fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Und plötzlich war der Aufschwung weg

1. September 2010

War zuletzt noch die Rede vom großen Aufschwung in Deutschland, bremsen die vermeintlichen Experten die Erwartungen nun schon wieder massiv ab und sehen die Wirtschaft in einen nicht so erfreulichen Herbst steuern. Wären solche Ansagen nicht so tieftraurig, müsste man eigentlich aus vollem Herzen darüber lachen. Die Parallelen sind so auffällig, dass sie eigentlich jeder erkennen müsste. Kaum prognostiziert man Aufschwung, wollen natürlich auch die etwas davon ab haben, die ihn durch ihre Leistung erarbeitet haben, werden diese Forderungen nun deutlicher, ist auf einmal kein Aufschwung mehr da. Man erkennt sehr schön, wie den vermeintlichen Eliten und ihren Experten die Argumente ausgehen und man scheinbar deshalb dann mit solch billigen Tricks daher kommt. Man darf nun gespannt sein, wie die Arbeitnehmer auf eine solche offene Provokation reagieren, es wäre an der Zeit nun endlich auch einmal von dieser Seite Zeichen zu setzen.

Immer wieder im Herbst
Schon im letzten Jahr stellte sich die Frage, wie heiß der Herbst werden sollte und dies war kein Beitrag zur Klimadiskussion. Denn im Herbst letzten Jahres standen die Bundestagswahlen an und schon hier hätte man sich aktivere Zeichen der Gewerkschaften gewünscht aber man ließ auch diese Chance einfach so vorüberziehen. Mittlerweile müsste jeder begriffen haben, dass auch diese Bundestagswahl und die daraus resultierende Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP nicht zu einer wirklichen Verbesserung im Land geführt hat, stattdessen schreitet die Armut im  Land weiter voran. Nun ist es auch an den Gewerkschaften sich hier für eine Verbesserung der Situation einzusetzen und man hat auch schon Großes für diesen Herbst angekündigt aber Ankündigungen von Seiten der Gewerkschaften ist man ausreichend gewöhnt, schön wäre es, wenn zu diesen Ankündigungen auch endlich einmal die passenden Taten folgen würden. Es kann nicht sein, dass in diesem Land eine kleine Elite die Masse immer weiter ausbeutet.

Ein weiteres Risiko, was passiert wenn man nichts auf dem normalen Weg unternimmt, konnte man sich zu Wochenbeginn schon in Ruhe ansehen, denn dann übernehmen andere Menschen, wie zum Beispiel Thilo Sarrazin (SPD), das Ruder und verbreiten Hass und Wut. Solchen Menschen sollte man aber wohl kaum das Schicksal dieses Landes in die Hände geben, dass wäre wohl ähnlich, wie eine politische Einmischung der Taliban in Afghanistan, radikal eben. Im Vergleich zu Afghanistan lebt man in Deutschland in einer freiheitlichen Demokratie und die gilt es in die verschiedensten Richtungen zu verteidigen. Also, sowohl gegen scheinbar ideologisch verblendete Menschen, wie zum Beispiel Thilo Sarrazin (SPD) aber auch gegen die ausbeuterischen Protagonisten des Raubtierkapitalismus. Niemand hat behauptet, dass diese Aufgabe einfach wird aber wäre dem so, bräuchte man wohl kaum so etwas wie Gewerkschaften. Es ist eine gute Zeit, um sich als Gewerkschaft völlig neu zu etablieren, sofern man dies möchte und es der Interessenslage der Verantwortlichen entspricht und da kamen in der Vergangenheit doch schon das ein oder andere Mal Zweifel auf.

Das ganz große Netz
Immer wieder kommt die Frage auf, was man denn tun soll und die Antwort ist so einfach. Wenn man die verschiedenen Möglichkeiten, die einem die heutige Technik bietet, nutzt und zwar um seinen Widerstand gegen die momentane Situation in Deutschland und dem Rest Europas, die immer mehr aus dem Ruder läuft, klar zu kommunizieren, kann man vieles verändern. Wenn man allerdings meint Browserspiele in sozialen Netzwerken und die abendlichen Soaps wären alles was einem geboten würde, wird man gar nichts verändern, kann sich dann natürlich am Ende des Tages auch nicht beschweren, dass es im Land so läuft, wie es im Moment läuft. Die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten müssen viel mehr genutzt werden, um damit den Protest gegen die nicht mehr zu haltenden Zustände in Deutschland zu organisieren. Das ganze Land ist vernetzt, es muss nur schnellstens lernen, diesen Vorteil auch im Sinne einer positiven Zukunft für das Land zu nutzen. Man muss den Volksvertretern im politischen Berlin auf den verschiedensten Wegen deutlich machen, dass man mit dem was dort geschieht schon lange nicht mehr einverstanden ist.

Sollten auch diesmal den großen Ankündigungen der Gewerkschaften keine angemessenen Aktionen folgen, müssen sich neue Bündnisse und Allianzen bilden, die sich für die Belange der Masse einsetzen. Wenn man gerade tatsächlich das Ende der gewerkschaftlichen Bewegung in Deutschland miterlebt, sollte man dies als einen Teil des gerade stattfindenden Prozesses wahrnehmen und auf diesen eben in einem angemessenen Rahmen, den man in einem rechtsstaatlichen System durchaus zur Verfügung stehen hat, reagieren. Es macht keinen Sinn der Vergangenheit Krokodilstränen hinterher zu weinen, man muss den Blick nach vorne richten und schauen, wie man aktiv an der Zukunft des Landes mitgestalten kann. Man darf nicht den Fehler machen und meinen dieses Land gehöre den Politikern und ihren Freunden in der Wirtschaft alleine. Jeder Bürger hat seine Rechte, er muss nur von Zeit zu Zeit auch dafür kämpfen, denn sonst steht man eines Tages ohne da und fragt sich, wie dies geschehen konnte. Man sieht sehr schön, dass es Lösungen gibt, mit den Gewerkschaften aber im Notfall auch ohne sie, dass muss einfach allen Beteiligten klar sein, gerade in der heutigen Situation.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Martina Jäger // 1. Sep 2010 at 08:33

    der aufschwung wird sich nicht von politik, wirtschaft, lobbyisten (egal welche) initiieren lassen.
    er muss von den menschen ausgehen, auch vom einzelnen und darf nicht nur im gedankengut stecken bleiben.

    verlassen wird der, der sich nur auf andere verlässt und schuld und lösungen bei den anderen sucht. erkenntnis und wissen über das gesamte (un)gefüge aus wirtschaft, bildung, kultur und gesellschaftlichem ist wichtig, das auf jeden fall. wissen ist basis und nutzbar für eigene (inter)aktion und das erfassen für zusammenhänge.

    es gibt möglichkeiten
    eigene kulturelle, wirtschaftliche, soziale und politische räume zu schaffen,
    in denen man für sich und dem näheren umfeld einen aufschwung erarbeitet.

    meiner erfahrung nach
    sind sich das die leute in den kurzen momenten der einsicht klar, vor allem dann, wenn missständeden eigenen lebensraum betreffen. nach ersten anstrengungen etwas bewegen zu wollen, kehren viele in alte, passive verhaltensmuster zurück. der weg zur wahlurne oder dem stammtisch scheint dann doch ausreichend zu sein.

    aufschwung muss durchdacht werden, erfolgt in überschaubaren schritten der handlung
    von kleinen ideen bis zu größer werdenden zusammenhängen.

    eh….
    amen :-)

Schreib was dazu