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Die Wahrheit des Wortes

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Trichet – Abschied von einem Brandstifter

24. Oktober 2011

Der letzte Donnerstag war wieder einer dieser Tage, an denen man sich fragte, was eigentlich noch Realität bedeutet. Mittags begannen sich die Nachrichten über die Gefangennahme und den merkwürdigen Tod von Muammar al-Gaddafi zu überschlagen. Ein weiterer Schurke dieser Welt war erledigt. Eigentlich stand dieser Tag allerdings ganz im Zeichen des Abgangs einer anderen Person, denn am Vortag wurde Jean-Claude Trichet offiziell in Frankfurt verabschiedet. Trichet räumt zum Monatsende den Chefsessel bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Ganz nebenbei, in diesem gesamten Wirrwarr an Nachrichten, wurde dann auch immer deutlicher, wie teuer das Ende des Euros für die Bürger Europas wirklich werden wird und das diese Ende kommen wird, bezweifelt wohl kaum noch jemand, schaut man sich den bisherigen Verlauf der Eurokrise einmal an. Nur der Preis wird täglich höher und mittlerweile sind Gesamtsummen von circa 2 Billionen Euro im Gespräch und da soll sich der Bürger in Deutschland, der kaum etwas verdient, über knapp 7 Milliarden Euro Steuersenkung ab dem Jahr 2013 freuen, die ihm in Aussicht gestellt werden? Was sich seit Jahresbeginn auch in Deutschland abspielt, ist eigentlich kaum noch in Worte zu fassen und auch dies scheint genauso gewollt zu sein, diesem Willen wird hier aber natürlich nicht entsprochen.

Ein Fall für die Staatsanwaltschaft?
Ein lebender Osama bin Laden hätte viel Licht in noch mehr Dunkel bringen können aber er wurde hingerichtet und so muss man es wohl nennen, was sich damals in Pakistan abspielte. Auch Muammar al-Gaddafi, den man angeblich unbedingt lebend haben wollte, weilt nun nicht mehr unter uns. Man sieht sehr deutlich, wie der Leitfaden zu sein scheint, was mit Menschen geschieht, die unter dem Verdacht stehen nicht den westlichen Interessen zu entsprechen und mehr als Verdächtigungen waren es nie, da es keine Prozesse gegen die angesprochenen Personen gab. Gerade Gaddafi war noch vor gut einem Jahr eine gern gesehene Person im Westen, gerade auch in Europa, was zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Laufbahnenden können aber auch anders aussehen, womit man wieder beim Abschied von Mister Euro, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, wäre. Sein Abschied wurde groß gefeiert, auch wenn dieser Festakt mit sehr interessanten Gästen, eher eine Art Krisentreffen im Kontext des Euros war. Manch einer fragt sich wohl, warum die zur Sicherung dieses Großevents in Frankfurt anwesende Staatsmacht, nicht gleich die meisten dieser Gäste verhaftet hat, denn was diese Menschen beschließen bzw. beschließen wollen oder zu mindestens befürworten, ist nichts anderes, als Stück für Stück die Bürger in Europa zu enteignen. Andere Menschen nennen so etwas auch Diebstahl. Wenn sich nun viele Menschen für Diebstähle oder sogar Raubzüge organisieren, fällt dies in den Bereich der Organisierten Kriminalität und diese ist immer ein Fall für den Staatsanwalt. Hätte der ermittelt und das unter den sonst auch üblichen Kriterien, hätte es in Frankfurt wohl einige Festnahmen geben müssen. Erstaunlicherweise wird hier nicht ermittelt.

Genau in diesem Zeitfenster erreichte die aktuelle Rettungssumme die Grenze von 2 Billionen Euro, die immer häufiger nur noch im Kontext der Rettung Griechenlands erwähnt wird, bedeutet also scheinbar, dass die Rettungen anderer Staaten von Italien über Spanien bis Portugal dabei noch gar nicht auf dem Plan stehen und somit wohl das Ende der Fahnenstange auch noch lange nicht erreicht ist. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) versichert, dass die Haftungssumme der deutschen Bürger von 211 Milliarden Euro von dieser Erhöhung unberührt bleiben würde, dies tut er mit der gleichen Miene, mit der er ständig den Aufschwung für alle verkündet hatte und was aus dem wurde, ist bestens bekannt. Selbst wenn es `nur` bei den 211 Milliarden Euro bleiben würde, bedeutet dies, die Bürger bekommen 7 Milliarden an Steuern erlassen und werden im Gegenzug mit mehr als dem 30-fachen belastet. Würde man ein solches Geschäftsmodell als privater Unternehmer am Markt durchführen, würde dies wohl den Straftatbestand des Betrugs erfüllen und wäre abermals ein Fall für den Staatsanwalt. Geschieht so etwas nun im Namen der Volksvertreter in Deutschland, nennt man es solide Politik. Auch hier kommt einen wieder ganz schnell der Begriff von Absurdistan in den Kopf und man ahnt auch schon warum. Der Dank für all dies gilt unter anderem eben auch dem jüngst verabschiedeten EZB-Chef Trichet, denn, wie bereits erwähnt, nennt man ihn nicht umsonst Mister Euro. Was daran so lobenswert ist, versteht zu mindestens hier niemand, was daran liegen könnte, dass es schlicht und ergreifend völlig unverständlich ist. Wobei es in diesem Zusammenhang auch andere Kommentare gibt.

