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Die Wahrheit des Wortes

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Systemwechsel, aber wie?

18. März 2009

Systemwechsel bedeutet, sich von herkömmlichen Verhaltensweisen zu verabschieden. Der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bringt es auf den Punkt. Konjunkturpakete helfen wenig, wenn die Wirtschaft stark Export orientiert ist. Weil die Pakete national wirken sollen und dadurch der Markt im Exportland noch lange nicht angekurbelt wird. Bildhaft gesprochen bedeutet das, wir produzieren für uns selbst in den eigenen Kochtopf, ohne zu überlegen, dass wir dafür Käufer brauchen.

Vorsicht mit Protektionismus. In Ungarn warnt man bereits vor diesem Protektionismus, der sich ausschließlich auf die nationale Wirtschaft fokussiert. Irgendwie scheint man zu vergessen, dass man ja in den letzten zwanzig Jahren alles auf die Karte der Globalisierung gesetzt hat. Die industrialisierten Staaten und auch die Schwellenländer sind untereinander eng verflochten, ja voneinander abhängig. Nationale Pakete für die nationale Konjunktur zu schnüren scheint der falsche Weg zu sein – so pfeifen es die Spatzen von den Dächern der Politiker weltweit. Wenn man ganzheitlich zu denken pflegt, dann heißt es ja: “Wo Schatten ist, ist auch Licht.” Und das Licht taucht manchmal an unverhoffter Stelle auf. Vielleicht liegt der Schlüssel fürs Problem “Weltwirtschaftskrise” in einer Rückkehr zu “small is beautiful” nach Leopold Kohr bei gleichzeitiger diplomatischer Vernetzung auf globaler Ebene mit Fokus auf ein soziales Weltgefüge. Also weg von globalen Märkten hin zu regionalen, sozialen Märkten mit einem sozialen Weltkonzept, das den neuen Weltbürger hervorbringt. Beim Schreiben dieser Zeilen spürt man schon die Herausforderung, denn jetzt geht es um Bildung, um Offenheit, um Bereitschaft, um den Willen gemeinsam die Schranken und Mauern unterschiedlicher Meinungen einzureissen, eigentlich geht es um den Menschen selbst. Achtung, da hat Carl F. v. Weizsäcker schon gesagt, dass wir unsere Wahrnehmung ändern dürfen, und nicht allein unsere Meinung zu einer Sache. Das ist in Zeiten der Krise angebracht. Wahrnehmungswechsel – Perspektivenwechsel – Paradigmenwechsel.

Marodes Zinssystem. Um wieder regional zu wirtschaften dürfen wir vielleicht noch einen Schritt weiter gehen: die Abschaffung des Zinssystems. Denn Zinsen sind keine Leistung. Zinsen geben dem Geld einen Wert, den es nicht hat. Denn Geld ist eine Maßeinheit, und so wie das Litermaß vom Eichamt geeicht ist, soll auch Geld “geeicht” sein und bleiben. Zinsen nach belieben zu verlangen käme einer Verletzung einer geeichten Maßeinheit gleich. Die Börsenkurse mit ihrem Auf und Ab sind solche beliebigen Zinsen, die mit nur einer Email oft verändert werden können. Da gibt eine Rating-Agentur eine Empfehlung und schon purzeln Kurse weltweit ins Bodenlose. Und eine Volkswirtschaft auf die Kreditwürdigkeit ihrer Menschen aufzubauen, ist vom Hausverstand her der blanke Wahnsinn. Oh ja, solche Gedanken werden ernsthaft von Ökonomen diskutiert. Es ist zu hoffen, dass der Aufschrei jener, die dem Verabschieden vom Zinssystem nichts abgewinnen können, nicht allzu laut ist und sich die Innovativen mit neuen Strategien durchsetzen. Denn das System der Zinswirtschaft ist marod. Und die dadurch ausgelöste Soziale Krise, Politische Krise, Finanzkrise und Wirtschaftskrise im Cocktailglas der Welt gemeinsam hat das Potenzial zum globalen Sprengstoff, wie seit 1913 nicht mehr.

AMW

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

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