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Die Wahrheit des Wortes

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Verliert Barack Obama diesmal?

29. Oktober 2010

In nur wenigen Tagen, am 2. November ist es soweit und dann stehen schon wieder Wahlen in den USA an. Diesmal geht es um das Repräsentantenhaus und man geht davon aus, dass es eine Schlappe für Barack Obama, den 44. Präsidenten der USA, geben wird. Es ist nicht mehr viel übrig von dem, was noch vor zwei Jahren für solches Aufsehen gesorgt hatte. Yes we can hallte es damals quer durch das Land und was für positive Veränderungen der erste schwarze Präsident mit sich bringen würde, konnte man über all sehen. Er wurde in den Himmel gelobt und mit ihm sollte sich alles zum Besseren wenden. Heute steht fest, dass all dies nichts mit der Hautfarbe zu tun hat, denn trotz eines Nobelpreises im letzten Jahr, bleiben die Probleme, wie sie sind bzw. wurden sie während seiner Regierungszeit noch schlimmer. Der große Wandel blieb aus, vom Weltfrieden ist man am Ende des Tages genauso weit entfernt, wie immer. Was bleibt ist eine Schar enttäuschter Wähler und genau dies könnte Obama jetzt zum Verhängnis werden.

Auf beiden Seiten des Ozeans
Nun ist die Wahl noch nicht verloren und einige hatten auch vor zwei Jahren lange noch den Republikaner John McCain ganz oben auf der Agenda stehen aber mit Hilfe eines nie zuvor gesehenen Medienhypes, schaffte es dann doch Barack Obama. Aber man muss auch einräumen, dass es diesmal richtig schlecht aussieht, denn die Unterstützung ist nicht annähernd mehr die, die es noch vor zwei Jahren war. Es scheint als hätten es doch viele Amerikaner geschafft in nur zwei Jahren die Realitäten zu akzeptieren und dies war wohl in vielen Fällen schmerzhaft, denn gerade die Wirtschaft macht noch ordentlich Probleme und am Arbeitsmarkt sieht es so gar nicht rosig aus. Zwei Jahre hatte Barack Obama jetzt schon Zeit für gravierende Veränderungen zu sorgen aber es gelang ihm kaum etwas. Anfangs trumpfte er noch mit seinen Träumen und Illusionen auf, wurde dann aber schon bald von den Fakten der Realität eingeholt. Für all seine Visionen erhielt er sogar im letzten Jahr den Friedensnobelpreis aber auch damals war die Kritik schon groß und dies natürlich auch gerade im Kontext zum Afghanistankrieg.

Was er und sein Team alles versprachen und so natürlich, ordentlich von den Medien unterstützt, den Wahlsieg vor zwei Jahren doch noch einfuhren, wirft aktuell die Frage auf, ob nun noch genug übrig geblieben ist, was Barack Obama und die Demokraten legitimiert diese Nation zu führen. Auf der anderen Seite des Ozeans in Deutschland, wo man den Obama-Wahn auch gerne mitgemacht hat, hat man nun übrigens ähnliche Probleme, denn hier ist in dieser Woche die Tigerentenkoalition nun schon seit einem Jahr an der Macht und auch hier ist nicht viel geblieben von all den Versprechungen, die es damals noch gab. Schaut man sich die aktuellen Umfragewerte an, sieht es auch in Deutschland für die Sieger aus dem letzten Urnegang gar nicht mehr so gut aus. Denn auch hier wurde, wenn auch in ganz anderen Dimensionen, alles doch ganz anders dargestellt, als in der heutigen Realität aussieht und auch hier erfüllt es die Menschen mit Wut, Zorn und Unzufriedenheit. Man darf auch nie vergessen, dass all die fernen, amerikanischen Probleme, gerade auch in einem wirtschaftlichen Kontext, zu unseren Problemen werden können und auch dies wäre schließlich nicht das erste Mal.

Keine Spur von Armut
Wenn man sich den aktuellen US-Wahlkampf in den letzten Wochen etwas genauer angeschaut hat, wurden einem einigen unschöne Fakten deutlich. So zum Beispiel, dass das Niveau auch diesmal noch weiter abgesunken ist und man sich fragt, wie das noch weitergehen soll. Ein anderer Aspekt sind die Kosten, denn noch nie kostet ein Wahlkampf soviel Geld und das ist natürlich umso erstaunlicher, schaut man sich die miserable Lage am Arbeitsmarkt oder die Problematik der Obdachlosigkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten einmal an. Auch hier erkennt man deutlich, wie weit entfernt die Politik von den Menschen ist. Es platzen immer mehr Illusionen, die Armen müssen feststellen, dass es ein anderes Leben gibt, in dem von Armut nicht im Ansatz die Rede ist. Die Menschen müssen aber auch begreifen, dass es egal ist, ob man von einem schwarzen Präsidenten oder von einer Frau als Bundeskanzlerin spricht, die aus dem Osten des Landes kommt, am Ende des Tages ändert auch dies nichts an den politischen Spielregeln. Es geht hierbei um viel mehr, als um irgendwelche Personen und ihre besonderen Merkmale, auch dies sollten sich die Menschen für die Zukunft einprägen.

In dieser Phase des Raubtierkapitalismus in der man sich in diesen Tagen befindet, kann man miterleben, wie versucht wird Politik endgültig vom Volk abzukoppeln. Man schaffte eine politische Clique, die mehreren Parteien angehören kann und diese wird dann in der Regel von Lobbyisten ferngesteuert. Natürlich ist von alldem auf den ersten Blick, wenn es um Wahlen geht, nichts zu spüren und an dieser Stelle holt man sich dann natürlich auch gleich die Legitimation, um nachher behaupten zu können, dass alles demokratisch geschehen sei und nur dem Wohle der Nation diene. In Deutschland spürt die Politik die Unzufriedenheit im Moment vom Ländle, wo der Protest gegen Stuttgart 21 kein Ende nimmt, bis ins Wendland, wo die Castortransporte nach Gorleben noch bevorstehen. Bei Barack Obama heißt das große Problem Mittlerer Westen, genau die Region, die ihm noch vor zwei Jahren half Präsident zu werden, könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Es bleibt abzuwarten, was noch alles geschehen muss bis die Politiker begreifen, dass sie mit ihrer aktuellen Arbeitsweise beim Volk keinen Blumentopf gewinnen werden, sondern sich der Widerstand nur, in der ein oder anderen Art und Weise, mehr und mehr äußern wird.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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