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Die Wahrheit des Wortes

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Strahlende Erfolge der Politik

22. Juli 2011

Der Freitag sollte eigentlich auf lange Zeit eine Art Mahntag für die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima sein und irgendwie ist er es auch und hier bei fairschreiben.de ist auch in diesen letzten mehr als vier Monaten seit Ausbruch der Katastrophe nicht eine Woche vergangen in der dieser Super-GAU nicht irgendwie Thema war. Aber es wächst auch immer mehr Gras über diese schreckliche Katastrophe und dies gilt es natürlich zu verhindern. Nur weil man in Deutschland wieder auf Kohle setzt und die Grüne die Macht im Ländle errungen haben, ist noch lange nicht irgendwas gut, weder in Deutschland, noch im fernen Japan. Eine große Rolle in diesem Kontext spielen natürlich auch die Medien und hier vor allem, wie so oft in solchen Fällen, die etablierten Massenmedien. Denn, wurde in Deutschland scheinbar ganz gezielt zum Nutzen der Grünen in Baden-Württemberg über den fernen Super-GAU berichtet, denn nur so ist zu erklären, dass die Landtagswahlen dort kaum gelaufen waren und das Thema in den Hintergrund rückte, sieht es seitdem mit der Berichterstattung von dort allgemein eher nicht so gut aus. So scheint sich niemand großartig dafür zu interessieren, warum man in einem Hightechland, wie es eben auch Japan ist, so Problem mit dem Messen der Strahlenbelastung hat. Allgemein scheint für weite Teile der Medien diese Katastrophe abgeschlossen zu sein, dabei hat sie noch gar nicht wirklich begonnen.

Verstrahlter Fisch als Konjunkturmotor?
Wie massiv die Umwelt im japanischen Katastrophegebiet tatsächlich geschädigt wurde, kann man im Moment nicht wirklich sagen, da es keine wirklich brauchbaren, flächendeckenden Messwerte gibt, was für ein solch hochentwickeltes Land schon mehr als merkwürdig ist und man wird das Gefühl nicht los, dass weder die Betreibergesellschaft Tepco, noch der japanische Staat ein tiefgreifendes Interessen an diesen Werten hätte. In der Nähe des havarierten Atomkraftwerkes (AKW) von Fukushima wurden gerade erst wieder die ersten 45 Tonnen Thunfisch gefischt und es wurden genau zwei Stichproben genommen, dessen positives Ergebnis viele anzweifeln. Dieser Fisch ist nun ganz allgemein in den Verkauf gegangen und man merkt an, dass dessen Kauf natürlich der Konjunktur der Krisenregion hilft, was im Moment wichtiger scheint, als der Schutz der Bevölkerung vor Langzeitschäden durch radioaktive Belastungen. Ein Vorgehen, welches man auch von der Betreibergesellschaft Tepco von je her kennt, denn hier geht Energiegewinnung scheinbar über alles und vor allem über die gesundheitlichen Belange der Anwohner, denn nur so ist deren Informationspolitik, die man wohl eher Desinformationspolitik nennen muss, zu erklären. Nun geht man natürlich davon aus, dass bei einer Atomkatastrophe, die genauso eingestuft ist wie der Super-GAU von Tschernobyl vor einem Vierteljahrhundert, der Staat einschreitet.

Positiv gesprochen, geschieht dies gewissermaßen auch, denn auch die japanischen Regierung denkt jetzt offiziell über einen Atomausstieg nach, was für dieses Land schon einiges zu bedeuten hat. Deutsche Journalisten äußern aber direkt auch Skepsis, ob dies nicht einfach nur eine Machterhaltungsstrategie der angeschlagenen japanischen Regierung sein könnte, womit man bei der deutschen Politik wäre, denn auch in Deutschland gibt es eigentlich plötzlich nur noch grüne Politiker, was auch genau in diese Richtung geht. All dies, sollte es keine Strategie sein, klingt erst einmal wunderbar, lenkt aber ebenfalls wunderbar von den tatsächlichen Problemen ab, wie zum Beispiel einer Atomkatastrophe, die auch nach über vier Monaten noch nicht unter Kontrolle zu sein scheint und die Umwelt weiter verstrahlt. Auf Deutschland bezogen, ist man weder mit der großen Frage der Endlagerung weiter, noch hat man saubere Alternativen im ausreichenden Maß zur Kernenergie und dies obwohl man schon vor über 25 Jahren, spätestens nach dem Super-GAU von Tschernobyl, hätte reagieren müssen, genau dies blieb allerdings damals aus. Auch aktuell sieht es nicht so aus, als würden Schritte unternommen die dem Problem wirklich angemessen wären, anstatt dessen greift man nun wieder auf die Kohle zurück und schädigt zukünftig wieder damit die Umwelt. Von einem wirklich weltumspannenden, tiefgreifenden neuen Umweltschutzverständnis kann man also auch in diesen Tagen nicht wirklich sprechen, was erschreckend ist.

