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Die Wahrheit des Wortes

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Verzicht einschalten – AKWs abschalten

18. März 2011

Im Moment tut sich eine große Protestbewegung gegen Atomkraft und Atomstrom auf, dem kann und sollte man, gerade auch unter den aktuellen Geschehnissen in Fukushima vor den Toren Tokios, nicht widersprechen. Aber auch hier gilt es die Gesamtheit zu betrachten und dies scheinen doch einige Atomkraftgegner nicht zu tun. Die Problematik ist wirklich weitreichender, als es auf Anhieb scheint. Man muss natürlich auch berücksichtigen, dass solche Bewegungen im Augenblick eines solchen weltweiten Schocks, wie man ihn im Moment erlebt, immer Konjunktur haben. Man darf auch davon ausgehen, dass ein nicht unerheblicher Teil von der Politik und den Medien instrumentalisiert wird. Dies konnte man zu letzt noch bei den Protesten gegen Stuttgart 21 erleben, die so schnell, so groß waren und dann auch wieder verschwanden ohne das nachhaltig etwas erreicht wurde. In Fragen des Protestes gegen die Atompolitik muss sich erst noch beweisen, dass es anders sein wird. Es gilt auch festzuhalten, dass hier einige Grundlagen einfach nicht richtig sind, wie zum Beispiel, dass weitverbreitete Überraschungsszenario, welches Fukushima begleitet. Es war hinreichend bekannt, dass die Betreibergesellschaft Tepco vor allem auch für Vertuschungsskandale bekannt ist und die meisten, die im Moment protestieren, müssten auch noch die schrecklichen Bilder aus Tschernobyl vor Augen haben. Neu oder überraschend ist hier also wirklich gar nichts.

Sind die besten Jahre schon vorbei?
Es ist einfach so, dass die Antiatomkraftbewegung ihre besten Zeiten wohl schon lange hinter sich hat. Ob es nun zu einem großen Comeback kommt oder man doch nur ein manipuliertes Strohfeuer im Kontext der aktuell anstehenden Landtagswahlen sieht, wird sich sehr bald schon zeigen. Man muss aber natürlich auch schauen, woher die Probleme kommen und da ist man schnell beim Lebensstil, gerade auch der Industrieländer und die Grundfrage wird immer mehr, wann man dort, also auch hier in Deutschland, beginnt zu verzichten und ohne Verzicht wird es nicht gehen. Hier dürfte der Spaß schon für einige aufhören. Weniger Fernsehkonsum, einfach einmal aufs Internet verzichten, keine Browserspiele mehr spielen, all dies wären schon einmal kleine Ansätze mit denen man Energie sparen könnte und desto mehr man so die Ressourcen schont, desto unnötiger werden auch Technologien, wie zum Beispiel eben auch Kernenergie. Es liegt aber nicht gerade in unserer Natur zu verzichten, denn dies sollen doch lieber meist die anderen tun. Genau diese Mentalität ist es dann auch, die dazu führt, dass sich nichts ändert, egal wie heftig man auch protestiert. Diese Philosophie gilt es übrigens nicht nur im Bereich des Energieverbrauchs zu berücksichtigen, denn es gibt noch weitere Gefahren, als die, die sich nun von Japan aus auf den Weg um die Welt machen werden.

Es ist noch nicht allzu lange her, da gab es in Deutschland eine großen Dioxinskandal, auch hier war der Aufschrei groß und auch gleich wieder verstummt. Geiz ist geil, war hier das Problem, eine weitere weitverbreitet negative Grundeinstellung in dieser Gesellschaft. Auch Dioxin ist ein hoch krebserregendes Gift und auch hier könnte man mit einem Mentalitätswandel etwas verändern. Auch hier wäre Verzicht eine Antwort. Demonstrieren zu gehen, wenn die Medien etwas anschieben, egal ob es ein Dioxinskandal oder eine plötzlich neu aufkommende Antiatomkraftbewegung ist, kann nicht unbedingt schädlich sein aber man muss auch am Ball bleiben, wenn es in den Medien schon wieder andere Themen gibt. Jeder hat es in der Hand, was auf den Tisch kommt, was in den Tank kommt und natürlich auch wie viel Energie man verbraucht. Nur, wenn jeder so weiter lebt wie bisher, wird sich rein gar nichts verändern. Man schaltet vielleicht ein paar Atomkraftwerke (AKW) in Deutschland ab und greift auf die in den Nachbarländern zurück oder geht wieder mehr auf Kohle und schädigt damit die Umwelt aber was hätte all dies dann am Ende des Tages gebracht?

Eine lustige Gemeinschaft?
Man darf auch nicht unterschätzen, wie mächtig die Lobby ist gegen die man hier antritt und man sollte nicht glauben, dass diese Art der Lobbyarbeit durch eine andere Regierung ihre Ziele weniger erreichen würde, man würde es dem Volk nur anders, grüner verkaufen. Die Stärke der Lobby sieht man auch deutlich, wenn man sich einen Blick auf die Europäischen Union (EU) gönnt. Die Gemeinschaft, die es immer wieder schafft fast alles zu überreglementieren. Es gibt strenge Normen für Gurken und Kondome aber im Bereich der Sicherheit der über 140 AKWs, die man in Europa findet, kann man sich nicht in Ansatz einig werden, da kann und muss man schon von einer lustigen Gemeinschaft sprechen, auch wenn in diesem Kontext eigentlich gar nichts wirklich lustig ist. Am Ende des Tages und auch dies kann niemanden wirklich überraschen, reden wir auch bei Atompolitik letztendlich nur von Wirtschaftspolitik und so lange die Märkte durch die Kunden und ihr Verhalten rentabel gehalten werden, wird sich auch an diesem Markt nichts nachhaltig verändern. Die Politik wird alles daran setzen, dass die Energieversorger keinen Grund zur Klage haben, dass hat sich gerade auch erst im Bereich der Einführung des E10-Kraftstoffes gezeigt und an dieser Stelle hat sich auch gleich wieder gezeigt, welche Aufgabe zum Beispiel der Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat es jetzt schon geschafft einige Menschen mit ihrem Moratorium im Kontext der Laufzeitverlängerung zu beeindrucken und es gibt Menschen, die wirklich meinen, hier ginge es nicht um wahltaktische Manöver, sondern um die Sorge gegenüber der Bevölkerung. Abgesehen davon, dass es noch mehr als fraglich ist, ob dieses Moratorium überhaupt mit deutschem Recht vereinbar ist, bleibt abzuwarten, ob hier am Ende wirklich mehr als die üblichen leeren Worthülsen bleiben. Wie gesagt, der einfachste und nachhaltigste Weg im Bereich der Veränderung liegt noch immer darin, wenn man verzichtet und den ständig anwachsenden Konsumterror einfach boykotiert. Geht man weiter die alten ausgetrampelten Pfade, wird man früher oder später in der einen oder anderen Form auch hier Zustände erleben, wie aktuell in Japan und dies kann eigentlich niemand wirklich wollen. Denn nach Tschernobyl und Fukushima, um nur die Highlights in diesem Bereich zu nennen und kleinere Störfälle und vor allem auch die massive Problematik der Endlagerung einfach einmal zu ignorieren, weiß schon keiner, wie nachteilig sich all dies auch auf die Gesundheit in Deutschland mittelfristig oder gar langfristig auswirken wird. Allein schon aus diesem Grund sollte jeder sofort seinen Verzicht einschalten und dann über das Abschalten von AKWs debattieren und nicht umgekehrt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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