen wunderbaren Verlautbarungen, die einen immer wieder aus dem politischen Berlin erreichen, die Armut immer mehr ansteigt, was unterm Strich einfach nur bedeutet, dass es nur ein Aufschwung für einen kleinen Kreis ist und dies spricht natürlich nicht für eine gerechte Gesellschaft. Allgemein scheint es auch so, dass die Armen in der Gesellschaft immer weiter abgehängt werden, was dann natürlich wieder zu mehr Unzufriedenheit am Ende des Tages führt und wo so etwas im Extrem hinführt, zeigen die aktuellen Bilder von Athen bis Kairo.

Welche Folgen sind zu erwarten?
Die Probleme, die der arabische Frühling mit sich bringt und dies natürlich gerade auch im Kontext des Krieges in Libyen, machen auch deutlich, dass die weitere Ausbreitung des globalisierten Raubtierkapitalismus nun auch noch ins Stocken gerät, was die Situation für die westliche Welt auch nicht im Ansatz besser macht. Man sollte nun annehmen dürfen, dass es endlich zu einem Einlenken kommt, bevor die Konflikte, gerade auch in Europa, noch massiver werden, genau dies geschieht aber im Moment nicht. Man setzt auch weiterhin auf die völlige Vernetzung der Märkte und bleibt somit auch völlig in diesem exportlastigen Netz hängen, anstatt sich ausreichend um die eigene Binnenkonjunktur zu kümmern. Noch schlimmer, es wird gegen die Binnenkonjunktur gearbeitet, denn durch immer mehr Eignverantwortung, was am Ende des Tages übrigens nichts mit Verantwortung zu tun hat, sondern nur damit, dass die Taschen der Bürger immer leerer werden, sinken die Beträge, die die Menschen in diesem Land ausgeben können. Schaut man sich an, welche Konsumtempel hier nach und nach an jeder Ecke entstehen und setzt dem die gerade genannten Fakten entgegen, kann dies nur wieder auf Pump gehen, was dies bedeutet, sieht man im Moment in den USA, wo der Staatsbankrott schon nicht mehr an die Tür klopft, sondern dabei ist diese einzuschlagen. Man sollte also gewarnt sein, darf aber davon ausgehen, dass man auch dies ignoriert und sich wieder einmal überrascht zeigen wird, wenn es ganz zu spät ist.

Es ist genau dieses System, welches die Wirtschaft der westlichen Welt so schwer geschädigt hat und nun im Begriff ist ihr den Todesstoss zu geben. Man sucht aber vor allem auch auf politischer Ebene meist umsonst nach Menschen, die sich dagegen einsetzen, was wiederum zeigt, wie mächtig und einflussreich die Strippenzieher im Hintergrund sind. Fakt ist aber auch, dass man hier von einer, wenn auch mächtigen, Minderheit spricht und die haben es geschafft, dass die Schmerzgrenze der Mehrheit erreicht bzw. überschritten ist. Wenn die Mehrheit es nun versteht sich solidarisch zu zeigen und danach sieht es mehr und mehr aus, könnte es sehr eng für die Minderheit werden und sie könnte an ihrer eigenen Gier ersticken. Das es soweit kommen könnte, hat man offensichtlich so nicht eingeplant und muss nun natürlich nach neuen Möglichkeiten suchen, wie man das Problem bewältigen will. Es gibt natürlich eine ganz einfache Möglichkeit und zwar nachhaltig für mehr Gerechtigkeit zu sorgen, was natürlich auch bedeuten würde, dass man endlich auch einmal bei der angesprochenen Minderheit den Spargang spürbar einlegt. Denn die aktuelle Schieflage wird so oder so irgendwann zu einem Sturz führen, nun hat man noch die Chance, die Aufprallgeschwindigkeit zu minimieren. Ist der freie Fall in diesem Kontext erst einmal erreicht, wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben und dann könnte der Aufschlag sehr hart und schmerzhaft werden. Man erkennt, wie wichtig das Mitteln hier ist aber dazu muss sich die Gegenseite nun endlich einmal bewegen, denn die andere Seite hat sich schon viel zu viel bewegt und so wird dies eben nicht mehr lange gut gehen.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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