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Die Wahrheit des Wortes

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Verbrechen macht reich

26. Mai 2011

Aktuell machen die schweren Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, Schlagzeilen und man fragt sich, ob man hier wirklich von einem Verbrecher sprechen muss. Das so etwas zu mindestens im Bereich des denkbaren liegt, wirft einmal mehr kein gutes Licht auf die internationale Finanzwelt. Man fragt sich, wie viel kriminelle Energie in diesem Bereich der Wirtschaft aber letztendlich auch in allen anderen Bereichen steckt und ob nicht viel mehr Verbrechen mittlerweile ein Erfolgsmodell geworden ist. Denn scheinbar gibt es kaum noch erfolgreiche Firmen, die nicht in irgendeiner Art und Weise zu mindestens den Verdacht haben aufkommen lassen, dass es bei ihnen nicht immer nur legal zu geht. Überzogen gesagt, könnte man die Frage in den Raum stellen, ob zum Beispiel der DAX nicht eher eine kriminelle Vereinigung widerspiegelt, als einen Unternehmensindex. Siemens hat seine große Korruptionsaffäre gerade erst hinter sich gebracht. Illegale Überwachung von Mitarbeitern scheint auch schon fast zum guten Ton bei den Big Playern von der Telekom bis zur Deutschen Bahn AG zu gehören und die Vorstände der Deutschen Bank trifft man auch immer wieder vor Gericht an.

Deutsche Bank auf Erfolgskurs
Gerade erst gab die Deutsche Bank bekannt, wie erfolgreich man doch ist und das man diesen Zustand doch in der Zukunft auch noch massiv ausbauen möchte. Das sind Statements die man in der Finanzwelt natürlich gerne hört aber es gibt auch schon seit Monaten andere Nachrichten von dem Bankhaus, welches von Josef Ackermann geleitet wird, der seinen Geburtstag auch schon einmal gerne im Kanzleramt feiert. In Südkorea gab es Handelsverbote gegen die Bank und in Hongkong wurden gleich zwei Manager verhaftet. In den USA steht man vor einer riesigen Klage im Kontext scheinbarer Falschbewertungen von Immobilien, die wohl einen Teil der US-Immobilienkrise ausmachten, die auf direktem Wege in die Weltwirtschaftskrise, mit der man bis zum heutigen Tage zu kämpfen hat, führte. Natürlich fragt man sich gerade in solchen Fällen, wie groß der Anteil an kriminellen Machenschaften am Erfolg solcher Unternehmen ist und natürlich fragt man sich auch, wieso so etwas scheinbar immer wieder möglich ist. Die Ankündigungen aus der Politik, die es nachdem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise gab, waren so groß und vielversprechend aber jetzt muss man wohl festhalten, dass es nichts als leere Worthülsen waren. Scheinbar ist hier die breiten Masse einmal mehr hinters Licht geführt worden, um sie zu beruhigen, denn schließlich sind sie es auch, die am Ende des Tages auf dem ein oder anderen Weg die Zeche zahlen dürfen, während sich die Konzernlenker mit ihren vermeintlichen Erfolgen brüsten.

Ein anderes Beispiel. SONY ist offensichtlich nicht in der Lage die Daten seiner Kunden ausreichend zu schützen und steht damit nicht alleine auf dem Parkett der Globalplayer, denn man hört immer wieder, dass bei großen Unternehmen sensible Kundendaten gestohlen werden. Aber auch hier hält sich die Politik sehr zurück und schützt damit nicht ihre Bürger. Gleiches gilt natürlich für die illegale Überwachung von Mitarbeitern, von der man auch immer wieder hört. Hier kommt es regelmäßig zu einem Aufschrei, der kurz durchs Land geht und dann geht alles weiter, wie zuvor auch. Man scheint hier erkennen zu können, dass die große Nähe zwischen Politik und Wirtschaft, die natürlich auch in Deutschland besteht, nicht im Sinne derer ist, die den Politikern in Wahlen immer wieder vertrauensvoll ihre Stimme geben. Wie weit eine solch negative Verflechtung im Notfall gehen kann, zeigte auf erschreckende Weise das Beispiel der Betreiberfirma des Atomkraftwerkes von Fukushima, wo man bis jetzt den Super-GAU noch nicht im Griff hat aber dafür noch immer ein großes Maß an Verantwortung behalten darf und dies obwohl mittlerweile jeder weiß, wie viel Unwahrheiten Tepco bislang schon verbreitet hat. Auch hier zeigt sich eine auffällige Zurückhaltung der Politik. Solche Fälle findet man übrigens auch in Deutschland und auch hier stellt sich die Politik gegenüber der Wirtschaft oft nur als Bittsteller dar. So kommt man zu einer weiteren spannenden Frage und zwar der, wer im Land eigentlich wirklich die Macht hat?

