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Die Wahrheit des Wortes

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Vom Winde verweht

15. April 2008

Das ZDF-Morgenmagazin brachte heute wieder eine Horrorvorschau für Deutschland, viel mehr für Köln. Im Jahr 2032 wären ganze Stadtteile nicht mehr zu halten, Massen an Menschen müssten evakuiert werden. Wie es sich für ein anständiges Horrorszenario gehört, dürften aber natürlich auch die Seuchen nicht fehlen. Man ging sogar soweit, dass die in Ufernähe des Rheins gelegenen Chemiewerke überflutetet seien und somit das Trinkwasser verseucht wäre. All dies ist auf die Erderwärmung zurückzuführen. Der Klimawandel als Auslöser für Flutkatastrophen, genauso wie für Sturmkatastrophen die alles hinweg wehen. Aber warum baut ein Fernsehsender, den man eigentlich als seriös einstufen sollte, solche Horrorszenarien und damit Ängsten bei den Menschen auf?

Die Quote macht es

In diesem speziellen Fall ist die Antwort ganz einfach. Ab heute Abend läuft auf dem ZDF der Zweiteiler `Rückkehr der Sintflut` und Angst ist und war schon immer eine große Triebfeder in der Menschheitsgeschichte, also ist dies natürlich ein grandioser Werbeschachzug in eigener Sache. Ein Fakt der im Übrigen im ZDF-Morgenmagazin häufiger auffällt, es geht viel mehr um die Bewerbung eigener Sendeinhalte, als es zum Beispiel im ARD-Morgenmagazin der Fall ist. Leider muss man auch festhalten, dass das was man im Internetauftritt des ZDF zu diesem Zweiteiler findet, sehr stark an die unseriösen Schaueffekte der Privatsender erinnert. Zurück zum Klimawandel, der heute mit dem Experten Wolfgang Kusch, seines Zeichens Präsident des Deutschen Wetterdienst (DWD), im ZDF-Morgenmagazin diskutiert wurde und natürlich unterstützte er dieses Horrorszenario. Interessant in diesem Kontext war es auch ein Mal mehr gezeigt zu bekommen, dass wir zum Beispiel am heutigen Tag in Köln 20 Grad weniger haben, als es noch genau vor einem Jahr der Fall war. Soviel zum Thema Erderwärmung.

Nun werden Experten sich natürlich gerne darauf berufen, dass man nicht einfach zwei beliebige Tage gegenüberstellen kann, sondern das ganze schon im Gesamten sehen muss. Gerne, erweitern wir den Zeitraum und stellen fest, dass das letzte Frühjahr unbestritten viel zu warm und trocken war, dann halten wir aber bitte auch fest, dass der Sommer viel zu nasskalt war. Gut, auch dieser Zeitraum reicht nicht? Dann nehmen wir die Werte seit 1901 und stellen tatsächlich eine stetige Erwärmung der Erde fest und das auch noch mit einem massiven Temperaturanstieg in den letzten 15 Jahren. Jetzt haben wir einen Zeitraum, den man als Grundlage nehmen kann. Wer sagt das? In diesem Fall der DWD und damit wären wir wieder, in einer gewissen Form, im Bereich des Lobbyismus, denn was sind schon gut 100 Jahre in der Größenordnung die dieser Planet besteht. Was damit ausgesagt werden soll ist, natürlich kann ich mir die Zeiträume so zurechtschustern, wie ich sie für meine Statistik, für das erreichen gewisser Ziele, benötige.

Hungersnot als eine konkrete Folge eines Modells

Klimawandel ist, wie auch schon im letzten Artikel zu diesem Themenkomplex beschrieben, ein Fakt. Fakt ist vor allem, dass es unbeständiger und schwerer vorherzusagen ist. Ich meine die meisten `Wetterfrösche` erklären richtig großartig, wie das Wetter war, schwenken sie dann um auf das was kommt, wird es vielfach wage. Nun gehen wir aber bei den verschiedenen Klimamodellen weit, weit über einen Dreitagestrend hinweg und reden von Jahrzehnte oder gar Jahrhunderten und zeigen dann mit verschiedenen Modellen auf was passieren `könnte`, was sich `erahnen` lässt. Fakten hören sich für mich irgendwie anders an. Wenn wir von Fakten reden, können wir schon ein Mal von den ersten Folgen dessen, was uns unter anderem die Diskussion über den Klimawandel gebracht hat reden, denn das ist sehr konkret. Eine anstehende weltweite Hungerskatastrophe. Denn damit wir nicht alle im Klimachaos verenden, gab es als einen Baustein den Bereich der Biotreibstoffe und genau hier merkt man nun, dass der Anbau der nötigen Rohmassen zu einer massiven, weltweiten Verteuerung der Lebensmittel geführt hat.

Wenn man nun die Worte von Dominique Strauss-Kahn, Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), zu Grunde legt, über die wir gestern schon ausgiebig berichteten, wird es zu der Zerstörung von Volkswirtschaften und Demokratien kommen. Ein hoher Preis den wir dann für einen Baustein im Kampf gegen die Erderwärmung zu zahlen hätten. Und man kann nun nicht sagen, dass eine andere Nutzung der Agrarflächen auf den Klimawandel zurückzuführen ist, wie man es gern manchmal tut. Das veränderte Anbauverhalten ist auf die Marktsituation zurückzuführen und diese basiert zum Beispiel auf den zu Beginn angesprochenen Modellen. Man kann nur hoffen, dass diese Modelle nicht irgendwann ein Mal alle vom Winde verweht sind, keiner mehr Verantwortung hat, da sich plötzlich alle darauf zurückziehen, dass es ja nur Modelle waren und der Planet eben als Folge genau dieser Modelle an vielen Ecken brennt. Denn Schwierigkeiten mit Volkswirtschaften und Demokratien werden wir auch ohne solche Horrorszenarien noch ausreichend erhalten und das ist kein Modell, sondern ein Fakt.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Umwelt

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