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Die Wahrheit des Wortes

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Verbot von Champus bei Geschäftsessen

1. Oktober 2010

Diese Woche stand ganz im Zeichen der völlig verfehlten bzw. scheinbar ganz bewusst fehlgeleiteten Debatte um die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Man hätte ein Drehbuch des Wahnsinns gar nicht besser schreiben können aber im politischen Berlin verkauft man so etwas auch noch als Realität. Die Bundesregierung ist nicht im Stande eine anständige Gesundheitsreform auf die Beine zu stellen, die für ein gesünderes Deutschland sorgt. Man spart immer mehr Geld, beim immer größer werdenden Teil der Bevölkerung ein, der auf Grund raubtierkapitalistischer Auswüchse in die Armut abrutscht und fördert somit die Fettleibigkeit eines immer größer werdenden Anteils der Bevölkerung. Geht es allerdings um die Einsparungen im Bereich Hartz IV, spielt man sich in Berlin plötzlich auf, als hätte die Gesundheit der Nation höchste Priorität. Vielleicht sollte man einmal ganz anders an den Gesamtkontext herangehen, denn es gibt Möglichkeiten noch viel mehr Geld an ganz anderer Stelle zu sparen.

Die Gesundheit der Nation
Es ist sehr spannend mit anzusehen, wann Gesundheitsfragen in Deutschland relevant sind und schnell abgearbeitet werden. Zuletzt war dem so, als die Pharmalobbyisten Massensterben in Deutschland im Kontext der Schweinegrippe prophezeiten und so dafür sorgten, dass sich die Impfstoffhersteller eine goldene Nase verdienten. Gut dies war mehr ein Einsatz für die Pharmaindustrie, als für die Bevölkerung, die man so eigentlich einfach nur in Angst und Schrecken versetzte aber ganz aktuell ist man schon wieder in großer Sorge und möchte Gelder bei Hartz-IV-Empfängern für Alkohol und Tabak streichen und dies eben auch unter dem Deckmantel der Gesundheitsvorsorge. Wenn die Gesundheit wirklich so relevant ist und man muss hoffentlich noch immer voraussetzen, dass deutsche Politiker ihre Wähler nicht hinters Licht führen wollen, müssen die Hartz-IV-Sätze natürlich erheblich angehoben werden, damit diese Bedürftigen sich gesund ernähren können. Merkwürdig nur, dass davon in der Debatte nichts zu hören war.

Wenn man aber schon einmal so besorgt ist, dass Menschen durch Alkohol und Nikotin nachhaltig geschädigt werden, was natürlich sehr lobenswert ist, sollte man bei jeglicher Art geschäftlicher Veranstaltung dafür sorgen, dass gesundheitsschädigende Getränke, wie alkoholische Getränke oder auch Kaffee aber natürlich auch fettes Essen etc. nicht mehr steuerlich absetzbar ist, um den Konsum solcher Güter gerade auch in den Chefetagen zu unterbinden. Man muss sich hier natürlich zusätzlich überlegen, welche volkwirtschaftlichen Schäden durch langanhaltende Erkrankungen oder gar durch das frühzeitige Ableben der Führungskräfte in Deutschland entsteht. Diesen volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden müsste doch einen hohen Stellenwert in dieser gesundheitsbewussten Politik haben. Übrigens sollten diese Bestimmungen dann auch gleich für die Politik mitgelten, was natürlich auch im Kontext der politischen Vorbildfunktion sehr schwer ins Gewicht fällt. Dann heißt es am Abend beim Stammitaliener, Wasser anstatt guter Rotwein.

Wieso absurd?
Solche Vorschläge wischt man dann gerne mit dem Hinweis auf eine gewisse Absurdität, die unterstellt wird, vom Tisch, während man auf der anderen Seite genau so eine, im Sinne des normalen Menschenverstandes nicht nachvollziehbare, Politik an den Tag legt. Denn jedem dürfte klar sein, dass davon auszugehen ist, dass die Politik die Gesundheit der Bürger nicht wirklich interessiert, außer wenn man gewissen Lobbyisten einen Dienst erweisen kann oder aber das Geld einsparen kann, welches dem System fehlt und von ganz anderen verbrannt wurde. In Deutschland steigt die Zahl psychosomatischer Erkrankungen immer weiter an, Depressionen entwickeln sich mehr und mehr zu einer der größten Volkskrankheiten überhaupt. All dies wundert auch niemanden bei den Verhältnissen die am Arbeitsmarkt herrschen. Der tägliche Überlebenskampf wird immer härter und fordert in der Folge auch immer mehr Opfer. All dies ist die Ernte des totalen Raubtierkapitalismus aber hier fühlt man sich von Seiten der Politik nicht in der Lage etwas zu unternehmen, was doch außerordentlich merkwürdig ist, kehrt man doch gerade den Gesundheitsengel im Bereich Hartz IV raus.

Schaut man sich den Bereich des unaufhaltsam ansteigenden Anteil an Menschen an die mit Allergien zu kämpfen haben, ist der Einsatz hier nach Quellen zu suchen, doch sehr gering. Verbraucherschutz, wo auch das Leben in einer gesunden Umwelt dazugehören sollte, sucht man oftmals umsonst. Im Notfall stehen auch direkt wieder die Lobbyisten mit der Keule des Abbaus von Arbeitsplätzen vor den Berliner Türen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, ganz effizient für mehr Gesundheit in Deutschland zu sorgen aber ein paar Menschen nun die Gelder für ein paar Bier und Kippen zu streichen, zählt mit Sicherheit nicht dazu und ist letztendlich am Ende des Tages nur ein weiterer Beweis dafür, wie weit Politik vom tatsächlichen Wohl des Volkes entfernt ist. Abschließend sei gesagt, dass hier das politische Berlin genau den Thesen eines Thilo Sarrazins (SPD) folgt, der schon vor langer Zeit erklärte, wie gut es Hartz-IV-Empfänger in Deutschland haben, seine Ernährungsvorschläge sind bis zum heutigen Tage unvergessen. Man sollte sich nur überlegen, ob dies die Politik ist, die man in Deutschland machen möchte.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Stefan Braun // 2. Okt 2010 at 11:45

    Leider ist diese scheinheilige und doch so offensichtlich unehrliche Argumentation seit längerer Zeit zu bestaunen. Möglich wird so etwas in der Politik nur durch einen Mangel an Alternativen. Man glaubt, sich diesen Zynismus leisten zu können. Und das scheint auch ganz gut zu funktionieren….

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