Viel Sport und viele Fragen
27. Januar 2012
2012 ist in jedem Fall ein sehr sportliches Jahr, denn es gibt gleich zwei riesige Sportevents. In Polen und der Ukraine findet die Fußball-EM statt und in London stehen die Olympischen Sommerspiele an. Solche Events bringen aber noch viel mehr, als nur Sport mit sich, wie man im Moment schon überall merkt. Denn ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich auch der Kommerz und dass der in Zeiten des totalen Konsumterrors, den Sport in den meisten Fällen schon überlagert, wundert auch kaum noch einen. Für die Big Player der Wirtschaft gilt für beide Sportgroßevents das olympische Motto, denn sie sind alle dabei und das ist schließlich alles. Schade nur, dass der Sport immer weiter in den Hintergrund rutscht und dass man solche Veranstaltungen nicht auch einmal dazu nutzt, gesellschaftliche Verbesserungen in Gang zu setzen. Dies würde sich natürlich gerade in der Ukraine, einem Land mit massiven Demokratiedefiziten, sehr anbieten aber wie zuletzt noch die letzten Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking gezeigt haben, nehmen die Verantwortlichen aus der Wirtschaft und der Politik auf Belange, wie Demokratie oder Menschenrechte, eher selten Rücksicht, Hauptsache der Rubel rollt.
EURO 2012
In diesem Sommer treten in Polen und der Ukraine die 16 besten Nationalmannschaften Europas gegeneinander an. Zu Polen kann man als Austragungsland eigentlich nur sagen, dass hier so gut wie alles richtig gelaufen ist und man davon ausgehen darf, dass es ein voller Erfolg wird. In der Ukraine hingegen sieht es schon wieder ganz anders aus. Da ist zum Beispiel das finanzielle Problem, denn auch dadurch, dass die Baukosten völlig explodiert sind, wird es wohl in einer finanziellen Katastrophe enden aber wenn man einmal ehrlich ist, was will passieren? Im schlimmsten Fall könnte der Ukraine der Staatsbankrott drohen. Wie man mit genau so etwas umgeht, lernen die großen Europäer gerade, von daher passt es nur ins Bild. Staatsdefizite sind mittlerweile so etwas, wie eine Auszeichnung, hat man manchmal das Gefühl, vielleicht ist es auch einfach nur eine versteckte Bewerbung der Ukraine für die Eurozone, überraschen tut einen auf diesem Sektor letztendlich schon lange nichts mehr. Natürlich müsste vorher noch der Eintritt in die Europäische Union (EU) geregelt werden aber da steht als nächstes erst einmal Kroatien auf der Agenda.
Jetzt ist es natürlich so, dass spätestens seit der Verurteilung der früheren Staatschefin Julia Timoschenko, jeder verstanden haben müsste, wie es in der Ukraine mit der Demokratie aussieht aber schaut man sich den immer massiver werdenden Demokratieabbau innerhalb der EU an, gibt es auch an dieser Stelle bestimmt Möglichkeiten sich anzunähern. Fußball ist es, was hier eigentlich im Vordergrund stehen sollte, genau dies ist aber natürlich bei einem solchen Austragungsland mehr als schwer. Eine Erschwernis, die übrigens die Sponsoren und Werbepartner nicht sonderlich zu stören scheint, denn sie werben, wie immer und man hat nicht das Gefühl, dass sich irgendjemand der Big Player, um die hier genannten Vorbehalte kümmert. Auch dieser Fakt ist allerdings, als durchaus nachvollziehbar einzustufen, da natürlich auch eine Vielzahl genau dieser Unternehmen auch immer wieder auftauchen, wenn es um die Diktatur des Kapitals geht, was deutlich macht, dass man auch hier davon sprechen kann, dass die Welt ein bisschen näher zusammenrückt. Leider ist dies in diesem Zusammenhang alles andere, als etwas, was man, als eine positive Entwicklung bezeichnen könnte. So macht Fußball natürlich nur noch halb so viel Spaß.
Olympia 2012
Aber außer dem ganz großen Fußballzauber gibt es in diesem Sommer, wie bereits angesprochen, noch viel, viel mehr in Sachen Sport und in London warten die Olympischen Spiele. Natürlich gibt es auch hier die üblichen kapitalistischen Probleme aber diese könnten noch in den Hintergrund treten, denn hier könnte es ein noch viel größeres Problem geben. Internationaler Terrorismus, heißt das Stichwort hier. Völlig unabhängig, wer hinter all dem Terror seit 911 wirklich steckt, bieten die Spiele in London natürlich ein großes Ziel. Dies gilt im Übrigen leider auch für alle Trittbrettfahrer oder wie will man die Verwirrten oder gestörten Menschen nennen, die so viel Angst und Schrecken verbreiten können, wie zuletzt der Norweger Anders Behring Breivik. Man muss nun schauen, wie lange es dauert, bis die ersten größeren Warnungen in diesem Kontext die Runde machen und dann schauen, wie damit umgegangen wird. Eine Stadt wie London kann man im Kontext eines solchen Megaevents niemals auch nur im Ansatz sicher gestalten und wie schnell hier Straßen in Flammen aufgehen und wie schwer es ist so etwas in den Griff zu bekommen, zeigten die schweren Ausschreitungen die hier noch im letzten Jahr tobten.
2012 wird ein ganz besonderes Jahr, dies steht fest und natürlich tragen diese beiden großen Sportevents in jedem Fall auch ihren Beitrag genau dazu bei. Es steht aber leider auch fest, dass man noch nicht sagen kann, ob die Besonderheit des Jahres 2012 eine gute sein wird oder eher genau das Gegenteil. Risiken gibt es sehr viele, die Nebenwirkungen sind auch bestens bekannt und so bleibt am Ende des Tages wieder vor allem die Hoffnung, dass alles irgendwie gut gehen wird und man sich nachdem Sommer vor allem an sportliche Höchstleistungen von Polen über die Ukraine bis nach England erinnern wird. Natürlich gilt es auch hier noch ein letztes Problem zu erwähnen, denn auch Höchstleistungen kann man in der heutigen totalen Leistungsgesellschaft auch eher nur noch kritisch betrachten, wie im Bereich des Fußballs in den letzten Jahren vor allem Krankheitsbilder, wie Burn out und Depressionen gezeigt haben und bei den Olympischen Sommerspielen wird man es wohl in irgend einer Art und Weise auch wieder mit dem Thema Doping zu tun haben. All dies zeigt natürlich, wie groß der Leistungsdruck ist und dies stellt in traurige Weise ein sehr gutes Spiegelbild der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit dar.
Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Sport · Wirtschaft































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