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Die Wahrheit des Wortes

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UNICEF nur die Spitze des Eisbergs

14. März 2008

Genau zur Haupteinnahmezeit aller Spendenorganisation, in der Adventszeit, begann wohl einer der größten Skandale im Bereich der Spendenorganisation, den Deutschland erlebt hatte. Es ging hoch her bei UNICEF und es wird lange Zeit brauchen bis die entstandenen Schäden repariert sind. Man muss aber, so makaber es klingen mag, auch ein Mal das Gute an solchen Vorkommnissen sehen und dies ist durchaus erkennbar. Der Skandal hat weit über die Grenzen UNICEFs hinweg gezeigt, dass wir auch bei solchen Organisationen von knallhart geführten Unternehmen sprechen und man durchaus erwarten darf, dass es auch hier, wie auch ansonsten in der Wirtschaft, weitere Skandale geben wird. Und auch bei solchen Organisationen muss die Frage nach Ethik und Moral erlaubt sein.

Wie kauft man eigentlich Geld ein?

Dr. Dietrich Garlichs (SPD) geriet nicht nur ins Visier der Staatsanwaltschaft, die sich im Zusammenhang mit Untreue, mit ihm auseinandersetzte. Nein, die Probleme des UNICEF Geschäftsführers, der diesen Posten seit 1989 innehatte, zogen noch viel weitere, als nur die angesprochenen juristischen Kreise. Alles gipfelte letztendlich darin, dass UNICEF das Spendensiegel aberkannt bekam. Seit Beginn der Affäre geschätzte 7 Millionen Euro Spendengelder verlor und auch die Zahl der Fördermitglieder von 200.000 drastisch auf 170.000 abfiel. Die letzten beiden Verlustzahlen treffen eine solche Spendenorganisation natürlich am empfindlichsten und das nachdem Dr. Garlichs über all die Jahre seiner Tätigkeit, die UNICEF in Deutschland mehr als gut positioniert hatte. Nun wird er aber von den Geistern die er rief eingeholt.

Wie so oft ließ man sich auch in Sachen Spendenakquise von den USA beeinflussen und begann im großen Stil, auf die etwas andere Art und Weise an Spendengelder zu gelangen. Man kaufte sie ein könnte man behaupten, dies wird allerdings so kommuniziert, dass man Menschen damit beauftragte Spendengelder zu akquirieren und sie dafür eine Provision erhielten. Eine mittlerweile durchaus gängige Praxis. Natürlich darf man den Nutzen einer solchen Vorgehensweise für die Spendenempfänger, die Armen und Schwachen dieser Welt, nicht unterschätzen aber es zeigt eben auch, dass wir Mitten im Geschäftsleben stehen. fairschreiben.de ist ein Fall bekannt in dem sich nachdem Tsunami ein Freiwilliger beim Deutschen Roten Kreuz meldete, um vor Ort zu helfen. Seine Hilfe wurde abgelehnt und das obwohl die besagte Person sowohl gesundheitlich und medizinisch bestens vorbereitet war, was im speziellen auch für die notwendigen Impfungen galt. Hier drüber hinaus verfügte die Person sogar über eine dementsprechend private Krankenversicherung. Somit waren die wichtigsten Voraussetzungen aus seiner Sicht gegeben.

Finanzielle Prioritäten

Genau diese ablehnende Haltung, was eine gewisse Art von nicht finanziell gearteter Hilfe angeht, zeigt das es erst ein Mal rein um die Einnahmeseite geht bzw. diese absoluten Vorrang genießt. Man gelangt schnell zu der Auffassung, dass hier ein riesiger Apparat im Namen einer wohltätigen Sache mitfinanziert werden soll. Die Vorwürfe, die im Streit zwischen Heide Simonis (SPD) und Dr. Dietrich Gerlachs (SPD) aufkamen, könnten somit durchaus im Bereich des möglichen liegen, aber vor allem bleibt auch hier ein Mal mehr die Frage nach der Ethik und Moral. Natürlich ist es erst Mal außerordentlich hoch anzusehen, wenn sich Menschen für die in der Gesellschaft einsetzen, denen es weniger gut geht, die Frage ist nur, was ist nötig und was bereichert die Helfer einfach nur, wie es bei Provisionen ganz klar der Fall ist. Gleiches gilt für die Infrastruktur, die natürlich auch Organisationen wie UNICEF oder auch das Deutsche Rote Kreuz benötigen, das steht außer Frage. Die Frage die bleibt ist, in welcher Größenordnung Gelder, die vom Spender vielleicht für andere Ziele vorgesehen waren, in so etwas fließen dürfen und dies ist nicht nur aus gesetzlicher, sondern eben mehr aus ethischer und moralischer Sicht die Frage.

Im Kontext von Ethik und Moral stellt sich auch immer wieder die Frage, warum, wer, welches Ehrenamt belegt. Im Kleinen, was natürlich auch eine breite Maße darstellt, setzen sich Menschen, wie zum Beispiel Trainer im Breitensport für einen gesellschaftlichen Beitrag ein, der gerade auch heute, wo an allen Ecken und Ende gespart wird, anders gar nicht zu leisten wäre. Beim Mittelstand beginnt schon vielfach die Frage, ob ein bekleidetes Ehrenamt nicht oftmals mehr der Lobbyarbeit bzw. dem Aufbau und Nutzen gewisser Netzwerke dient. Die ausgeprägteste Variante dessen, ist das was viele in der Öffentlichkeit stehende Persönlichkeiten tun, denn hier hat man oftmals das Gefühl, dass es einzig und allein um die PR, die ein gewisser Teil solcher Ehrenämter mit sich bringt, geht. Wie groß der moralische und ethische Unterschied zwischen den Erstgenannten und den Letztgenannten ist, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Unter dem Strich bleibt die Tatsache, dass wenn man den Spendenskandal bei UNICEF ein Mal juristisch losgelöst, auf den ethischen und moralischen Prüfstand stellt, die Ergebnisse durchaus als die Spitze eines Eisbergs betrachtet werden dürften. Denn wie schon beschrieben ist die Vorgehensweise von UNICEF kein Einzelfall.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik

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