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Die Wahrheit des Wortes

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Vier Sterne für die CIA

28. Juli 2011

Irak, Afghanistan und jetzt CIA, dies ist der aktuelle Weg von General David Petraeus. Da auch in Afghanistan mit dem Truppenabzug ganz neue Zeiten beginnen, ist es klar, dass es die Zeit ist in dem das große Personalkarussell ordentlich in Fahrt kommt. NATO-Oberbefehlshaber Petraeus im Amt folgt nun John R. Allen und diesen Wechsel als Zufall zu verbuchen, wäre ein etwa so großer Fehler, wie von der baldigen Befriedung der Hindukusch-Region auszugehen. Man müsste ein Narr sein um zu denken, dass die USA in gut einem Jahrzehnt etwas schaffen, was die Sowjet-Armee in Jahrzehnten nicht schaffte. Aber vielleicht ist die Strategie auch eine ganz andere und dies würde einige Wechsel erklären, denn man sollte auch bedenken, dass die USA nicht alleine in der Region sind, schließlich hatte man in den Tagen nach 911 sehr schnell eine Allianz gegen den Terror geschmiedet und dieser gehört auch Deutschland an und damit auch die Bundeswehr, die in diesem bewaffneten, kriegerischen Konflikt auch immer wieder Schlagzeilen durch Verluste machte und das Thema Verlust macht es auch immer schwerer diesen Feldzug in den USA zu verkaufen. Man sollte nun den Worten, die im Land des Friedensnobelpreisträgers Barack Obama zu hören sind, genau Beachtung schenken, denn auch die Rolle der Bundeswehr in Afghanistan könnte sich bald dramatisch verändern.

Bomben von Bagdad bis Kabul
General David Petraeus fiel in den letzten beiden großen Kriegszügen der USA vor allem durch eines auf und zwar dadurch, dass er militärisch Volldampf fuhr, was mit immer mehr Truppen für kurzfristig mehr Luft sorgte. Damals, als er noch für George W. Bush den Irak befrieden sollte, tat er dies eben auf  seine ganz eigene, besondere Art und Weise. Diese kam scheinbar so gut an, dass der Friedensnobelpreisträger Barack Obama ihn für den Job in Afghanistan holte und spätestens hier wird es außerordentlich spannend, hatten doch so viele Menschen ein Problem damit, als die Truppen für den Irak damals aufgestockt wurden und der Westen hier Vollgas gab. Dies alles war plötzlich unter Obama ganz anders, denn exakt diesen Kurs fuhr Petraeus nun auch in Afghanistan. Beide Kriege kann man nun natürlich nur bedingt miteinander vergleichen. Nur, wenn man sich das Ergebnis im Irak anschaut, ist Friede und Freiheit dort doch bis zum heutigen Tag eher sehr relativ zu sehen und die Lage in Afghanistan, und hier sprechen wir von dem weitaus größeren Problem, stellt sich noch einmal wesentlich komplexer dar. Der Plan hier die Truppen bis 2014 abzuziehen und Frieden und Freiheit zu hinterlassen, darf doch einfach als eine große Illusion bezeichnet werden und genau dies könnte den Amerikaner durchaus bewusst sein und wer weiß schon, was die wirklichen Pläne eines Barack Obamas in diesem Kontext sind.

Wie gut die Strategien des Viersternegenerals David Petraeus langfristig gesehen wirklich waren, werden erst die nächsten Jahre und Jahrzehnte zeigen. Kurzfristig haben sie auf jeden Fall den jeweiligen Chefs politisch weitergeholfen. Wenn man allerdings nun einmal die reine US-Ebene in Bezug auf Afghanistan verlässt, stellt man fest, dass es natürlich längst kein rein amerikanisches Problem mehr ist, sondern eines der westlichen Allianz und damit auch ein Problem für Deutschland, was man auch daran erkennen musste, dass auch Bundeswehrsoldaten in diesem Krieg immer wieder fielen und dies die Nation tief traf. Deutschland könnte nun vielleicht zukünftig und damit auch über 2014 hinaus eine Schlüsselrolle am Hindukusch bekommen, was als Termin im großen Spiel der Politik auch taktisch gar nicht so verkehrt wäre, da zu diesem Termin die nächsten Bundestagswahlen in Deutschland bei normalen Verlauf gerade durch wären. Man könnte dem Volk so noch große Erfolge, die das Ende des Krieges erwarten lassen, verkaufen, um dann, wie durch Zufall, nach den Wahlen plötzlich eine geänderte Gefahrenlage zu haben, auf die man dann natürlich angemessen militärisch reagieren müsste und so wäre ein eigentlich rein amerikanisches Problem, und 911 stellt am Ende des Tages genau dieses dar, ein großes europäisches bzw. deutsches Problem geworden und es gibt Indizien, die scheinbar genau diese These unterstützen.

