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Die Wahrheit des Wortes

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Verbraucherschutz? Fehlanzeige!

27. April 2009

In diesem Artikel wird es unter anderem um ein spannendes Zahlenbeispiel gehen. In der Hauptsache geht es allerdings um das Thema Verbraucherschutz, für welches es in diesem Staat immerhin ein eigenes Ministerium, unter Leitung der Ministerin Ilse Aigner (CSU) gibt. Diese machte zu letzt noch Schlagzeilen wegen eines Verbotes von Genmais in Deutschland. Heute geht es allerdings um die Frage der Lebensmittelqualität in diesem Land im allgemeinen und dies gerade auch im Kontext zu den vielen so genannten Discountern, die in Deutschland mittlerweile die Vormacht haben und auf die auch immer mehr Menschen, auf Grund der massiven sozialen Schieflage im Land, angewiesen sind. Natürlich ist hier alles bestens kontrolliert und genormt aber es stellen sich trotzdem zwei grundsätzliche Fragen. Zum einen, wie kann es unter den genannten Umständen immer wieder zu den großen oder kleinen Lebensmittelskandalen kommen und zum anderen, warum ändert sich an diesem Zustand nichts. Es scheint ein gewisses System dahinter zu stecken, ähnlich des Zickzackkurses der Regierung beim angesprochenen Genmaisverbot.

Psychologie ist alles!

Diesen Satz kennt man natürlich vor allem auch von den Börsen aber auch in anderen Geschäftsfeldern spielt er natürlich eine große Rolle. Ein einfaches Beispiel, welches jeder kennen dürfte, man tätigt einen Großeinkauf beim Lebensmitteldiscounter, packt zuhause alles aus und stellt fest, dass irgendetwas verschimmelt ist. Meistens sind dies allerdings Teile deren Wert im Centbereich liegt. Also stellt sich die Frage, ob es sich wohl lohnen würde wieder zum Verkäufer zurückzukehren. In den meisten Fällen lässt man es dann. Wir haben hier in der Redaktion ein Mal durchgerechnet, dass wenn man nur von einem Euro pro Monat, für solche Fälle ausgeht und man eine 60-jährige Lebenseinkaufszeit zu Grunde legt, geht es bei 80 Millionen Einwohnern in diesem Land, um fast eine Milliarde Euro pro Jahr und dies für Waren, die nicht mehr hätten verkauft werden können. Natürlich steht es jedem frei diese Waren umzutauschen aber scheinbar setzt man bewusst auf den gerade genannten psychologischen Effekt. Nehmen wir ein Toastbrot für 45 Cent, würden sie deshalb nun die Aufsichtsbehörden einschalten und was würde wohl passieren, wenn sie es tun. Es würde wohl als Kleinigkeit bzw. Einzelfall untergehen und keine großen Konsequenzen für den Discounter nach sich ziehen.

Stellen sie sich nun vor, sie würden dieses Toastbrot stehlen und würden erwischt. Richtig, nun ist es keine Kleinigkeit mehr und auch nicht mehr bedeutungslos, denn auch solchen Sachverhalten muss nachgegangen werden, da es natürlich die Masse macht. Dies bedeutet sie haben mit Sicherheit ein Verfahren wegen Ladendiebstahl zu erwarten. Es ist schon erstaunlich, dass es hier genau umgekehrt läuft. Eine Umfrage von fairschreiben.de hat ergeben, dass man übrigens keinesfalls von Einzelfällen sprechen kann, es hat eher den Anschein, als ob es hier um einen Teil einer gewissen Wirtschaftspolitik dieser Discounter geht. Dies ist übrigens nicht der einzige Punkt an dem Kunden ganz offensichtlich unter gewissen Unternehmensstrategien zu leiden haben. Ein anderes Beispiel, die Warenkalkulationen im Bereich der Lagerhaltung wird scheinbar immer strenger, dies bedeutet, dass es zum Beispiel vor verlängerten Wochenenden oder auch Feiertagen, immer häufiger zu gewissen Engpässen bei den Discountern kommt. Der Vorteil für den Discounter, er kann sich sicher sein, dass ihm nicht zu viel Ware verdirbt, was natürlich wieder Kosten verursachen würde. Da die Discounter auch mehr und mehr die Tante-Emma-Läden und Spezialitätengeschäfte verdrängt haben, haben sie nun natürlich eine fast schon monopolartige Stellung am Markt, die sie an solchen Punkten scheinbar auch ausspielen, denn wenn es einem nicht passt, gibt es kaum noch Alternativen, zu denen man ausweichen könnte.

