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Die Wahrheit des Wortes

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Superwahljahr 2009 und der große Verlierer Deutschland

10. März 2009

Nun wandert der DAX, der Index mit den 30 wichtigsten deutschen Unternehmen, in aller Ruhe auf die 3.000 Punkte-Marke zu. Der Überlebenskampf bei Opel wird immer aussichtsloser und die allgemeine Stimmung in der deutschen Wirtschaft steht auf Pessimismus. Man hat über Monate versucht die Krise einfach zu vertuschen in dem man ihr bizarre Namen, wie zum Beispiel Konjunkturdelle gab. Man hat den Menschen, die nun mehr und mehr wirtschaftlich abrutschen, Lebensbilder skizziert, die nun von Realitäten, wie Arbeitslosigkeit und Kinderarmut eingeholt werden. All dies geschah unter der jetzt amtierenden Großen Koalition. Nun sind wir im Superwahljahr 2009, was die Sachlage noch ein Mal verschlimmert, denn wie so oft in Zeiten großer Wahlen gilt scheinbar auch dies Mal ein gewisser Mikado-Effekt, wer sich zu erst bewegt hat verloren. Allerdings sollte für dieses Land ein Mal mehr das krasse Gegenteil gelten, denn Stillstand ist der Tod. Aber vielleicht bietet das Superwahljahr 2009 ja auch Chancen.

Jeder gegen jeden

Während es für große Teile der Gesellschaft in Deutschland immer weiter abwärts geht, da die Sozialleistungen seit der Agenda 2010 von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) immer weiter abgebaut wurden, geht es nun auch für die Wirtschaft abwärts. Dieser Fakt verstärkt auch noch ein Mal den gerade beschriebene Effekt für die Gesellschaft. Wer jetzt allerdings meint, es würde sich grundlegend etwas ändern, wird schnell feststellen, dass er sich getäuscht hat. Nehmen wir als Beispiel die Postbank. Hier verkündete man wohltuend, dass man auf Erfolgsbonifikationen für den Vorstand verzichtet. Wo ist hier die Nachricht? Denn man sollte so etwas eigentlich als selbstverständlich betrachten, dass Banker die sich verzocken, nicht auch noch dafür belohnt werden. Nun stellt sich allerdings heraus, dass man so genannte Halteprämien, eine andere Bonifikationsart, in zweistelliger Millionenhöhe an den Vorstand auszahlen will. Nach einem Systemwechsel sieht das nicht aus. Aber warum auch etwas ändern, denn noch regt sich in der Breite der Bevölkerung kein Widerstand.

Die Mitarbeiter von Opel können wohl kaum auf breite Unterstützung anderer Mitarbeiter, von anderen Automobilbauern hoffen, denn die sehen ihre Chancen natürlich dadurch erhöht, dass eventuell ein Konkurrent wegfallen könnte. Genau dieser Egoismus ist es, der es den Wirtschaftsbossen so einfach macht. Der nächste Punkt ist die maßlose Naivität, die scheinbar in einer breiten Masse der Bevölkerung vorherrscht. Ein schönes Beispiel ist auch hier wieder Opel, wo nun die Rede von Lohnverzicht ist um das Unternehmen zu retten. Gerade am Standort Bochum sollte man wissen, wie so etwas ausgeht. Wer es nicht weiß, sollte einfach ein Mal die ehemaligen Mitarbeiter von NOKIA befragen. Mit System, durch den Aufbau von Ängsten, wird hier dafür gesorgt, dass sich kein Protest im breiten Maß aufbaut. Dieser Weg muss sich ändern, um aus der Weltwirtschaftskrise zu entkommen, im Interesse jedes Arbeitnehmers und Angestellten. Andernfalls muss man es hinnehmen, einfach nur die bilanztechnische Größe des Humankapital zu sein, die jeder Zeit im Preis gedrückt werden kann oder direkt auf die Straße gesetzt wird.

Machtverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland

Es dürfte eigentlich nur noch wenige Menschen geben, die wirklich daran glauben, dass dieses Land von der Politik, von den so genannten Volksvertretern, regiert wird aber offensichtlich gehen diesem Irrglauben doch noch viele Menschen auf den Leim. Immer mehr Menschen verlieren ihren Job, weil ihr Arbeitgeber keine ausreichende Liquidität mehr von den Banken zur Verfügung gestellt bekommt. Dies geschieht oft im Kontext dazu, dass die Geschäftsmodelle der einzelnen Unternehmen nicht solide genug seien. So etwas aus der Bankenbranche zu hören, die sich zum Teil so verspekuliert hat, dass sie ohne Steuergelder gar nicht mehr lebensfähig wäre, klingt wie Hohn. Denn wie sollte jemand ein Geschäftsmodell beurteilen können, der mit seinem eigenen gerade vor die Wand gefahren ist? Der weitere Hohn ist, dass man nun im Bankensektor fleißig Steuergelder einsammelt, die Liquiditätsengpässe bei den Bankkunden aber nicht aufhören. Spätestens hier müsste die Politik mit mehr als leeren Drohung einschreiten und für Ordnung sorgen, dies wäre ein guter Beweis dafür, wer hier die Macht hat. Diesen Beweis blieb die jetzige Regierung allerdings bis zum heutigen Tag schuldig.

Im Herbst sind Bundestagswahlen, hier könnte sich alles ändern. Aber wird es das auch? Die SPD stürzt nun schon seit Jahren ab und nun legt die CDU ein Verhalten an den Tag, welches zum Teil zu einem ähnlichen Effekt führt. So dumm, wie viele Menschen denken, ist dieser Schachzug aber gar nicht. Denn wenn die Bundesmutti, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nun wohl schon in einigen Kreisen genannt wird, so weiter macht, braucht sie sich um eine linke oder gar ultralinke Regierung keine sorgen zu machen. Denn dann kann sie mit der SPD in einer Großen Koalition, in der man es sich ganz offensichtlich schon sehr gemütlich gemacht hat, entspannt durchregieren. Wo dies hinführen wird, dürften wir spätestens seit dem Amtsantritt unserer ostdeutschen Physikerin und ihrer Eliteeinheit namens Kabinett sehen und in solch wirtschaftlich harten Zeiten ist die Vorstellung, weitere Jahre in der Geiselhaft einer scheinbar von Wirtschaftslobbyisten gele(i)nkten Regierung zu verbringen, doch eher beängstigend. Jeder sollte sich vor Augen halten, dass es ein Demonstrationsrecht in diesem Land gibt und Solidarität etwas sehr wichtiges ist, denn ganz offensichtlich kann man hier nur noch mit solchen Mitteln etwas bewegen. Denn Wahlen werden allzu oft durch leere Wahlversprechen manipuliert und auch Gewerkschaften, sind nicht erst seitdem Wechsel von Gewerkschaftsfunktionären in den Vorstand von der Bahn, mit Vorsicht zu genießen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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