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Die Wahrheit des Wortes

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Unser starkes Land wetterfest machen

15. Dezember 2008

Am gestrigen Sonntag trafen sich 32 Experten im Berliner Kanzleramt auf Einladung der Kanzlerin Merkel (CDU) und wie sollte es anders sein, traf man sich dort um über die Weltwirtschaftskrise oder viel mehr über die Auswirkungen dieser auf Deutschland zu sprechen. Ein klares Ergebnis gab es, wie so oft in diesem Kontext in den letzten Wochen und Monaten, eigentlich nicht. Dieses siebenstündige Treffen sagte aber auch wieder einiges über die Experten im Land des Exportweltmeisters aus. Immerhin haben sich hier die Menschen bei Grünkohl und Kassler getroffen, die eigentlich wissen sollten, was passiert ist und wie die Folgen für die Republik wohl aussehen werden. Allerdings stellt sich somit auch direkt wieder die Frage, wenn sie wussten was passiert ist, warum haben sie nicht frühzeitig gegengelenkt? Wenn sie es nicht wussten, stellt sich die Frage, wie sie dem Land in ihrer Unwissenheit jetzt helfen sollten?

Folgen der Weltwirtschaftskrise über 2009 hinaus

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellte fest, dass unser starkes Land wetterfest gemacht werden muss. Dazu kann man erst ein Mal nur sagen, besser spät als nie. Diese Feststellung wirft aber auch erst ein Mal wieder Fragen auf, wie zum Beispiel die, warum Frau Merkel (CDU) erst jetzt zu dieser Feststellung gelangt ist. Es ist aber natürlich auch spannend mit anzusehen, was sie und die von ihr eingeladenen Experten, darunter immerhin auch fünf ihrer Minister, nun unternehmen wollen. 2009 soll kein Jahr der Entlassungen werden, erklärte der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), vielleicht meint er im tiefsten Inneren damit die Regierung, die nächstes Jahr abgewählt und damit entlassen werden könnte. Ansonsten entschieden sich die Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaft und Politik dazu, dass es im Jahr 2009 keine Betriebsbedingten Kündigungen geben sollte. Um dies zu erreichen wurde unter anderem auch schon die Möglichkeit geschaffen Kurzarbeit 18 Monate lang durchzuführen. Was passiert aber nach 2009. Denn viele Experten weltweit vertreten die Meinung, dass die Weltwirtschaftskrise durchaus über 2009 hinausgehen könnte.

Christoph Schwennicke vom Berliner Hauptstadtbüro des Spiegels, erklärte am heutigen Morgen im ZDF, dass man davon ausgehen kann, dass wenn sich ein solches Szenario abzeichnet, all diese Erklärungen wohl hinfällig wären, da man dann eine völlig neue Situation hätte. Dies scheint in dieser Krise System zu haben. Plötzlich weiß keiner mehr was noch passieren wird aber alle haben schlaue Tipps was zu tun ist, von denen sie nachher Abstand nehmen können, weil alles anders kam. Man hat die Krise über Wochen, wenn nicht gar über Monate verschwiegen bzw. schön geredet und eine Umkehr des Verhaltens ist nicht in Sicht. Finanzkrise ist zum Wort des Jahres gekürt worden, auch hier sieht man wie nachhaltig diese Desinformationspolitik ist, denn es geht um eine Weltwirtschaftskrise, die Zeiten als es `nur` eine Finanzkrise war sind lange vorbei, trotzdem hält man an dem Begriff fest und scheut den Begriff Weltwirtschaftskrise weiterhin, wie der Teufel das Weihwasser. Man sieht aber auch, dass das System, welches hier durch Gewerkschaften, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft lanciert wird, funktioniert. Denn zu mindestens sind im Moment noch größere Gegenbewegungen in unserer Gesellschaft nicht auszumachen.

Was soll ich denn tun?

Wo sind die Massendemonstrationen, der Hunderttausenden die es noch treffen wird? Es gibt sie nicht. Man hört nur immer wieder die Frage: `Was soll ich denn tun? ` Aber warum wird nichts unternommen. Die Antwort ist ganz einfach, die Menschen haben der Regierung jahrelang geglaubt, haben sich in der vermeintlichen Sicherheit, die ihnen der Staat gab, wohl gefühlt und sich mit dem Reihenhaus, dem Auto usw. dieser Sicherheit angepasst. Jetzt ist die Angst, um nicht zu sagen Panik da, denn wie soll man all dies Aufrecht erhalten in Zeiten von Kurzarbeit, Zwangsurlaub und im schlimmsten Fall auch noch Arbeitslosigkeit. Da heißt das Leitmotiv ganz offensichtlich, jetzt nur nicht auffallen, denn sonst ist man noch der erste der gehen muss. Aber wo ist da die Solidarität für die, die es heute schon trifft? Bei einem solchen Verhalten, darf man natürlich nicht, wenn es einen dann selber doch trifft, auf die Solidarität der anderen hoffen. Wenn man das Spiel der Einzelkämpfer und Egomanen mitspielt, sollte man wissen, dass man dies auch bis zum möglicherweise bitteren Ende tun muss. Jeder in diesem Staat hat Möglichkeiten etwas zu tun, unternimmt man nichts, darf man sich am Ende des Tages auch nicht beschweren.

Auch wenn das gestrige Treffen der Elite unseres Landes ein Mal mehr keine Beschlüsse hervorbrachte, plante man mehr für die Infrastruktur, zum Beispiel für die Sanierung maroder Schulen zu tun, aber auch mehr für den technischen Fortschritt in diesem Lande zu tun. Alles Schritte die jahrelang versäumt worden sind. Hätte man zum Beispiel über all die Jahre die Binnenkonjunktur nicht so vernachlässigt und sich auf dem Titel des Exportweltmeisters ausgeruht, würde man heute nicht ganz so schlecht da stehen. Heute, man mag es kaum glauben, stellt man überrascht fest, dass man ein riesiges Problem mit der Binnenkonjunktur hat. Anstatt sich aber jetzt mit dem Gesicht in den Sturm zu stellen, fühlt man sich nicht in der Lage wirklich konkret etwas zu unternehmen, sondern bückt sich offensichtlich lieber weg. Man wartet lieber ab bis Barack Obama am 20. Januar 2009 die Amtsnachfolge von George W. Bush antritt, um dann, wahrscheinlich wieder halbblind, dem Konjunkturprogramm des Landes nachzulaufen, welches man an verschiedenen Stellen immer wieder gerne für die Weltwirtschaftskrise verantwortlich gemacht hat. Dieser Ansatz ist auch eigentlich nicht dumm, denn geht es daneben, kann man wieder andere verantwortlich machen. Eine Taktik die man auch im Moment ganz gerne fährt. Denn bis zur Stunde hat in Deutschland noch niemand die Schuld für die Krise, oder Teile dieser auf sich genommen. Was auch einen klaren Hinweis auf den Charakter der Verantwortlichen ist.

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Kategorie: Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

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