Strafen ausreichend?

Gerade in der heutigen Zeit kommt natürlich auch noch erschwerend hinzu, dass immer mehr Menschen auf die Niedrigpreise der Discounter angewiesen sind, da sie anders gar nicht mehr überleben könnten. Gerade im Kontext dieses immer größer werdenden Teils der Gesellschaft, sollte man auch hier verstärkt auf den Schutz der Konsumenten achten aber dies geschieht scheinbar nicht im ausreichenden Maße. Wenn man sich nur ein Mal in seinem direkten Umfeld umhört, wie oft Lebensmittel zum Beispiel vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum verdorben sind, stellt sich die Frage, warum dies nicht bei Lebensmittelkontrollen auffällt. Die nächste Frage die sich stellt ist die nach den Strafen, die es für solche Vergehen gibt. Scheinbar sind diese nicht allzu effizient, denn wären sie es, würde sich der Zustand verbessern. Es hat allerdings hier den Anschein, als stünden die Volksvertreter eher auf Seiten der Wirtschaft bzw. des Handels, als auf der Seite der Menschen, die ihnen mit ihrer Stimme das Vertrauen ausgesprochen haben. Eines von beidem scheint, wie geschildert, in diesem System nicht zu funktionieren, wie gesagt, entweder sind es die Kontrollen oder aber die Strafen. Auf jedem Fall kann man hier nicht von einem funktionierenden System sprechen. Da wirkt die Argumentation im Kontext des zu Beginn angesprochenen Genmaisverbots auch wie Hohn, da man dort mit einer zu hohen Konzentration im Bereich der Lebensmittelproduktion argumentierte. Wenn dem wirklich so wäre, gäbe es in Deutschland vorher noch einige andere Sachverhalte abzuarbeiten.

Jedem sind die Fleischskandale bekannt, die Deutschland in einer auffälligen Regelmäßigkeit heimsuchen. Immer wenn es wieder soweit ist, wird darauf hingewiesen, dass verdorbenes Fleisch nicht wirklich gesundheitsschädigend sei. Es stellt sich dann natürlich die Frage, warum es dann, ab einem gewissen Zeitpunkt, nicht mehr verkauft werden darf. Man hat oftmals das Gefühl als würden gerade auch im Bereich der Lebensmittelsicherheit die Gefahren bewusst klein geredet. Denn bei den in diesem Artikel angesprochenen Waren, sprechen wir von den Waren, wo der Grad ihres Verderbens offensichtlich ist. Man mag sich gar keine Gedanken darüber machen, wie oft man verdorbene Waren isst, ohne dies zu bemerken. Denn gerade auch im Sektor Fleisch, kann man mit Würzmischungen und Verwurstung doch sehr vieles vertuschen. Dem gegenüber stehen dann immer stärker ansteigende Zahlen von Allergikern und ähnlich chronisch erkrankten Menschen. Man darf durchaus annehmen, dass ein gewisser Kontext zwischen einem recht regelmäßigen Konsum verdorbener Lebensmittel und solch chronischen Erkrankungen besteht. Zynischerweise scheint dies auch der einzige Weg zu sein, hier für ein Umdenken in der Politik zu sorgen. Denn auch hier gilt, wenn sich klären würde, dass es einen Zusammenhang zwischen der Qualität der Lebensmittel in Deutschland und den Krankheitskosten gibt, würde es zu einem politischen Umdenken kommen, denn Kapital ist das was in diesem Land Dinge bewegt, der reine Gesundheitszustand jedes Einzelnen, reicht da leider schon lange nicht mehr aus. Denn bei der Lebensmittelwirtschaft sprechen wir natürlich auch von einer sehr großen Lobby, die ganz offensichtlich auch immer größeren Einfluss auf die Politik nimmt. Dies ist natürlich kein Einzelfall, was die Sachlage allerdings auch nicht besser macht.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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