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Die Wahrheit des Wortes

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Stellt Deutschland den Betrieb ein?

20. Dezember 2010

Auch wenn es in Zeiten wie diesen wichtigeres gibt als über das Wetter zu philosophieren, muss man in diesen Tagen wohl mal über den Winter oder viel mehr über den Umgang mit diesem schreiben. Es gab Menschen die meinten fragen zu müssen, ob Deutschland sich abschafft. Dies ist gar nicht so sehr die Frage, die Frage scheint viel mehr zu sein, ob die Bundesrepublik Deutschland in diesen Tagen ihren Betrieb einstellt und dies gar nicht einmal direkt vorsätzlich, sondern viel mehr aus dem Grund, dass es an Möglichkeit mangelt. Szenarien, die wir vom Ende des Winters 2009 / 2010, aus Zeiten des Krisenjahres kennen, wiederholen sich in diesem direkt folgenden Winter, der allerdings in die oft gelobte Aufschwungszeit fällt, gleich zu Beginn. Da fragt man sich, was mit diesem Land los ist und vor allem, wo eigentlich all das Kapital aus dem Aufschwung hin ist. Denn, wenn Strassen schon zu Beginn des Winters nicht mehr geräumt und nicht mehr gestreut werden, ist dies ein Alarmzeichen für einen Staat, der sich scheinbar besser verkaufen will, als er wirklich da steht.

Leise rieselt das Chaos
Was sich in den letzten Tagen im Kontext des Winters in Deutschland abspielte und über die etablierten Massenmedien verbreitet wurde, war schon wieder einfach nur erstaunlich. Es wurde noch in den letzten Tagen ein Bild verbreitet, welches an die alljährlichen Blizzards in den USA erinnerte, was für den von der Redaktion zu beurteilenden Bereich rund um Köln allerdings nichts anderes war, als Schneefall im Winter. Hinter dieser überdimensionierten Panikmache scheint aber auch diesmal System zu stecken. Denn natürlich war es viel Schnee der fiel aber geräumt wurde offensichtlich auch nicht mehr im Ansatz ausreichend. Begegneten einem in früheren Jahren, bei wesentlicher weniger Schnee, doch recht häufig Räumfahrzeuge, hatte man die Tage das Gefühl, dass gar kein Räumdienst unterwegs war und dies bezieht sich nicht nur auf die Nebenstrassen, sondern auch auf Hauptstrassen, wie Bundesstrassen oder Autobahnzubringern. Die Frage die sich natürlich stellt ist, warum viele Bereiche auch 24 Stunden nach heftigen Schneefällen noch nicht geräumt waren. Von der Problematik des Streusalzes ganz zu schweigen, denn auch dies ist zu Winterbeginn vielfach schon Mangelware.

Wenn direkt am Anfang des Winters schon Notstand im Bereich des Streuguts besteht, ist dies auch wieder ein eindeutiges Zeichen. In diesem Zusammenhang machte es auch wieder Sinn, dass Teile der Medien scheinbar ganz gezielt ein nicht wirklich vorhandenes Chaos zelebrierten, umso von den wirklichen Problemen, die das Land hat, abzulenken. Diese Taktik wäre auch nichts wirklich Neues. Im letzten Jahr gab es ähnliche Probleme, allerdings erst zum Ende des Winters. Damals verbuchte man alles auf die leeren Staatskassen, die durch die Weltwirtschaftskrise entstanden waren, für die bekanntermaßen deutsche Manager keine Verantwortung trugen. Wie fehlerhaft diese Einschätzung ganz allgemein ist, weiß mittlerweile eigentlich jeder. Allerdings wird es in diesem Jahr, dem Jahr des wunderbaren Aufschwungs, den sich vor allem die neue Bundesregierung auf die Fahne schreibt, noch etwas schwerer zu erklären, warum offensichtlich im Wirtschaftswunderland Deutschland, jetzt schon im großen Stil scheinbar das Geld für den Winterdienst fehlt. Ganz am Rande sei erwähnt, dass auch hier so etwas wie eine Fürsorgepflicht ein Aspekt ist, den man als Bürger und Steuerzahler nicht unterschätzen sollte.

Warum Steuern zahlen?
Es dürfte für die Bundesregierung auch zunehmend komplizierter werden, den Menschen, die sie eigentlich vertreten sollten, zu erklären, warum sie immer mehr belastet werden und die staatlichen Leistungen immer weiter zurückgehen. Vereiste Gehwege und Strassen stellen ein enormes Verletzungsrisiko dar, was ganz am Rande auch noch die Rentabilität des so oder so völlig maroden Gesundheitssystems weiter verschlechtert. So erklärt sich zum Teil natürlich auch, warum die Bürger an verschiedenen Stellen immer mehr bezahlen dürfen, während die Tigerentenkoalition weiterhin den Aufschwung verkündet und auf mehr Geld in den Taschen verweist. Es ist auch hier wichtig die Gesamtkontexte von der Politik bis zur Wirtschaft und den Auswirkungen auf die Gesellschaft zu betrachten, auch wenn natürlich bei den vermeintlichen Eliten und Experten ein hohes Interesse darin besteht, all diese Probleme, die offensichtlich zusammen gehören, zu vereinzeln. Ein Mangel an Winterdienst ist auch ein öffentliches Risiko und genau dieses sollten die Regierenden versuchen zu minimieren, auch das ist einer der Hauptaufgaben der Politik. Genau diese Aufgabenstellung haben aber scheinbar viele Entscheidungsträger im politischen Berlin schon lange vergessen.

Geht man einen Schritt weiter und setzt voraus, dass man so etwas nicht vergessen kann, müsste man von einem Vorsatz sprechen, was all dies noch schlimmer werden lassen würde. Noch immer sind Milliarden an Euros für die Wirtschaft von Berlin bis Dublin übrig aber scheinbar nur noch wenige Cents, um dafür zu sorgen, dass man sich auf Deutschlands Strassen bewegen kann ohne Gefahr zu laufen sich gleich den Hals zu brechen. Diese Art der Politik zeigt natürlich auch wieder, wie weit entfernt die Volksvertreter von den Bürgern agieren. Von großer Nähe muss man aber wohl sprechen, wenn es um die Zusammenarbeit zwischen der Politik und der Wirtschaft in Deutschland geht. Das Bild von Deutschland, welches man den Bürgern versucht nahe zu bringen, hat mit der Realität scheinbar gar nichts mehr zu tun. Man muss natürlich auch festhalten, dass die Bürger im Land dies sehr wohl alles ganz genau verstehen und es ihnen mehr und mehr zu viel wird. Die Probleme des Winters, sollten mehr und mehr ein Problem für die Politik werden, denn gegen genau diese Missstände sollte gekämpft werden, auch ein Bereich der in Deutschland leider noch immer nicht ausreichend begonnen hat.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » Der Bayern-Bruno und der Zufall // 23. Dez 2010 at 00:06

    [...] diesem Achtelfinale sollten übrigens nur 6 von 8 Spielen stattfinden. Herzlich willkommen im Winterchaos. Aber zurück zum zweiten Spiel des VfB Stuttgarts gegen den FC Bayern München innerhalb [...]

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