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Die Wahrheit des Wortes

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Stürmische Zeiten für Deutschland

2. März 2010

Am Wochenende sorgte das Sturmtief `Xynthia` auch in Deutschland für das totale Chaos und warf so weitere große Fragen auf. Denn während man gerade auch in der Presse den Streit zwischen Deutschland und Griechenland weiter anfacht, könnte man meinen, man sollte, im wahrsten Sinne des Wortes, erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren. Stellt man gerade fest, wie schlecht es um die griechische Wirtschaft bestellt ist, was wohl zu weiteren Problemen bei der Entschuldung des Landes führen wird, kommt auch in Deutschland, wenn auch nur in ganz kleinen, für das Volk gut verdaulichen Portionen mehr und mehr die Wahrheit ans Tageslicht. Genau dieser Prozess dürfte sich nachdem im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen am 09. Mai ein neuer Landtag gewählt wird, noch einmal massiv verstärken. Man darf davon ausgehen, dass es dann noch einige so genannte Überraschungen geben wird. Dabei sind die Zeichen auch jetzt schon ganz eindeutig zu erkennen und niemand sollte wirklich überrascht sein.

Baufällige Bahnhöfe
Morgen jährt sich zum ersten Mal der Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln und mittlerweile scheint es so auszusehen, als würde wohl ein nicht unerheblich Anteil dieser Katastrophe dem deutschen Baugiganten Bilfinger Berger zugeordnet werden müssen. Wie groß das Chaos hier ist, wurde auch wieder dadurch deutlich, dass man die für das Wochenende fest eingeplante Flutung der ebenfalls gefährdeten Baustelle der Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) am Heumarkt nun versucht damit zu umgehen, dass man eine neue Betonzwischendecke eingezogen hat. In diesem Zusammenhang war es auch spannend im WDR-Fernsehen zu erfahren, dass all dies nur 10.000 Euro pro Tag kosten soll. Dies wäre dann vielleicht den Leistungen, wie man sie bislang von diesen Baustellen her kennt, angemessen, ist aber wohl kaum als auch nur in Ansatz realistisch einzustufen. Aber mit Zahlen hat man in Deutschland so oder so offensichtlich immer wieder Probleme. So wurde man vor einigen Tagen auch schon davon überrascht, dass die Finanzprobleme bei Opel schon weit vor der Weltwirtschaftskrise bestanden, was natürlich den Erhalt von Staatshilfen massiv erschwert.

Aber kommen wir noch einmal zum Thema deutsche Baustellen zurück. Das der Orkan `Kyrill` im Jahr 2007 dafür sorgte, dass am neuen Berliner Hauptbahnhof Fassadenteil abrissen und für Chaos und Angst sorgten, scheint drei Jahre später mehr der Normalfall als die Ausnahme zu sein Denn nach der Katastrophe in der Kölner Severinstraße, musste am Wochenende auch die A3 in Frankfurt vollgesperrt werden, da sich am Bahnhof des Flughafens ähnliche Probleme, wie damals in Berlin zeigten. Made in Germany? Es scheint sich auch in Deutschland mehr und mehr zu zeigen, wo die aktuelle Wirtschaftsform hinführt. Immer schneller und immer billiger, scheint auch Risiken und Nebenwirkungen zu haben. Man mag sich gar nicht vorstellen, was wohl passieren würde, wenn Deutschland einmal von einem Erdbeben, wie am Wochenende in Chile, getroffen würde. Man muss annehmen, dass hier dann kein Stein mehr auf dem anderen stehen würde. Denn hier reicht schon ein Sturmtief mit Orkanböen aus, um für unbeschreibliches Chaos zu sorgen. Blickt man zurück, reicht eigentlich schon ein einfacher Winter dafür aus.

Leere Kassen
Aber auch dies überrascht niemand und kein Bürger sollte sich wundern, warum man aus, durch den Winter zerfressene, Schlaglochalleen lieber Zonen mit Tempo 30 macht, anstatt diese zu reparieren. Hier zeigt sich, wie sich die von Altkanzler Helmut Kohl (CDU) versprochenen blühenden Landschaften mehr und mehr auch auf Westdeutschland ausweiten. Der Globalisierungswahn, der mitverantwortlich dafür ist, dass die Wirtschaft in Deutschland, wie auch in ganz Europa und vielen Teilen der Welt kollabiert, war ganz offensichtlich nicht die beste Idee, die vermeintliche Experten und Eliten in den letzten Jahrzehnten hatten. Da die Politik es nicht nötig hatte im anständigen Maß einzugreifen, sondern sich scheinbar lieber dem Prinzip Hoffnung anschloss, stehen sie nun mit völlig leergeplünderten Kassen da. Es war schon ein netter Versuch dies alles auf einige Bankmanager und den Zusammenbruch von Lehman Bros. zu schieben aber Fakten, wie Opel oder eben auch die substanziellen Probleme mit Bauwerken, zeigen, dass das Problem zum einen wesentlich älter ist, als man es verkaufen möchte aber auch, um ein vielfaches größer ist, als es über die Medien oftmals dargestellt wird.

In diesem Zusammenhang ist es auch sehr interessant in diesen Tagen die SPD zu beobachten. Schaut man sich den Partei-Chef Sigmar Gabriel (SPD) an, könnte man meinen die Hartz-Gesetze wären eine Erfindung von der Union und den Liberalen gewesen. Wenn sich jetzt der thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) bei der WELT ONLINE zu Wort meldet und ein weiteres Konjunkturpaket ins Gespräch bringt, wirkt auch dies sehr interessant, immerhin beriet er damals Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) mit dessen Erbe manch einer in diesem Land im Moment auch noch so seine Probleme hat. Wie zu Beginn dieses Artikels bereits erwähnt, sollte man sich in der Bundesrepublik Deutschland vielleicht nicht so sehr von den griechischen Problemen ablenken lassen, sondern langsam einmal damit beginnen, die deutsche Politik so zu verändern, dass die Menschen in diesem Land irgendwann wieder auf gefüllte Staatskassen schauen können und ausreichend Arbeit bei menschenwürdiger Entlohnung vorhanden ist. Ganz zu schweigen davon, dass sicherer Bahnhöfe, U-Bahnen usw. bei den Abgaben, die man in diesem Land zu zahlen hat, eigentlich selbstverständlich sein sollten. Denn im Moment wird die Gesellschaft leer gesaugt und wird wohl kaum, wenn sich dieses System nicht grundlegend ändert, jemals etwas dafür bekommen.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

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