Gerechtigkeit am Beispiel Steuerhinterziehung
Man erinnert sich auch noch gut an den Erfolgsmanager Klaus Zumwinkel und den Fall seiner Steuerhinterziehung und auch hier fiel es vielen Menschen schwer beim Urteil von Gerechtigkeit zu sprechen. Kommt es im Bereich solcher Personen wirklich einmal zu Verurteilungen sind die Strafen doch oftmals milde und haben auf das Leben der verurteilten Person kaum allzu große Auswirkungen. Eine Menge Menschen in Deutschland stellt sich bei maroden Strassen und einem immer massiveren Rückbau des Sozialstaates und ähnlichen Negativentwicklungen die Frage, wofür man eigentlich noch Steuern und andere Abgaben zahlen sollte. Die Möglichkeit diese Ausgaben legal, wie auch illegal zu minieren ist allerdings sehr beschränkt, was natürlich bei international operierenden Konzernen und ihren Protagonisten noch einmal ganz anders aussieht. Entscheidet man sich als Privatperson oder Kleinunternehmer Ausgaben auf nicht legalem Wege zu minimieren, muss man allerdings mit Strafen rechnen, die sehr wohl massiven Einfluss auf den weiteren Verlauf des Lebens bzw. des Unternehmens haben. Somit ist es verständlich, dass viele Menschen das System, welches man mittlerweile auch in Deutschland vorfindet, als ungerecht einstufen. Dies ist natürlich auch einer der Punkte, der zu einer immer massiver werdenden Spaltung der Gesellschaft führt und genau dies sollte die Politik verhindern und hätte eigentlich auch die Möglichkeiten, allerdings bleibt dies vielfach einfach aus. Dadurch ergeben sich zwangsläufig dann allerdings noch weitere gesellschaftliche Veränderungen über die man sich auch nicht allzu erstaunt zeigen sollte.

Wenn ein leichtfertiger Umgang mit dem Gesetz in gewissen Bereichen, als machbar eingestuft wird oder scheinbar auch noch zum Erfolg wird, darf man sich nicht wundern, wenn die breite Masse der Menschen diesem Weg auch versucht zu folgen. Dies sieht man zum Beispiel sehr schön im Bereich der Schwarzarbeit, dass hier der moralische Zeigefinger immer wieder soweit erhoben wird, ist gerade in Zeiten des globalisierten Raubtierkapitalismus natürlich der pure Hohn. Konzerne verschwinden immer mehr in Billiglohnländern und bauen dafür, zum Beispiel auch in Deutschland, Arbeitsplätze ab bzw. drücken so das Lohnniveau auch hier immer mehr in den Keller und dann wird einem etwas vom fairen Verhalten innerhalb der Gesellschaft erzählt. Konzerne können scheinbar völlig frei von fast allen Regeln agieren und das zum Leidwesen der Massen und diese sollen sich dann moralisch in irgendeiner Form verantwortlich zeigen bzw. fühlen, weil sie sich ein wenig hinzu verdienen oder sich auch einmal Urlaub über eine Krankmeldung erschleichen? Eine solche Erwartungshaltung sollte wirklich niemand haben, man sollte sich eher darauf einstellen, dass diese Entwicklungen noch massiver werden, weil die Menschen immer mehr verstehen, dass dies genau der Weg ist, mit dem die Politik und die Wirtschaft eben scheinbar Erfolg hat und kaum einer fragt hier nach moralischer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit, wenn immer wieder Wahlversprechen gebrochen werden oder es sich wieder zeigt, wie viel kriminelle Energie in der Wirtschaft anzutreffen ist.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » Der Wurm und die Mafia // 3. Jun 2011 at 13:20

    [...] Jahr, immer wieder ein Thema und zwar eher ein negatives, sprach man doch immer wieder auch von mafiösen Zuständen im Kontext der FIFA. Dies zeigt natürlich ganz deutlich, dass im internationalen System des [...]

Schreib was dazu