Und was kommt jetzt?
Diese Frage stellt man sich natürlich vor allem erst einmal in Japan und hier natürlich vor allem im Bereich von Fukushima, wo man zum Teil schon wieder von einer gewissen Normalität sprechen kann und leider auch muss. In Japan gibt es auch über vier Monate nach dieser schrecklichen Atomkatastrophe kaum brauchbare Aussagen, Ergebnisse oder ähnliches, stattdessen versucht man es mit Normalität. Bei einer Katastrophe diesen Ausmaßes gibt es allerdings schlicht und ergreifend keine Normalität und auch hier zeigt sich nur wieder völliges politisches Versagen, welches natürlich negativ für die Menschen vor Ort sein wird und das wirklich inakzeptable ist, dass man die Gefahr eben weder sieht, noch riecht oder gar schmeckt und die Folgen vielfach auch erst in Jahren oder Jahrezehnten zu erkennen sein werden und genau dies oft banalisiert wird. Um eine Größenordnung zu haben, muss man wissen, dass in Deutschland bis zum heutigen Tage Pflanzen und Tiere durch den Super-GAU in Tschernobyl so verstrahlt sind, dass sie gesundheitsgefährdend sind und hier reden wir von einem Vierteljahrhundert. In Japan scheint man aus all dem kaum etwas bis gar nichts gelernt zu haben und versucht es auch hier, erschreckenderweise sogar mit einem gewissen Erfolg, mit Bagatellisierung und Ignoranz und dies mag man sich mehr als 25 Jahre nach Tschernobyl gar nicht vorstellen und fragt sich, etwas locker ausgedrückt, wie verstrahlt eigentlich die japanischen Politiker sein mögen.

Aber in Deutschland sieht es auch nicht wirklich besser aus, freut man sich doch auch hier einmal mehr einen Atomausstieg auf die Beine gestellt zu haben. Wäre dies der erste, wäre er vielleicht sogar noch glaubhaft. Was man in Zukunft mit dem Thema Endlager machen möchte, verrät man auch nicht wirklich, was wahrscheinlich daran liegt, dass es nichts zu verraten gibt, da man keine Antworten hat, was man mit den Tonnen an strahlendem Atommüll in maroden Zwischenlagern machen möchte und auch dieses Problem ist kein wirklich neues. Auch der große Rückschritt zurück zur Kohle, der natürlich Länder, wie zum Beispiel Kolumbien, sehr freut, wird nicht tiefergehend besprochen. Plötzlich scheint diese Art der fossilen Energiegewinnung, aus der man ebenfalls erfolgreich aussteigen wollte, wieder hoffähig zu sein. All dies sind natürlich Faktoren die zeigen, wie es auch in diesem Kontext um deutsche Politik bestellt ist und auch hier mag man bei manch einem Politiker von verstrahlt sprechen. Für die Umwelt hat sich übrigens in den letzten über vier Monaten nicht wirklich grundlegend irgendwas verbessert, bei genauerer Betrachtung der Sachlage erkennt man sogar, dass eher das Gegenteil der Fall ist und dies sollte die Menschen eigentlich auf die Straße bringen, anstatt lethargische die strahlenden Erfolge, die Politiker von Deutschland bis Japan verkünden, als solche hinzunehmen, denn diese Probleme betreffen am Ende des Tages jeden auf diesem Planeten auch dies muss klar sein und kann nicht oft genug kommuniziert werden.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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