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Die Wahrheit des Wortes

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Toyako oder die Frage nach dem Sinn

7. Juli 2008

Vor einigen Stunden begrüßte der japanische Premierminister Yasua Fukuda auf der zweitgrößten japanischen Insel Hokkaido, am Rande der Stadt Toyako, die Mitglieder des G8-Gipfels. Nachdem dieser zu letzt vor gut 13 Monaten in Heiligendamm in Mecklenburg-Vorpommern in der Bundesrepublik Deutschland stattfand, ist der Politikzirkus dies Mal weiter nach Asien gezogen und gastiert in Japan. Leider haben sich viele große Hoffnungen des G8-Gipfels in Deutschland im letzten Jahr, der ganz im Rahmen des EU-Ratsvorsitzes Deutschlands stand, nicht erfüllt. Bleibt die Frage, was sich bis zum 9. Juli 2008 in Toyako tun wird und was von den Beschlüssen, die hier gefasst werden sollen, zu erwarten ist.

Die Tricks zum Thema Klimawandel

Hohe Ziele steckte sich die Weltgemeinschaft im letzten Jahr in Heiligendamm, dies galt im Besonderen auch für den Bereich des Klimawandels. Unter Leitung der deutschen Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel (CDU) verständigte man sich auf gravierende Veränderungen im Bereich des Ausstoßes von CO2. Über ein Jahr ist nun schon wieder ins Land gezogen. Es haben sich auch in diesem Jahr wieder viele Faktoren verändert, so ist man mittlerweile nicht mehr der Überzeugung, dass Bio-Treibstoff gut für die Umwelt ist, sondern eher negativ eingestuft werden muss. Trotz den verschiedensten Veränderungen hält man an den Zielen von Heiligendamm, die gerade auch als großer weltpolitischer Erfolg für Frau Merkel (CDU) verbucht wurde, fest. Man sollte nur auch den Fakt berücksichtigen, dass nun das Referenzjahr verändert wird und somit die ganze Rechnung am Ende wesentlich schlechter für die Umwelt aussieht, als noch vor gut einem Jahr.

Solche Tricks sind allerdings sowohl in der nationalen Politik, wie auch auf der internationalen Ebene leider mittlerweile an der Tagungsordnung. Somit sollte man eigentlich auch dies Mal außerordentlich vorsichtig mit den Ergebnissen von Toyako umgehen. Denn, wie man an diesem Beispiel gesehen hat, sind Beschlüsse immer sehr relativ, gerade auch in Zeiten immer trickreicherer Politiker. Man darf auch nicht vergessen, dass dieses Treffen in erster Linie ein informelles Wirtschaftstreffen ist. Die letzten Jahre und Jahrzehnte haben aber gezeigt, dass Umweltschutz maximal für Wahlkämpfe und PR-Kampagnen gut ist. Ein ernsthaftes Interesse, darf man wohl nur in den seltensten Fällen unterstellen. Schließlich geht es um Profit, Rentabilität und weniger um Umwelt und Menschen. Dies zeigt auch ein weiteres, noch gravierenderes Problem. Es ist die Rede von der Lebensmittelknappheit, die sich auf diesem Planeten immer mehr ausbreitet.

Leere Versprechen gegen Hunger und Armut

Heiner Flassbeck von der UN-Agentur für Handel und Entwicklung, zeigte sich am heutigen Morgen in der ARD außerordentlich erbost über die Weltgemeinschaft. Grund hierfür ist die Tatsache, dass im Jahr 2007 ein 60 Milliarden-Hilfspaket beschlossen wurde, die Entwicklungshilfegelder gingen allerdings im gleichen Jahr weltweit zurück. Deutschland zum Beispiel, sagte zu 0,51 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2010 für diesen Zweck zur Verfügung zustellen, allerdings wird es laut Aussage von Herrn Flassbeck, nach den neusten Haushaltspläne der Bundesregierung, wohl auf nur noch 0,38 Prozent des BIP hinauslaufen. Flassbeck geht davon aus, dass Heiligendamm nichts für Afrika gebracht hat. Er spricht von `kreativer Buchführung` mit der leere Versprechen schön gerechnet werden. Dies zeigt sich auch daran, dass vor gut 20 Jahren ursprünglich ein Mal ein Wert von 0,7 Prozent des BIP angesetzt wurde, womit, wenn man es genau nimmt, man heute noch auf etwas um die knapp über 50 Prozent der ursprünglich zugesagten Gelder für Entwicklungshilfe kommt.

Dies waren nur zwei Beispiele, wie auf diesem Weltwirtschaftsgipfeln Jahr für Jahr getrickst wird. Da kommt natürlich die Frage nachdem Sinn solcher Veranstaltungen auf. Denn man muss bei allem auch wieder die enormen Kosten solcher Treffen berücksichtigen. Um Themen wie CO2, Afrika, sowie weltweite Armut und Lebensmittelknappheit auf der Agenda zu haben, könnte man so etwas auch anders angehen. Es gäbe zum Beispiel, dank moderner Technik, die Möglichkeit ein solches Treffen per Videokonferenz durchzuführen. Somit bräuchte man nur einen Bruchteil der Kosten in Anspruch zu nehmen. Die Reisekosten würden so gut wie ganz verschwinden, ganz zu schweigen von der Verringerung der CO2 Belastung. Aber auch die Kosten im Bereich der Sicherheit und der Unterbringung wären perfekt minimiert. Wenn man alleine nur die so eingesparten Gelder, zum Beispiel für die Bekämpfung der Armut in der Welt einsetzen würde, wäre vielen Menschen mehr geholfen, als durch alljährlich wiederkehrenden leere Versprechungen und Tricksereien.

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Kategorie: Politik · Umwelt · Wirtschaft

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