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Die Wahrheit des Wortes

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Tödliches Attentat auf George W. Bush

21. Oktober 2008

Wenn sich Fiktion und Wirklichkeit vermischen, wird es außerordentlich kritisch und dies gilt im ganz besonderen für vermeintlich seriöse Fernsehsender. Am gestrigen Abend konnte man im WDR-Fernsehen beobachten, wie ein Attentat auf den amerikanischen Präsidenten George W. Bush verübt wurde. Der mächtigste Mann der Welt verstarb ganz offensichtlich nachdem er vor dem Sheraton Hotel in Chicago von zwei Kugeln getroffen wurde. All dies geschah angeblich am 19.10.2007. Erst an dieser Stelle wurde einem langsam aber sicher klar, dass es sich hierbei um nichts anderes als um pure Unterhaltung handelte. Dies was hier ganz offensichtlich, wie eine Dokumentation wirkte und wahrscheinlich auch genau so beim Publikum ankommen sollte, war reine Fiktion. Ein Blick in den Videotext des Senders verriet einem dann mehr.

Spiel mit dem Feuer

Es handelte sich um ein britisches Dokumentarspiel des Regisseurs Gabriel Range aus dem Jahr 2006. Genau diese Form der Unterhaltung, die gerade wenn man schnell durch die Programme schaltet, zu Desinformationen führen kann, ist mit äußerster Vorsicht zu genießen. Gerade in dem geschilderten Fall brauchte man eine ganze Zeit um herauszufinden, dass es eben nicht die Realität war. Man kam wirklich ans nachdenken, wann es ein solches Attentat gegeben haben sollte und erst als einem klar wurde das George W. Bush seit über einem Jahr verstorben sein sollte, wusste man gänzlich, dass es nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Eine solche Art der Unterhaltung darf durchaus als Spiel mit dem Feuer verstanden werden.

In einer Zeit, in der nicht zu letzt auch das Fernsehen oftmals ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, sollte man sich überlegen, wie förderlich diese Form der Unterhaltung ist. Man ist diese Art von Geschichten aus dem Bereich des Privatfernsehens gewohnt, wo uns in genau dieser Form gerne ein Mal der Weltuntergang oder ähnliches vorgegaukelt wird. Allerdings hat sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen völlig andere Maßstäbe gesetzt und da passt so etwas nicht hinein. Dieses Dokumentarspiel war so aufgebaut, wie man es von den Berichten über den 11. September 2001 oder den tödlichen Unfall von Lady Di her kannte. Eben mit dem gravierenden Unterschied, dass das hier gezeigte mit der Realität nichts zu tun hatte. Es gab Interviews mit vermeintlich Beteiligten, es gab sogar Bilder der Not-OP mit der in diesem Film versucht wurde das Leben des 43. Präsidenten der USA zu retten.

Das Problem Nordkoreas

Seit einigen Tagen kursieren wieder ein Mal viele Gerüchte um den Gesundheitszustand des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Il. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, ob dieser überhaupt noch lebt, da er seit Monaten nicht mehr in den Medien erschienen ist. Die Fotos die das Staatsfernsehen vor einiger Zeit zeigte, werden immer wieder als höchst unglaubwürdig eingestuft. Aber was ist bitte heute noch glaubwürdig, in Zeiten wo man das Gefühl vermittelt bekommt, etwas aus der Realität zu sehen um dann feststellen zu müssen, dass es doch nichts anderes als seichte Unterhaltungskost ist. Wie sollen Menschen einen Beitrag, der mehr als realitätsnah aufgebaut ist, noch von Nachrichten unterscheiden in denen ein japanischer Professor behauptet Kim Jong-Il sei schon vor vielen Jahren verstorben und würde seitdem von Doppelgängern gedoubelt werden.

Diese These, die man in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten verfolgen konnte, wirkt erst ein Mal völlig absurd. Allerdings spricht hier tatsächlich ein Professor und wir reden von einer wirklichen Nachricht, ganz im Gegensatz zu dem Schauspiel, welches versuchte ähnliche  Geschehnisse, wie sie zum Tod von John F. Kennedy  führten, auf George W. Bush zu übertragen. Die Verdächtigen der heutigen Zeit sind natürlich erst ein Mal im Lager der islamischen Terroristen zu suchen. Auch solch scheinbar authentische Filmmaterialien, in dem die jemenitische Ehefrau eines Hauptverdächtigen immer wieder im Interview zusehen ist, tragen wohl kaum zu einem friedlichen Miteinander bei. In einer Zeit in der gerade auch Deutschland in einer Vertrauenskrise steckt und die außerordentliche Bedeutung von Vertrauen an jeder Ecke aufgezeigt wird, ist ein solches Dokumentarspiel völlig kontraproduktiv und fördert nur ein tiefes Mistrauen untereinander und gegen das Fernsehen und die Medien im Allgemeinen.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

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