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Die Wahrheit des Wortes

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Sturm im Wasserglas

2. April 2008

In der letzten Woche begann in Hamburg eine Extremwetterkonferenz. Die Medienberichte über dieses Ereignis brachten doch wieder einige Erkenntnisse über die Medien selbst, die Gesellschaft, aber auch über das Wetter an den Tag. Es darf als bedauerlich angesehen werden, dass es aber meist um ganz andere Dinge geht, als um die Dinge von denen man ausgehen sollte, dass es bei einer solchen Konferenz geht. Denn im Vordergrund standen, zu mindestens in der Berichterstattung, ein Mal mehr finanzielle Aspekte und nicht so sehr die Natur und unsere Umwelt. Auch dies darf man wohl als zeitgeistliches Erscheinungsbild ansehen. Die Natur steht hinter finanziellen Aspekten und wenn man sie in den Vordergrund rücken möchte, scheint dies all zu oft nur über das Thema Finanzen zu funktionieren. So etwas darf durchaus als absurd bezeichnet werden.

Mathematik für Fortgeschrittene

Beängstigend war aber auch ein Mal mehr, wie scheinbar stumpf und einfältig Nachrichten gemacht werden. Im Kontext zu der angesprochenen Extremwetterkonferenz, äußerte sich unter anderem auch Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Sie ist Abteilungsleiterin für die Bereiche Energie, Verkehr und Umwelt und sagte, dass alleine auf die Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 2050, 800 Milliarden Euro an Kosten durch den Klimawandel zu kommen würden. In den Medien wurden daraus 50 Jahre gemacht. Erstaunlich, kommt man genau betrachtet doch auf 42 Jahre und da sollte man rein mathematisch gesehen, wenn man schon rundet, von 40 und nicht von 50 Jahren sprechen. Immerhin reden wir somit über ein ganzes Jahrzehnt.

Richtig, ein ganzes Jahrzehnt ist nichts, wenn wir über Klimawandel sprechen und genau damit wären wir beim nächsten Thema. Denn wenn wir von Klimawandel sprechen und somit letztendlich auch von Klimaforschung, darf man verschiedene Aspekte nicht einfach durcheinander werfen. Erderwärmung ist ein Fakt. Weniger Fakten gibt es allerdings in der Beantwortung der Frage nachdem Grund, warum sich das Klima erwärmt bzw. wandelt und genau hier scheiden sich die Geister. Denn Klimawandel in den verschiedensten Ausprägung ist etwas, was es wohl seit der Entstehung des Planeten gibt. Natürlich sind die veränderten Einflüsse, die in einer immer mehr durch Technik beeinflussten Welt aufkommen, mit zu berücksichtigen. Nur wenn man auf die bisherige Lebenszeit der Erde bezogen, berücksichtigt, wie groß der temporäre Einfluss von Umweltschädigungen auf den Planeten ist, reden wir von einem kaum merklichen Räuspern im Universum und nicht von mehr.

Ökonomie vor Ökologie

Wenn man es natürlich ein Mal mehr von einer anderen Seite her betrachtet, wird einem einiges klar. Genau wie durch den Bioboom, bringt die Diskussion um den Klimawandel vor allem eines, ganz neue Geschäftsfelder. Es entstehen völlig neue Märkte, von erneuerbaren Energien, wie der Solartechnik bis hin zu neuen Produkten im Versicherungssektor gegen zum Beispiel Naturkatastrophen. Hier sind Milliardenmärkte angeschoben worden und diese verdrängen leider oftmals die realistischen Betrachtungsweisen. Das riesige Flächen an schädlichen Monokulturen für den Ökotreibstoff entstehen, dass in diesem Kontext ein Mal mehr Regenwälder abgeholzt werden und somit wahrscheinlich die Natur viel mehr geschädigt wird, als das ihr durch die Einsparung an CO2 geholfen wird, vergisst man schnell. Es werden Fakten geschaffen, begonnen von Wetterberichten, die aus jedem warmen Frühjahr, wie es im letzten Jahr der Fall war, oftmals gleich eine ganze Klimakatastrophe machen. Bis hin dazu, dass man über Unternehmen wie Merrill Lynch oder die Société Générale demnächst auch als Privatanleger vom weltweiten Emissionshandel profitieren kann.

Ein pfleglicher Umgang mit dem Planten auf dem wir alle leben, sollte eine Grundvoraussetzung sein, denn das sind wir allen der Natur, die uns schließlich das Leben erst ermöglicht, schuldig. Aber wir sollten auch nicht immer gleich in eine, scheinbar von Weltkonzernen geschürte, Hysterie verfallen, die der Umwelt zwangsläufig auch nicht hilft, sondern genau diesen Konzernen neue Märkte bereitet. Man wird oft genug das Gefühl nicht los, dass Umweltschutz genau in dem Maße gut ist, wie es den Aktienkursen steigen hilft und nichts anderes. Viele Themenfelder, gerade auch im Bereich der Erderwärmung, sind noch gar nicht endgültig erforscht, aber die gewinnbringenden Lösungen sind schon da. Natürlich gibt es immer wieder Wissenschaftler die gewisse Horrorszenarien aufbauen, man muss nur auch bei Wissenschaftlern hier und da einen Blick hinter die Fassade werfen. Denn selbst wenn man als positiv denkender Mensch, nicht von persönlicher Bereicherung dieser Personen sprechen will, muss man auch hier klar sehen, dass die Forschungsgelder irgend woher kommen müssen und diese Gelder kommen oftmals von genau den Konzernen, die am Ende des Tages von der geschürten Hysterie profitieren.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Umwelt · Wirtschaft

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