Sonnige Politikaussichten
In der letzten Woche konnte man im ARD-Morgenmagazin ein Interview zwischen Werner Sonne und General David Petraeus verfolgen und es warf viele Fragen auf. Der General lobte die Deutschen und ihr Engagement in Afghanistan massiv und es wurde auch gelobt, wie die Amerikaner unter ihnen einen so guten Job gemacht hätten und ähnliches. Solche Aussagen sind schon interessant, gab es doch auch oft genug Kritik an diesem Bundeswehreinsatz. Man kann all dies natürlich auch so sehen, dass hier eine Nation beabsichtigt nach vorne geschoben wird, um irgendwann einmal zu erklären, dass sie den Job viel besser machen würde. Folgt man dieser These, könnte dies in der Spitze bedeuten, dass Deutschland den Job der USA am Hindukusch übernehmen soll und hier die Kohlen aus dem sehr heißen Feuer holen soll. Kritische Fragen in diesem Kontext bot dieses Gespräch in Berlin übrigens nicht, was natürlich wieder Fragen im Zusammenhang mit der GEZ-Gebühr aufkommen lassen dürfte, bezahlt man doch mit dieser Art Zwangsabgabe auch diese Art von merkwürdig unkritischen Journalismus aber dies soll an dieser Stelle wirklich nicht das Hauptproblem sein. Diese Verschiebung uramerikanischer Problem, die ihre Wurzeln natürlich schon viel früher hatten, nach Europa und hier speziell nach Deutschland zu verschieben, ist auch finanziell sehr spannend, kostet dieser Krieg doch Milliarden und die USA sind eigentlich schon längst im Bankrott angelangt. Man erkennt an diesen Ausführungen natürlich deutlich, was für ein Stratege, auch auf den letzten Metern, David Petraeus ist und was dies für diesen Teil der westlichen Welt bedeuten könnte.

Nun wechselt genau dieser Mann zur CIA und man darf vermuten, dass dies ein spannender Schritt wird und zwar noch wesentlich mehr für den Rest der Welt, als für die USA selbst. Nicht umsonst wurde auch hier oft genug nach einem Zusammenhang zwischen Konflikten, wie zum Beispiel denen in der arabischen Welt und der Ausweitung des globalisierten Raubtierkapitalismus im Kontext der Pleite der westlichen Welt gefragt und dieser These folgend, dürften natürlich auch die Geheimdienste und damit allen voran die CIA eine maßgebliche Rolle spielen, womit sich dieser Kreis in einer erschreckenden Weise schließen würde. Dies würde dann natürlich auch diese Personalentscheidung noch einmal massiv untermauern und zu gleich zeigen, was auf die Welt in ganz naher Zukunft noch alles zu kommen könnte, im zweiten Jahrzehnt nach 911. Man muss kein Friedensforscher sein, um zu erkennen, dass dies nicht nach einer friedlicheren Zukunft aussieht, vor allem nicht, wenn man sich den bisherigen Weg, die bisherigen Strategien dieses Militärexperten anschaut. Ob all dies im Interesse der Menschheit ist, erklärt sich von selbst aber man weiß auch, dass sich die USA in erster Linie so oder so nur für amerikanische Interessen einsetzen und auch dies zeigt, dass es kaum Unterschiede zwischen Barack Obama und seinem Vorgänger George W. Bush gibt und hier hatte die Welt doch etwas völlig anderes erwartet.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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