GEZ-Gebühr für Unabhängigkeit?
Eine der Sachverhalte mit denen man dem immer schwerer belasteten deutschen Bürger die GEZ-Gebühren verkaufen will, ist das damit die Unabhängigkeit eines gewissen Teils der Medien garantiert werden sollte. Im Kontext des Abschieds vom europäischen Chefbanker Trichet, konnte man wieder gut erkennen, was von einer solchen Argumentationskette zu halten ist. In der ARD konnte man zum Ende der Woche immer wieder Berichte verfolgen, die Jean-Claude Trichet als einen großen Europäer darstellten, wenn man sich überlegt, dass genau solche Menschen mitverantwortlich an der aktuellen Situation in der Eurozone sind und damit sehr wahrscheinlich auch mitverantwortlich für das Ende des Euros sein werden, was dann wohl letztendlich auch zur Zerschlagung der Europäischen Union (EU) führen wird, fragt man sich, wie unabhängig Lob an dieser Stelle wirklich ist. Es sind diese Kontexte, die immer wieder zur Erkenntnis führen, dass die GEZ-Gebühr endlich abgeschafft werden muss und damit die GEZ natürlich auch aufgelöst werden kann und muss. Schaut man sich die brennenden Straßenzüge in der griechischen Hauptstadt Athen an, die nun schon seit zwei Jahren fast zum Alltag geworden sind, wäre es scheinbar besser Menschen, wie zum Beispiel Herrn Trichet, als Brandstifter zu bezeichnen. Er spricht bis zum heutigen Tag von all dem Positiven, was der Euro gebracht haben soll. Man kann wohl sagen, dass all dies die noch immer so beliebte DM auch geschafft hätte und es will wohl niemand behaupten, die DM sei eine schwache Währung gewesen. Im günstigsten Fall könnte man vielleicht behaupten, der Euro sei nicht sehr viel schlechter als die DM gewesen, diese Behauptung wäre allerdings mit dem Beginn der Eurokrise auch Geschichte gewesen. Somit gilt es festzuhalten, dass hier wenig bis gar kein Platz für Lob ist.

Trichet geht von den etablierten Massenmedien meist unbelastet und hinterlässt ein Europa des Chaos, denn auch dies zeichnet sich immer deutlicher nicht nur auf den Strassen von Athen über London bis Madrid ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) brachte ebenfalls in der letzten Woche Änderungen der Verträge zur EU auf den Tisch, was nichts anderes bedeutet, als dass das Ende der EU langsam greifbar wird. Wenn man sich dann die angeblich so überraschenden Strategiewechsel von Brüssel über Paris bis nach Berlin anschaut, scheint es viel eher so zu sein, dass die getroffenen Pläne jeweils einfach nur zeitverzögert publiziert werden und man fragt sich, was wohl im Moment, gerade auch beim Gipfel am letzten Wochenende, tatsächlich schon beschlossen wurde und die Bürger bald schon überraschen wird. Dies ist eine gute Stelle, um noch einmal auf die toten Schurken vom Anfang des Artikels zurückzukommen. Allein schon aus Menschlichkeit bleibt es den hier genannten Protagonisten, die Europa so sehr vor die Wand gefahren haben, zu wünschen, dass nicht irgendwann eine große, westliche Supermacht auch in Europa eine Revolution anstachelt und diese Personen zu Schurken erklärt, denn was diesen droht, ist hinlänglich bekannt. Man muss sich einfach einmal, unabhängig davon, dass weder der Euro, noch die EU dem Großteil der Menschen in Europa große Vorteil gebracht hätte, Gedanken darüber machen, wem all das, was sich hier gerade abspielt, am meisten nutzt und wo die meisten Ratingagenturen und ähnliche Institute, die all dies täglich forcieren, sitzen. Man kann also den Anschein gewinnen, dass die vermeintlichen großen Europäer und Europäerinnen ihr eigens Volk ausgenommen haben und nun drohen selber zum Opfer dieses ganz großen Spiels zu werden.


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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